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Deutsch lernen mit coolen Songs

Mit Musik geht alles besser, auch das Deutschlernen. Um DaZ-Schüler zu motivieren, sich mit der Sprache auseinanderzusetzen und ihr Hörverstehen zu trainieren, sind deutsche Popsongs und Schlager ein ideales Medium.

DaZ: Deutsch lernen mit coolen Songs DaZ-Unterricht mit Popsongs — das bringt Spaß und motiviert, sich mit der deutschen Sprache zu beschäftigen © zinkevych - Fotolia.com

Mit zehn eingängigen deutschen Popsongs bzw. Schlagern verbessert DaF/DaZ-Lehrer Jan Richter das Hörverstehen seiner Schüler. Sie hören das Lied, notieren dann in Stichpunkten, worum es geht, und wiederholen den Vorgang noch einmal mit Text zum Mitlesen. Dann schlagen sie unbekannte Wörter nach und hören sich anschließend das Stück so lange an, bis sie „das komplette Lied auch ohne den Text“ verstehen, so schildert Richter seine Vorgehensweise auf seiner Website.

Texte paraphrasieren, immer wieder hören oder lesen und Vokabeln lernen — das sind sicherlich grundlegende Techniken für das Erschließen eines Textes in der Fremd- oder Zweitsprache. Trotzdem sollten „Höraufgaben (...) so interessant sein, dass Schüler nicht die Lust bei mehrfachem Hören verlieren“ und „auch dem kommunikativen Interesse der Lerner Rechnung tragen“, empfehlen die Autoren des Fachbeitrags „(Pop-)Musik im DaF-Unterricht“ auf der Website des Goethe-Instituts.

Der folgende Beitrag zeigt, wie Sie mit deutschen Pop- und Hip-Hop-Songs Ihre Schüler aktivieren und motivieren, sich mit der deutschen Sprache auseinanderzusetzen. Methodische und didaktische Anregungen mit (interaktiven) Materialien im Netz sparen Ihnen viel Vorbereitungszeit und sorgen für kurzweilige DaZ-Stunden mit erstaunlichen Lernfortschritten bei Ihren Schülern.

Aktivierende Aufträge vor, während und nach dem Hören

Grundsätzlich ist es wichtig, das richtige, dem Leistungsniveau der Schüler entsprechende Musik- bzw. Textmaterial auszuwählen. Nur so können sowohl das Hörverständnis als auch die weiteren sprachlichen Kompetenzen gefördert werden. Die Unterrichtsaktivitäten bei der Arbeit mit (Pop-)Musik (vgl. dazu: „(Pop-)Musik im DaF-Unterricht“, Link s. o.) gliedern sich in drei Phasen:

Weiterführende Hinweise:

Freya Conesa, DaF-Lehrerin am Goethe-Institut, präsentiert auf ihrem „DeutschMusikBlog“ „eine bunte Mischung deutschsprachiger Lieder und Musikvideos mit Didaktisierungsvorschlägen für den DaF-und DaZ-Unterricht“.

Die Website „lernox — Ankommen durch Sprache“ versammelt zum Thema „Musik im Unterricht“ DaZ- und DaF-Materialien für unterschiedliche Altersgruppen und Sprachkompetenzstufen.

  1. Vor dem Hören (pre-listening) stimmt die Lehrkraft die Schüler „auf den Situationszusammenhang“ ein, zum Beispiel mit der Präsentation von Bildern zum Text des jeweils ausgewählten Songs oder mit der Betrachtung des Videoclips zum Song ohne Ton. Bereits in dieser ersten Phase werden die Schüler aktiv und nähern sich dem Text kreativ und handlungsorientiert: Sie antizipieren zum Beispiel die Textinhalte, schreiben mit vorgegebenen Wörtern einen kleinen Text oder malen ein Bild. (S. 2)
  2. Beim Hören (while listening) sollte die Lehrkraft auf „differenzierte, zielgerichtete Höraufgaben“ achten, die bei mehrmaligem Hören wechseln. Um die Schüler nicht zu überfordern, spielt die Lehrkraft zunächst vielleicht nur den Refrain oder einzelne Strophen vor, und die Schüler notieren alle Wörter, die sie verstehen. Dann versuchen sie mitzusingen, wobei man die Musik zunächst mitlaufen lässt und dann stufenweise leiser stellt. Auch bei Arbeitsaufträgen zum Songtext werden die Schüler aktiv, indem sie z. B. in Partner- oder Gruppenarbeit einen zerschnittenen Text rekonstruieren. Für ein solches Textzeilen-Puzzle sind erfahrungsgemäß zwei bis drei Hördurchgänge erforderlich, schreibt DaF-Lehrerin Cornelia Steinmann in ihrem „DaF-Blog“. Die Schüler würden dabei aber den Text genauer lesen, und vor allem: Sie müssen Geschriebenes mit Gesprochenem verbinden. Das ist für Nicht-Muttersprachler gar nicht so einfach, zum Beispiel bei unbetonten Vokalen. — Für Cornelia Steinmann ist das eine gute Gelegenheit, auf die Besonderheiten von gesprochener oder Umgangssprache hinzuweisen.
  3. Nach dem Hören (post-listening) stehen dem Lehrer alle Möglichkeiten offen: Austausch über Gefühle, eigene Erfahrungen usw., verschiedene Wortschatz- und Grammatikübungen, „z. B. Tempora wechseln, Personalpronomina etc.“, Strophen ordnen und eine breite Palette von kreativen Übungen: Dialoge erfinden, schreiben, spielen, sich ein neues Ende ausdenken, Bilder, Fotos und Collagen gestalten, Fanpost oder eine Kritik schreiben, im Internet recherchieren u.v.m. (ebd., S. 4) — Denkbar wäre auch ein fächerübergreifendes Kreativprojekt, dessen Ergebnisse die Schüler dann bei einem Schulfest oder Elternabend präsentieren.

Aktuelle Songs mit Unterrichtsmaterialien

Einen Pool mit Videos und Songtexten für den DaF- und DaZ-Unterricht bietet das Jugend-Projekt „Lautstark“ auf der Website des Goetheinstituts. Zu den verschiedenen Songs gibt es nach Sprachniveau differenzierte Arbeitsblätter, und zu vielen Stücken finden sich online auch interaktive Übungen zur Förderung des Hörverstehens, der kommunikativen Kompetenzen und der Grammatikkenntnisse. Bei CROs „Einmal um die Welt“ zum Beispiel ergänzen die Schüler in einem Lückentext Reimwörter und Präpositionen, beantworten Fragen zum Text, bringen die im Stück genannten Städte in die richtige Reihenfolge usw. Ob die Lösungen stimmen, prüfen sie direkt online. Zum interaktiven Übungsbereich in der Community „Deutsch für dich“ gelangen die Schüler — nach vorheriger Anmeldung — über den Button „Kostenlos Deutsch üben“ (im vertikalen Menü neben dem Video).

Jugendgerechte Unterrichtsmaterialien zu über 50 aktuellen Songs bietet das Goethe Institut auch im Webportal „Step into German“. Die direkt übernehmbaren Stundenkonzepte mit Arbeitsblättern für verschiedene Sprachniveaus orientieren sich dabei an den oben beschriebenen Phasen (vor, während und nach dem Hören) und bieten vielfältige Übungen und Aufgaben in verschiedenen Sozialformen. Mit dabei sind auch gleich die Musikvideos und Hintergrundinformationen zu den Interpreten.

Und auf „Step into German“ gibt es auch für die Schüler einiges zu entdecken, von den aktuellen deutschen Charts über den „Clip des Monats“ bis zu spannenden Beiträgen über Bands und deutsche Musiker. — Eine Unterrichtsseite, die viele Jugendliche sicherlich auch in ihrer Freizeit besuchen.

Martina Niekrawietz

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