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Unterrichtseinstieg

Wenn‘s gut werden soll — der Einstieg in eine Religionsstunde

Ein guter Unterrichtseinstieg legt den Grundstein für den weiteren Verlauf der Stunde. Er entscheidet, ob die Schüler motiviert bei der Sache sind. Das gilt für alle Fächer — auch für den Religionsunterricht.

Unterrichtseinstieg: Wenn‘s gut werden soll — der Einstieg in eine Religionsstunde Eine gestaltete Mitte ist ein guter Einstieg ins neue Thema © Ruth Hildebrand-Mallitsch

Aller Anfang will wohl überlegt sein, besonders wenn es um Unterrichtseinstiege geht: „Der Einstieg soll den Schülern einen Orientierungsrahmen für die vom Lehrer ins Auge gefasste Themenstellung vermitteln. (...) Es gibt schüleraktive und lehreraktive Einstiegsformen. (...) Welcher Einstieg gewählt wird, hängt von der didaktischen Fantasie, von der Aufgabenstellung und Fachkompetenz des Lehrers, aber auch von der Planungskompetenz und den Vorschlägen der Schülerinnen und Schüler ab (Jank, Meyer:  Didaktische Modelle. Frankfurt am Main 1991, S.330). Mit der Gestaltung dieser Phase sind alle Lehr- und Lernaktivitäten gemeint, die dazu beitragen, dass 1. die Schüler eine neugierige, aufmerksame Erwartungshaltung aufbauen und sich dem Lerninhalt motiviert zuwenden, 2. dass die Schüler die Gelegenheit erhalten, ihre Vorkenntnisse/Vorerfahrungen zum Lerninhalt zu mobilisieren und zu verknüpfen, 3. dass die Schüler einen Überblick über die möglichst selbstständige Erarbeitung des Lerninhaltes erhalten.

Interesse wecken, motivieren, Kontext und Lebensbedeutsamkeit herstellen

Diese erste Phase der Unterrichtsstunde kann entscheidend für das Gelingen der Stunde sein, denn nur ein Schüler, der motiviert und neugierig ist, der weiß, worum es gehen soll in dieser Stunde, der das Thema für sich als lebensbedeutsam einstuft und Fragen an den Inhalt hat, wird bereit sein, intensiv an der gestellten Lernaufgabe zu arbeiten. In dieser Phase sollten Sie …

  • das Interesse der Schüler wecken. Sie sollten Schüler motivieren, sensibilisieren, neugierig machen, mit in das Thema hineinnehmen, sie dafür begeistern, eine theologische Fragehaltung hervorrufen, eine gewisse Spannung aufbauen, Ihre eigene Freude am Unterrichten deutlich machen. Denn nur Lehrer, die selbst Freude an ihrer Tätigkeit haben, können auch ihre Schüler begeistern.
  • den Kontext herstellen lassen und zwar von der Lerngruppe: Was haben wir in der letzten Stunde erarbeitet? Welches Vorwissen haben die Schüler bereits? Also Altes und Neues vernetzen. Zum Beispiel durch eine Wandzeitung, an der alles bisher Erarbeitete festgehalten wird.
  • das Thema mithilfe eines Einstiegmediums gemeinsam mit den Schülern entwickeln und anschreiben (Tafel, Folie, Plakat …) Zum Beispiel hält der Lehrer das Neue Testament (NT) in der Hand und zeigt es der Lerngruppe, die dann das Thema der Stunde als Frage formulieren kann: Wie wird Gott im NT dargestellt? Damit ist auch gleich das Ziel der Stunde transparent: Die Schüler können die Themenfrage erarbeiten und am Ende der Stunde beantworten.
  • die Lebensbedeutsamkeit des Themas für die Schüler klären: Den Schülern sollte in einem Unterrichtsgespräch deutlich werden, warum die Gottesbilder im NT für sie von Bedeutung sein können. Die Bibel ist die Grundlage unseres christlichen Glaubens und so müssen Schüler erst einmal wissen, wie Gott in diesem bedeutsamen Buch dargestellt und erklärt wird. Gott ist und bleibt ein Geheimnis für uns Menschen, aber im NT zeigt Gott sich in seinem Sohn Jesus, einem Menschen, sodass wir ihn besser verstehen können, zum Beispiel Gott als den liebenden Vater. Nur durch eine Verknüpfung von biblischen und eigenen Vorstellungen von Gott können Schüler ein individuelles Gottesbild entwickeln.
  • Den Verlauf der Stunde visualisieren: Nun sollte der weitere Verlauf der Lerneinheit für die Schüler transparent gemacht werden; also die Frage nach dem WIE muss geklärt werden, damit sie zielgerichtet arbeiten können. Dazu sollten Sie den Stundenverlauf visualisieren, z. B. auf einem Plakat oder durch Piktogramme, an der Tafel, auf Folie oder am Whiteboard. Eine Uhr kann zusätzlich über zeitliche Spielräume informieren. So erhalten Schüler einen konkreten Orientierungsrahmen für die Unterrichtsstunde.

So kann ein Stundeneinstieg gelingen, der die Schüler zum Nachdenken, zu eigenen Aktivitäten bewegen kann. Er bringt eine Fragehaltung hervor, sodass die Schüler im weiteren Verlauf zielgerichtet und motiviert an der Lernaufgabe arbeiten und es zu dem vom Lehrer geplanten Erkenntniszugewinn kommt.

Ruth Hildebrand-Mallitsch

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