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App & Tools für den Religionsunterricht

Religionsunterricht - mit digitalen Methoden neu gedacht

Bewährte und traditionellen Methoden im Religionsunterricht sind nicht zu ersetzen. Dennoch lassen sie sich mit digitalen Angeboten bereichern und kreativ erweitern.

App & Tools für den Religionsunterricht: Religionsunterricht - mit digitalen Methoden neu gedacht App & Tools im Religionsunterricht einsetzen © VectorMine - stock.adobe.com

Corona ist wirklich gar nichts heilig, nicht einmal der Religionsunterricht! Allein, dass die Schüler/-innen im Sitzkreis eng um ein Bodenbild scharen und miteinander singen, ist gerade durch Abstandsregeln undenkbar. Gleichzeitig haben aber auch die digitalen Medien in den letzten Jahren einen Platz im Klassenzimmer gefunden. Diese können und sollen die traditionellen Methoden im Religionsunterricht nicht ersetzen, aber durchaus sinnvoll ergänzen

Die digitalen Medien bieten einige Möglichkeiten, um Geschichten wirkungsvoll zu präsentieren. Gerade, wer kein Talent für die klassische, freie Lehrerzählung besitzt, kann hier seinen Unterricht bereichern. 

  • Die wohl einfachste Methode eine Geschichte mit digitalen Mitteln zu veranschaulichen, besteht darin, sie mit wenigen Symbolen und Bildern in einer Powerpoint-Präsentation zu unterstreichen. Eine Seite, auf der man kostenlose Bilder und Symbole downloaden kann, ist zum Beispiel thenounproject
  • Darüber hinaus können auch Fotos einer Erzählung zu mehr Lebendigkeit verhelfen. Das traditionelle Bodenbild kann abfotografiert werden, genauso wie Szenen mit Biegepuppen, Spiel- oder auch Krippenfiguren. Wer früher mit Steckfiguren (aus Papier ausgeschnittenen und auf Karton geklebte Figuren, die in eine Bodenplatte aus Styropor gesteckt werden) gearbeitet hat, kann auch diese für Fotos wiederverwerten. Fügt man später zusätzlich Sprech- oder Gedankenblasen ein, können die Bilder für die Vertiefung des Gehörten verwendet werden.
  • Mit Hilfe von Powerpoint ist es möglich, Bilder mit einer Erzählung zu hinterlegen. Die Folien können einzeln präsentiert oder als Video zusammengefügt werden. Eine Anleitung finden Sie hier.
  • Wer nicht extra selbst ein Video drehen möchte, findet Abhilfe bei YouTube. Unter Umständen ist es aber nicht so leicht, etwas zu finden, dass dem eigenen Geschmack entspricht. Einige Geschichten sind mit dem Kamishibai ansprechend vertont. Es lohnt sich die Verbindung mit diesem Suchbegriff, wie zum Beispiel bei der Geschichte der Geburt Jesu.
  • Auch beispielsweise weihnachtliche Klänge und Musik lassen sich mit digitalen Medien gezielt und einfach in den Unterricht einbeziehen. Mit Apps wie beispielsweise Audacity oder GarageBand, die auf vielen Handys und Tablets vorinstalliert sind, lassen sich Geräusche, Musik und vieles mehr aufnehmen.
  • Einige Hörimpulse sowie weitere Materialien bietet auch die Website kinderfunkkolleg-trialog.

Sehr motivierend für Schülerinnen und Schüler ist es, Geschichten selbst mit digitalen Medien umzusetzen. Gerade bei Geschichten, die viele schon kennen, wie zum Beispiel der Weihnachtsgeschichte, ist es reizvoll, die Kinder als Produzenten tätig werden zu lassen. So setzen sie sich automatisch intensiv mit dem Inhalt der Erzählung auseinander.

  • Mit Fotos können die Kinder eine Geschichte illustrieren und so zum Beispiel einen Comic entwickeln. Sind die Mädchen und Jungen selbst die Darsteller, sollten die Bilder nur für den internen Gebrauch genutzt werden. Für einen Comic können aber genauso Spielfiguren oder Zeichnungen verwendet werden.
  • Mit dem Book-Creator können eigene Bücher zusammengestellt werden. Die Anwendung ist leicht zu bedienen und bietet die Möglichkeit, Texte und Zeichnungen genauso wie Bilder oder Tonaufnahmen einzubeziehen. Somit ist sie vielfältig einsetzbar und eignet sich für viele weitere kreative Produktionen. 
  • Mit den Apps Audacity oder Garageband können auch Schüler/-innen Hörspiele zu Geschichten aufnehmen und mit passenden Geräuschen und Klängen vertonen. 
  • Das Drehen eigener Erzählvideos, beispielsweise vor der Kamera des Tablets, regt die Schülerinnen und Schüler zur tiefen Auseinandersetzung mit einer Geschichte an.  

Bei eher wissensbasierten Themen wie die verschiedenen Weltreligionen bietet das Internet viele, manchmal sogar zu viele Quellen. Die Auswahl qualitativ hochwertiger Seiten ist hier die Herausforderung.

  • Sollen Schüler/-innen zu einem bestimmten Thema recherchieren, empfiehlt sich vor allem in der Grundschule, bestimmte Homepages vorzugeben. Wenn die Schüler mit Tablets arbeiten, sind QR-Codes die einfachste Zugriffsmöglichkeit. Das Programm WorksheetCrafter bietet das Generieren von QR-Codes als Funktion an. Wer dieses Programm nicht installiert hat, kann sich mit einem der vielen QR-Code-Generatoren, die kostenlos im Internet verfügbar sind, abhelfen.
  • Für die Internetrecherche eignen sich zum Beispiel die Websites, rpi-virtuell oder religionsunterricht.
  • Unter learningapps.org finden sich Quizze und vieles mehr, die man in offenen Unterrichtsformen anwenden kann. Man kann hier auch eigene Apps nach dem Vorbild bereits vorhandener erstellen.

Der Großteil der hier beschriebenen Websites und Apps sind übrigens kostenlos. Im Hinblick darauf, dass möglicherweise Schüler/-innen in den bevorstehenden Monaten wieder von zu Hause aus lernen müssen, lohnt sich der Aufwand – der sich bei einigen Methoden in Grenzen hält – dann doppelt. 
 

Daniela Harrer


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