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Medienkompetenz

Fake News auf der Spur mit den Lie Detectors

Im Internet werden zunehmend Falschinformationen verbreitet. Deswegen gibt es die gemeinnützige Organisation „Lie Detectors“. Gemeinsam mit Medienexperten lernen Schüler, Infos im Netz zu hinterfragen und besser einzuschätzen.

Medienkompetenz: Fake News auf der Spur mit den Lie Detectors Was ist Fake, was sind Fakten? Das ist für Schüler gar nicht so leicht herauzufinden © sdecoret - stock.adobe.com

Gerade über Instagram-, Snapchat-, YouTube und WhatsApp kursieren viele Fehlinformationen, die Jugendliche oft nicht als solche erkennen. Besonders im Alter von 10 bis 15 Jahren befinden sich Schüler in einer Lebensphase, in der sie eine unabhängige Sicht auf die Welt entwickeln. Umso wichtiger ist es, dass sie dabei nicht falschen Informationen auf den Leim gehen. Die gemeinnützige Organisation „Lie Detectors“ will Jugendliche genau in dieser Lebensphase unterstützen und ihr Medienwissen gezielt fördern, sodass sie das Phänomen Fake News verstehen. In ganz Europa setzt die Organisation Journalisten an Schulen ein, um Schülern die dafür notwendigen Kompetenzen zu vermitteln. Das Konzept wurde von Journalisten, Pädagogen und Psychologen ausgearbeitet und ist ein kostenloses Angebot.

In 90-minütigen Seminaren erhalten die Schüler einen Einblick in die Medien und lernen, Fake News zu entlarven. Auf Wunsch wird auch Nachfolgematerial angeboten, um das Thema im weiteren Unterricht zu vertiefen. Die Inhalte sind auf das jeweilige Alter zugeschnitten und ermutigen die Kinder und Jugendlichen zu erkunden, wie und warum das „Fake News“-Phänomen funktioniert. Dabei erwerben sie umfangreiche Medienkompetenzen.

Arten von Falschmeldungen erkennen

Die Schüler haben in der Regel bereits Erfahrungen mit falschen Informationen auf WhatsApp, Instagram und Co. gemacht. Falschmeldungen können harmlose Scherzmeldungen sein oder aber bedrohliche Kettenbriefe, Horrormeldungen, hetzerische Artikel und gefakte Fotos und Videos. Die Schüler erhalten im Seminar einen Überblick über alle Arten von Falschmeldungen und werden dafür sensibilisiert, denn nur, weil z. B. etwas auf einem Foto zu sehen ist, muss es noch lange nicht stimmen.

Gemeinsam mit den Seminarleitern besprechen sie Beispiele für Fake News und lernen, wie sie online recherchieren und die Quellen überprüfen können. Mit einer einfachen Recherche lassen sich Falschmeldungen in der Regel schnell entlarven, aber auch spezielle Seiten im Netz helfen dabei.

Weiterführende Informationen:

Wie ein Unterrichtsbesuch der „Lie Detectors“ in der Praxis aussieht, berichtet der Deutschlandfunk.

Besseres Medienverständnis entwickeln

Die „Lie Detectors“ erklären den Schülern auch, wie Journalisten arbeiten. Gut zu wissen: Auch in den Redaktionen arbeiten nur Menschen, denen manchmal unabsichtliche Fehler unterlaufen. Das kann ein Zahlendreher sein oder es steckt ein Fehler in einer Quelle. Es kann aber auch sein, dass Mainstream-Medien ihre Nachrichten an bestimmten Zielgruppen orientieren und dadurch ein unvollständiges Bild der Realität vermitteln. Deswegen ist es wichtig, Informationen stets zu hinterfragen und verschiedene Quellen zu prüfen.

Die Schüler erhalten einen Einblick in die redaktionelle Arbeit, lernen, wie Journalismus funktioniert, und entwickeln dabei ein besseres Verständnis für die Medien. Damit fällt es dann auch leichter, Nachrichten zu verstehen und die Informationen richtig einzuordnen.

Absichten von Fake News hinterfragen

Bestimmte Falschmeldungen, die oft absichtlich in Umlauf gebracht werden, sorgen für Unsicherheit unter den Menschen oder erzeugen eine Stimmung gegen eine bestimmte Sache. Deswegen ist es wichtig, über die Absichten der jeweiligen Verfasser nachzudenken. Im Lie-Detectors-Seminar werden politische Hintergründe des „Fake News“-Phänomens beleuchtet und verschiedene Methoden gezeigt, um Inhalte auf ihre Glaubwürdigkeit zu überprüfen.

Die Seminarleiter ermutigen die Schüler, über den Unterschied zwischen Tatsache, Meinung, Irrtum und Fälschung nachzudenken. Die Schüler werden dafür sensibilisiert, auf einseitige Berichterstattung und Meinungsmache zu achten. Ziel ist es, dass sie eigenständig zuverlässige Informationen recherchieren und dadurch in der Lage sind, eigene Entscheidungen zu treffen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Die Seminare der „Lie Detectos“ vermitteln den Schülern das notwendige Wissen, sodass sie nicht alle Informationen glauben, die im Netz oder in den Sozialen Medien kursieren. Indem sie lernen, Medien zu hinterfragen und Falschinformationen zu entlarven, stärken die Schüler ihre Medienkompetenz und können in Zukunft gut informierte Entscheidungen treffen.

Ananda Bräunig

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