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Prävention

Wenn der Rücken protestiert

Lehrer haben so ihr Päckchen im Schulalltag zu tragen — und das verursacht bei vielen Rückenschmerzen. Wer ein paar wenige Verhaltensregeln beachtet, körperlich aktiv ist und für Entspannung sorgt, kann Rückenprobleme lindern oder sogar vermeiden.

Prävention: Wenn der Rücken protestiert Wenn der Rücken schmerzt, kann das Unterrichten zur Qual werden © photo 5000 - Fotolia.com

Ob vor der Tafel oder am Schreibtisch: Es sticht und schmerzt im Kreuz. Hexenschuss, Ischias oder Bandscheibenbeschwerden machen das Unterrichten zur Qual oder schier unmöglich. Doch wer denkt, dies sei eine Frage des Alters, liegt falsch: Insgesamt treten 75 Prozent aller Rückenprobleme zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr auf (Deutsche Rückenstudie, Froböse 2008). Daraus lässt sich leicht schlussfolgern, dass die Berufstätigkeit einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Rückengesundheit hat. Betroffen sind nicht nur Berufsgruppen mit hoher körperlicher Belastung, Bewegungsmangel, Stress und psychische Belastungen sind ebenso ursächlich für das „Kreuz mit dem Kreuz“. Rückenleiden sind nicht nur sehr schmerzhaft für die Betroffenen, sondern verursachen auch Millionen Krankheitstage. Enorme Kosten für das Gesundheitssystem in Deutschland sind die Folge (Gesundheitsreport 2014, TK).

Doch was hilft wirklich gegen den leidigen Quälgeist im Kreuz? Es gibt zahlreiche Konzepte und Ansätze: konservative Behandlungsmethoden, alternative Heilmittel, bewegungstherapeutische Ratgeber — von A bis Z ist alles dabei. Da verliert man schon mal den Überblick.

Weitere Links zum Thema:

Informationen zu einem gesunden Arbeitsplatz finden Sie hier.

Video zu einfachen Übungen.

Hier finden Sie Rückenschulen.

Den Ursachen systematisch auf den Grund gehen

Sicherlich gibt es keine Allheilmethode, die „Eier legende Wollmilchsau“ mit Garantie auf Wirksamkeit existiert nicht, egal wie sehr Experten (oder solche, die es vorgeben zu sein) ihr Rezept anpreisen. Zunächst geht es darum, die Ursache der Rückenbeschwerden zu erkennen. Im akuten Fall oder bei ständig wiederkehrenden Beschwerden sollte ein Arzt bzw. Orthopäde aufgesucht werden. Die meisten Befunde sind jedoch vergleichsweise harmlos. Chirurgische Eingriffe sind nur in den seltensten Fällen wirklich nötig (Tumore, Brüche, Nervenschäden etc.). Auch ein Bandscheibenvorfall muss nicht zwangsläufig die Ursache der Beschwerden sein.

Die Mehrzahl der Betroffenen leidet an unspezifischen, funktionellen Rückenschmerzen. Diese gehen von Fehlbelastungen des Haltungs- und Bewegungsapparats des Rückens aus, sprich: von der Muskulatur, Sehnen und Bändern. Bewegungsmangel im Alltag ist eine weitere wichtige Ursache.  Das bedeutet für alle Rückenschmerzgeplagten, die  Gewohnheiten im Alltag zu überprüfen: Wie und worauf schlafen ich? Wie (oft) bewege ich mich und meine Wirbelsäule? Wie reagiert der Rücken  auf körperliche und psychische Belastung?  Wann genau treten die Rückenschmerzen auf? Etc.

Bewegung gegen Schmerzen

Bei nicht-spezifischen Rückenschmerzen ist es wichtig, so zügig wie möglich die normale körperliche Aktivität wieder zu erreichen, rät die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. Hierzu können kurzfristig auch Schmerzmittel sinnvoll sein, denn Schonhaltungen und Vermeidungsstrategien verschlimmern auf Dauer nur die Beschwerden. Richten Sie Ihren Alltag bewusst rückenfreundlicher ein. Damit ist nicht gemeint, dass Sie Belastungen aus dem Weg gehen und sich ausruhen, bringen Sie körperliche Dynamik ins Leben.

Nicht nur Ihre Muskeln, auch Ihre Bandscheiben benötigen Bewegung, um intakt zu bleiben. Auch ohne Fitnesscoach und mit nur geringem Zeitaufwand können Sie kleine Übungen und Verhaltensweisen in Ihren (Schul-)Alltag integrieren:

  • Stress führt häufig zu Verspannungen im Nacken- und Rückenbereich. Entspannungsübungen schaffen Abhilfe.
  • Einfache und sanfte Bewegungsübungen für Ihren Rücken lassen sich sogar vor oder mit der Klasse durchführen.
  • Vermeiden Sie so oft wie möglich längeres Sitzen oder unterbrechen Sie es, indem Sie die Sitzposition wechseln.
  • Richten Sie Ihren Arbeitsplatz auch zu Hause ergonomisch ein. Nutzen Sie Pausen, um zum Beispiel einmal um die Schule zu gehen; das sorgt auch für einen klaren Kopf.
  • Benutzen Sie mal wieder das Fahrrad anstatt Auto und Bus.
  • Planen Sie regelmäßige Bewegungseinheiten in den Alltag ein, die auch den Kreislauf in Schwung bringen
  • Achten Sie auf sich selbst. Sorgen Sie für ausreichend Pausen und stärken Sie auch im Privatleben Ihre psychischen und physischen Ressourcen mit Aktivitäten, die Ihnen Freude bereiten.
  • Viele Krankenversicherungen bezuschussen oder übernehmen vollständig die Teilnahme an Rückenschulen und -kursen, fragen Sie Ihren Ansprechpartner vor Ort.

Bewegung statt Stillstand ist die Devise für die Minderung von Rückenschmerzen und das beste Mittel, ihnen vorzubeugen.

Maike Zahlten


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