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Naturschutz

Insektensterben? — Wir tun etwas dagegen!

Wenn die Insekten verschwinden, bricht ein ganzes Ökosystem zusammen. Das machen fächerübergreifende Unterrichtsprojekte deutlich und zeigen den Schülern gleichzeitig, was sie selbst gegen das große Insektensterben tun können.

Naturschutz: Insektensterben? — Wir tun etwas dagegen! Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge sind nur noch selten zu sehen © JindraZAS/Pixabay

„Mehr als 75 Prozent weniger Biomasse bei Fluginsekten“, meldete der Naturschutzbund (NABU) am 18.Oktober 2017. Mehrere Jahrzehnte lang haben Wissenschaftler im Auftrag der Naturschutzorganisation den Insektenbestand in Schutzgebieten untersucht. Ergebnis der Langzeitstudie: Wir erleben derzeit ein „dramatisches Insektensterben“, so der NABU auf seiner Website. Es stelle sich „nicht mehr die Frage, ob die Insektenwelt in Schwierigkeiten steckt, sondern wie das Insektensterben zu stoppen ist.“

Immer mehr Schulen greifen das Thema „Insektensterben“ auf. Im Sachunterricht der Grundschule, im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung oder auch im Biologie- bzw. Natur- und Technikunterricht. Doch es eignet sich auch für fächerübergreifende mehrtägige Unterrichtsprojekte, bei denen die Schüler auf vielfältige Weise und in unterschiedlichen Fächern selbst aktiv werden. Im folgenden Beitrag finden Sie dazu Anregungen und Materialien für Schüler jeden Alters.

Insektensterben — Schüler erforschen ihre Umwelt

Manche Insekten stechen, Fliegen können nerven, Spinnen sind ekelig — warum ist denn das Insektensterben überhaupt so gefährlich? Diese Frage klärt eine Unterrichtseinheit auf der Website der ZEIT. Konzipiert sind die Materialien für Schüler der Klassen 3 bis 6. Sie eignen sich auch für ein mehrtägiges Projekt, bei dem auf alle Fälle für einen abwechslungsreichen, aktivierenden Unterricht gesorgt ist: Die Schüler lesen, malen, recherchieren, bepflanzen einen Blumenkasten und spielen mit einem selbst gebastelten „Insekten-Memo-Spiel“.

Auch das Bundesumweltministerium stellt Materialien zu diesem wichtigen Thema bereit, die sich für Projekttage eignen. Bei dem Unterrichtsvorschlag „Die Biene, die Ameise und du“ erforschen die Grundschüler, welche Rolle Insekten in der Natur spielen. Dabei erstellen sie ein Schaubild, „das die verschiedenen Beziehungen zwischen Insekten und anderen Tier- und Pflanzenarten zeigt“. Und beim „Feldversuch: In einer Handvoll Erde“ untersuchen die Kids verschiedene Bodenproben von unterschiedlichen Standorten. Welche Ausrüstung dafür erforderlich ist, und wie man die verschiedenen Tierarten in der Erde isoliert und bestimmt, zeigt eine einfache Anleitung, mit der die Schüler auch ganz eigenständig „forschen“ können. — Ein spannendes Experiment, für Schüler in den Grundschulklassen 3 und 4 ebenso wie für Schüler der Sekundarstufe 1.

Etwas anspruchsvoller gehen Schüler der Sekundarstufe I der Frage nach: Wie sähe eine Welt ohne Insekten aus? Sie erhalten zunächst ein Arbeitsblatt mit „27 Aussagen, die jeweils eine Beziehung innerhalb eines Ökosystems beschreiben — zum Beispiel eine Nahrungsbeziehung zwischen Arten oder einen Nutzen für den Menschen“. Mithilfe einer Concept-Map bereiten sie dann das Gesamtbild eines Ökosystems grafisch auf. Anschließend können sie mehrere Szenarien durchspielen, indem sie einzelne Insektenarten aus dem Netz entfernen und überlegen oder recherchieren mögliche Schutzmaßnahmen.

Insektenschutz einmal anders: Schüler werden aktiv

Im praktischen Teil des Unterrichtsprojekts engagieren sich die Schüler für den Insektenschutz. Doch wie kann man „Insekten konkret helfen“? Gute Anregungen dafür hat der NABU hier zusammengetragen. Sie alle bieten vielfältige Möglichkeiten für den Unterricht in verschiedenen Fächern:

  1. Insektenfreundlich einkaufen (Deutsch, Wirtschaft, Sozialkunde, Ethik ...): Hier lautet die Devise „Bioprodukte und regionale, saisonale Produkte haben Vorrang“, und bei den Getränken sollte man zu Säften von Streuobstwiesen greifen. — Eine gute Gelegenheit, um sich bei einer kleineren Exkursion im näheren Umfeld umzusehen: Welche insektenfreundlichen Produkte hat der Supermarkt um die Ecke im Sortiment? Wo gibt es in der Nähe überhaupt Bio-Obst und -Gemüse? Welche Lebensmittel sind dabei auch für den kleinen Geldbeutel geeignet? Und — ganz wichtig — wie kann ich mein Einkaufsverhalten bzw. das meiner Eltern beeinflussen? Die Ergebnisse halten die Schüler vielleicht in einem Artikel für die Schülerzeitung oder in einer kleinen Präsentation (PowerPoint o. Ä.) fest, die dann z. B. bei einem Abschluss-Event am Ende der Projektwoche gezeigt werden kann.
  2. Insekten in den (Schul-)Garten locken (BNE, Schulgarten-AG, Biologie, Sachkunde ...): Ein Insektenbuffet besteht z. B. aus einem Blumentopf und blühenden Pflanzen, die jeweils bevorzugt in der Sonne, im Halbschatten oder im Schatten gedeihen. Wer dabei überwinternde, mehrjährige Stauden wählt, hat länger was davon. Pflanzen „für jeden Geschmack“ wachsen im Garten quasi von selbst, wenn man beim Mähen „wilde Ecken“ stehen lässt. Auch Frühblüher wie Schneeglöckchen, Krokusse und Narzissen kommen — einmal eingebracht — alle Jahre wieder. Und ein Wildblumenbeet mit winterharten heimischen Stauden bietet im Sommer einen schönen Anblick und den Insekten eine gute Überwinterungsmöglichkeit. — Eine einfache Anleitung für ein Wildstaudenbeet findet sich hier.
  3. Ein Haus für Schmetterlinge (Kunst, Werken, Schulgarten-AG, Geographie, BNE, Deutsch ...): Die Schmetterlingsspirale ist eine Aufgabe für fortgeschrittene Naturarchitekten. Zuerst bauen die Schüler das schneckenhausförmige Spiralgebäude, befüllen es mit Schotter und legen in der Öffnung der Spirale einen kleinen Teich an. Regnet es danach einmal, verdichtet sich die frische Erde in der Spiral und kann nun nach allen Regeln des klimagerechten Anbaus bepflanzt werden: Trockenheitsliebende Pflanzen kommen nach oben, feuchtigkeitsliebende Gewächse ans untere Ende der Spirale. — In Deutsch, Kunst, IT (z. B. Video, Website-Beitrag) oder für die Schülerzeitung dokumentieren die Schüler den Baufortgang.
  4. Insektenhotel selbst bauen (Werken, Biologie, Kunst ...): Insektennisthilfen selbst bauen — das macht den Schülern besonders viel Spaß. Ein breites Angebot von Bauanleitungen und Tutorials mit unterschiedlichen Materialien und in verschiedenen Schwierigkeitsgraden präsentiert der NABU auf seiner Website.
  5. Insektenhotel für „Wildcamper“: Auch ein kleiner Steinhaufen oder eine Trockenmauer beherbergt und ernährt viele Insektenarten. — Praktische und direkt umsetzbare Tipps dafür gibt es ebenfalls auf der NABU-Seite. Totholz, Lehm, Sand und Löss helfen den Insekten ebenfalls, zu überleben und sich zu vermehren. Und – nicht nur an heißen Sommertagen — lieben Insekten Lehmpfützen und Miniteiche.

Martina Niekrawietz

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