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Start in die Ferien

Letzte Stunde vor den Ferien: Damit kriegen Sie die Kids!

Die Ferien stehen vor der Tür und damit taucht die ewig gleiche Frage auf: Wie schafft man es, „die letzten Stunden halbwegs sinnvoll mit Inhalt zu füllen“? 

Start in die Ferien: Letzte Stunde vor den Ferien: Damit kriegen Sie die Kids! Spiele für draußen und für drinnen © Racle Fotodesign - stock.adobe.com

User „Nuffi“ auf der Website lehrerforen.de hat keine Lust mehr auf Ecken- oder Galgenraten & Co..Und auch die Filme hängen ihm „schon sonstwo [sic!] heraus!“ Er fragt nach Alternativen. Wie gewünscht liefern die Kolleginnen und Kollegen ein paar spannende Ideen „für gelangweilte und feriensehnsüchtige Oberstufenkurse“, die ganz sicher auch in der Unter- oder Mittelstufe gut ankommen: 

  • In der letzten Stunde Pizza bestellen und gemeinsam zu Mittag essen, 
  • ein Klassenfoto machen, 
  • „Evaluationsbögen ausfüllen“ lassen („je höher die Klasse, desto offener der Bogen“) bzw. eine Feedbackrunde machen
  • oder auch auf spielerische Art und Weise den Stoff der letzten Wochen oder Monate wiederholen. 

Der folgende Beitrag versorgt Sie mit Anregungen und Materialien für letzte Schulstunden vor Ferienbeginn, die garantiert nicht „verplempert“ und null langweilig sind.

Quizzen, Rätseln, Stoff wiederholen 

Wer knallhart bis zur letzten Minute Unterricht machen möchte, muss dabei den Spaßfaktor nicht vernachlässigen. Besonders in den unteren und mittleren Klassen der Sekundarstufe spornt es die Kids an, wenn Sie sie beim Lösen von Aufgaben aus verschiedenen Fächern gegeneinander antreten lassen. Dazu kann man ganz einfach bekannte Spiele nutzen. Lehrer „jerrybe“ hat zum Beispiel „ein Risikospiel oder Quizspiel“ erstellt, in dem Antworten aus „den Themenbereichen Sport und Spiel, Dies und Das, Mathe, Europa und Deutschland, Tiere und Scherzfragen“ gesucht sind. 

Im oben verlinkten Lehrerforen-Beitrag spielt „Lehrer Flipper 79“ mit den Jugendlichen „Wer wird Millionär“ (WwM). Er formuliert dafür Fragen zum Stoff des vergangenen bzw. vorletzten Schuljahres und stellt – wie Günther Jauch bei WwM – 4 Antworten zur Auswahl. Das ist zwar ganz schön vorbereitungsintensiv, kann aber dafür auch das ganze Schuljahr und über viele Generationen von Schülerinnen und Schülern zur Festigung des Gelernten eingesetzt werden.

Nicht ganz so aufwendig ist es, Gelerntes mit Tabu-Karten aufzufrischen oder zu festigen. Dabei muss man sich lediglich 4 Tabubegriffe, die beim Erklären nicht verwendet werden dürfen, überlegen. Anders als bei „Wer wird Millionär“ sind beim Begriffe-Raten bei Tabu ALLE Schülerinnen und Schüler eingebunden: die gegnerische Mannschaft, weil sie aufpasst, dass die Tabu-Begriffe nicht verwendet werden, und die eigenen Mitspielenden, weil sie den richtigen Begriff ergründen wollen. Oder Sie machen es sich noch leichter und spielen mit den Kids Activity: Da gibt es zwar auch Tabu-Karten, bei denen Begriffe mit Worten beschrieben werden, aber eben auch zwei andere Darstellungsweisen, die zusätzlichen Pep in die Stunde bringen: Malen oder Pantomime.

Gut gerechnet? Bingo!

Natürlich lassen sich spielerisch auch fachliche und grundlegende Skills trainieren. Mathe-Lehrerin Petra Darm spielt mit ihren Schülerinnen und Schülern häufig Mathe-Bingo Damit fördert sie nicht nur deren „Fertigkeiten im Kopfrechnen“, sondern auch „die Gewöhnung an Selbstkontrolle und Schnelligkeit sowie die Erziehung zur Ehrlichkeit“ (ebd.). Im Netz finden sich viele weitere Bingo-Materialien für Mathematik, z. B. dieses zum Thema „Kopfrechnen – großes Einmaleins“ aus der Materialiensammlung des Lehrerfortbildungsservers Baden-Württemberg.

Spielerisch Mathematik und Logik schulen, das funktioniert auch digital sehr gut. Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg hat einige Möglichkeiten zusammengetragen, mit denen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler vielleicht sogar dazu bewegen können, auch in den Ferien weiter zu tüfteln. Zum „Anfixen“ können Sie in der letzten Stunde vor den Ferien in den Medienraum gehen oder auch das Handyverbot aufheben und ein paar Spiele ausprobieren: Hextris, z. B., bei dem Reaktionsvermögen und räumliches Denken gefragt sind. Oder das Geldrückgabe-Lernspiel, bei dem es darum geht, richtig rauszugeben bzw. das erhaltene Rückgeld nachzukontrollieren. – Das Spiel stärkt „generell die Kopfrechenfähigkeit“ und kann „im echten Leben“ enorm viel Taschengeld sparen...

Creative Writing 

Besonders nach Notenschluss kann sich die Zeit bis zu den Ferien ganz schön ziehen – für Lehrkräfte sowie für Schüler und Schülerinnen. Das ist dann oft genau der richtige Zeitpunkt für ein umfangreicheres Kreativ-Projekt oder für das Austesten von neuen Unterrichtsmethoden. Im handlungs- und produktionsorientierten Literatur-Unterricht verbinden Sie beides. Probieren Sie doch einfach einmal einige der produktiven Verfahren aus, die der bekannte Literaturdidaktiker Prof. Kaspar Heinrich Spinner in diesem Beitrag zusammengetragen hat: Die Jugendlichen werden einen Heidenspaß dabei haben, ein eigenes Gedicht nach dem Muster eines Gedichtes zu verfassen. Oder einen Liebesbrief der besonderen Art, zum Beispiel aus der Perspektive einer weißen Kreide, die sich unsterblich in die Tafel verliebt hat. Wie sich das im Unterricht umsetzen lässt, schildert der Lehrerblogger und Deutschlehrer Kubiwahn in diesem wunderbaren Blogbeitrag

Klassenzeitung: nicht nur für Abschlussjahrgänge 

Die schönsten Ergebnisse des Schreibprojektes könnten die Kids dann auch in einer Klassenzeitung veröffentlichen – auch das ein schönes Projekt für die letzten Unterrichtstage. Die ganze Klasse wird zur Redaktion, überlegt sich, was alles ins Blatt reinkommt, verteilt die Aufgaben und Beiträge und erstellt einen Zeitplan von der ersten Redaktionssitzung bis zum Verkaufsstart.

Ein warmer Regen für alle

Am Ende des Schuljahres vor den Sommerferien ist auch ein guter Zeitpunkt, um sich gegenseitig noch einmal ein positives Feedback mit in die Ferien zu geben. Für eine wirklich aufbauende Rückmeldung sorgen Sie mit den beiden Feedback-Übungen, die in diesem Video von Thomals Grosser, einem Dozenten für Wirtschaftsinformatik, kurz erklärt werden: Bei der ersten Übung beantworten alle Teilnehmenden einem Mitschüler bzw. einer Mitschülerin jeweils zwei Fragen: 

  1. Was kannst du besonders gut?
  2. Wofür bin ich dir dankbar?

Der oder die Jugendliche, um den/die es geht, bekommt praktisch von der Gruppe einen „warmen Regen“, und genau so heißt die Übung auch. Die zweite Möglichkeit für eine solche positive Verstärkung sind Kudo-Karten, „die durch Satzanfänge und Aufmachung dazu einladen, Feedback zu geben“ (ebd.), und die Sie und Ihre Klasse sich hier downloaden und selbst erstellen können.

Vielleicht möchten ja auch Sie sich von Ihren Schülerinnen und Schülern Rückmeldung abholen. Im Netz finden sich dafür downloadbare Beurteilungsbögen, zum Beispiel der Feedback-Fragebogen auf dem Bildungsserver Berlin/Brandenburg. Diesen können Sie direkt oder in Teilen übernehmen oder als Vorlage für eine individuelle Version nutzen. 
 

Weitere Ideen: Themenseite Spielimpulse Sekundarstufe

Martina Niekrawietz


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