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Freiluftschule

Mit Naturbildung im Freien gesund durch den Herbst

Unterricht im Freien ist auch in der Sekundarstufe möglich. Der Herbst bietet viele Themen (nicht nur) in den Fächern Biologie, Geografie oder rund um die Berufsfindung. Das Lernen im Freien hat großen Aufforderungscharakter, Inhalte selbst zu erforschen.

Freiluftschule: Mit Naturbildung im Freien gesund durch den Herbst Im Herbst bietet es sich an, draußen die Zugvögel zu beobachten © Stock Photos & Video - stock.adobe.com

Viele Gesundheitsexperten, Lehrer und Eltern haben angesichts des Schulstarts im Herbst 2020/2021 ein mulmiges Gefühl: Sie befürchten, dass die Gefahr einer Corona-Infektion durch Aerosole in Schulräumen mit Beginn der kälteren Jahreszeiten erheblich ansteigen wird. Da die feinen Schwebeteilchen sich draußen sehr schnell verflüchtigen, ist es dort wesentlich unwahrscheinlicher, sich mit dem gefährlichen Virus zu infizieren. – Das ist doch ein schlagendes Argument für vermehrten Unterricht im Freien, ganz nach dem Vorbild der „Draußenschule“ (Udeskola) in den skandinavischen Ländern. Hier lernen die Schüler/-innen einen Tag pro Woche im Freien (vgl. den unten verlinkten Beitrag zum Thema „Draußenschule“), nicht nur Grundschüler, wie derzeit in vielen Versuchsschulen in Deutschland, sondern auch Kinder und Jugendliche in der Sekundarstufe.

Gerade der Herbst bietet Ihnen vielfältige Möglichkeiten für den Unterricht im Freien. – Der folgende Beitrag gibt Ihnen dazu einige Ideen an die Hand.

Naturbildung – „kommt gut“ bei Jugendlichen

Die „Generation Selfie“ bringt dem Thema Natur großes Interesse entgegen, wie aus der im Jahr 2017 veröffentlichte Studie „Fokus Naturbildung“ hervorgeht. Demnach fühlen sich Kinder und Jugendliche „wohl in der Natur, finden es spannend, sie auf eigene Faust zu entdecken und interessieren sich sehr für die Arbeit der Landwirte, Förster und Jäger“, so fasst die Website der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald die Ergebnisse zusammen (ebd.). Über die Aufgaben in diesen Berufen wissen die Jugendlichen allerdings wenig. Deshalb wünscht sich eine „überwältigende Mehrheit“ der befragten 12- bis 15-jährigen Schüler/-innen Schulexkursionen in den Wald oder auf den Bauernhof, wo ihnen Menschen aus diesen Berufen „ihre Arbeit zeigen und erklären“ (ebd.). 

Natur-Berufe erkunden

71 Prozent der befragten Schüler/-innen fänden es sogar interessant, im Wald und auf dem Bauernhof „selbst Hand anzulegen“ (ebd.). – Ein wichtiger Impuls für außerschulische Exkursionen im Rahmen der praktischen Berufsorientierung im Unterricht.

Gerade im Herbst fallen in vielen der sogenannten „grünen Berufe“ (hier ein Überblick mit weiterführenden Links auf der Website des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft)  viele Aufgaben an, bei denen die Schüler/-innen mit anpacken können: Landwirte/Landwirtinnen ernten Obst und Gemüse, Winzer/-innen Wein, und auch viele Waldarbeiten in der Forstwirtschaft haben im Herbst und Winter Saison, z. B. das Fällen von Laubbäumen, die in der kalten Jahreszeit trockener sind und keine Blätter mehr tragen.

Bei der Vorbereitung eines solchen Praxiseinsatzes mit externen Partnern (Förster/-in, Waldpädagogen/Waldpädagoginnen, „grüne“ Ausbildungsbetriebe etc.) ist derzeit natürlich auch sicherzustellen, dass die notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen eingehalten werden. Am besten informieren Sie sich zunächst vor Ort über die Gegebenheiten, um dann adäquat auf mögliche Bedenken der Eltern Ihrer Schüler/-innen reagieren zu können. 

Aktionen rund um Zug- und Wintervögel

Im Herbst fliegen viele Vögel in südlichere Gefilde, und manche Zugvögel überwintern bei uns. Der Deutsche Naturschutzbund (NABU) bietet in dieser Zeit an vielen Orten in Deutschland Vogelführungen an. Die Porträts der verschiedenen Lang-, Mittel- und Kurzstreckenzieher auf der NABU-Website unterstützen Sie bei der Vorbereitung einer geführten Exkursion. Bei den Terminen (nach unten scrollen) finden Sie jeweils auch die lokalen Ansprechpartner mit Kontaktdaten.

Auch wenn wegen der Corona-Pandemie derzeit weniger Vogelwanderungen angeboten werden, gibt es doch zahlreiche weitere Möglichkeiten für Ihre Schüler/-innen, in Sachen (Zug-)Vogelschutz aktiv zu werden: Mit dem Motto „Werde Pate von Zugvögeln“ könnten die Schüler/-innen auf verschiedenen Kanälen die Werbetrommel für eine gute Sache rühren: In Artikeln für die Schülerzeitung, für Blogs und soziale Medien oder auch an einem Informationsstand in der Fußgängerzone könnten sie über die vielfältigen Bedrohungen der Tiere auf ihrem Weg in den Süden berichten. Ziel dieser Aktivitäten ist es, Paten zu gewinnen, die den Schutz von Zugvögeln unterstützen. – Ideal für ein fächerverbindendes Biologie-Deutsch- Projekt mit Fokus „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).

Im Werkunterricht bauen die Schüler/-innen Futterhäuschen oder „basteln“ Meisenknödel und Futterglocken – einfache Anleitungen dazu gibt es ebenfalls auf der NABU-Website. Hier finden Sie übrigens auch viele Tipps für die Winterfütterung (Wer frisst was?): Sie tragen dazu bei, dass die Futterstelle auf dem Schulgelände von vielen verschiedenen Vogelarten besucht wird.

An das Herbst-Projekt Vogelfütterung kann sich dann im Januar die Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ anschließen: Hier beobachten die Schüler/-innen, welche und wie viele Vögel die Futterstelle besuchen und übermitteln die Zahlen an den NABU. – Auch das ist ein wichtiger Beitrag zum Natur- und Artenschutz, denn der NABU ermittelt mit dieser bundesweiten Aktion, welche Vögel besonders bedroht und schützenswert sind.

Es lohnt sich auf jeden Fall, den Unterricht zuweilen an die frische Luft zu verlegen. Hier hat das Corona-Virus weniger Chancen, aber Ihre Schüler/-innen haben die Möglichkeit, selbstbestimmter zu lernen. Und fast alle Fächer eignen sich dafür. Die vorgestellten Beispiele sollen nur einen ersten Impuls geben, um bei der Unterrichtsplanung „auch vor die Tür“ zu blicken.

Martina Niekrawietz

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