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Medienkompetenz

Insta Posts: das Thema „Influencing“ im Unterricht

Sie sind jung, abenteuerlustig und haben Millionen Follower. Social Media Stars beeinflussen Leben und Alltag der Jugendlichen. Mit gezielten Übungen lernen Schüler/-innen, was es mit dem Thema „Influencing“ auf sich hat.

Medienkompetenz: Insta Posts: das Thema „Influencing“ im Unterricht Das Thema Influencer mit Schüler/-innen besprechen © PhotoPlus+ - stock.adobe.com

YouTube, Instagram, Snapchat oder TikTok sind bei Schüler/-innen hoch im Kurs. Jeder zweite Jugendliche zwischen 14 und 29 Jahren folgt laut einer Bitkom-Studie einem Social Media Star. Und die kommunizieren mit ihren Followern auf Augenhöhe, denn mittlerweile gibt es zahlreiche junge „Influencer“, die mit ihrem Social Media Kanal die große Masse erreichen. Viele Jugendliche haben das Gefühl, ihre Medienstars sind wie Freunde und führen ein beneidenswertes Leben. Dabei ist das Wirken von Influencern mit viel Arbeit verbunden und sie müssen bedacht vorgehen, um ihre Privatsphäre und Daten zu schützen.  

Die Bildungsinitiative Media Smart hat unter Mitwirkung der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) Handlungsempfehlungen veröffentlicht. Hier wird erklärt, was Eltern beachten sollten, wenn ihre Kinder Social-Media-Kanäle nutzen und vielleicht sogar davon träumen, selbst einmal Influencer/-in zu werden. Auch für Lehrer/-innen eignet sich die Seite, um sich über die wichtigen Aspekte zu informieren und ihre Schüler/-innen für das Thema zu sensibilisieren.  

Am besten gelingt es, wenn die Schüler/-innen gemeinsam einer konkreten Fragestellung nachgehen, wie z.B. ‚Welcher Instagram-Post bekommt eine Million Likes?‘. In wenigen Schritten wird den Schüler/-innen klar, was hinter den Kulissen der Social-Media-Stars passiert. Sie erarbeiten Ideen für einen eigenen Kanal und lernen, wie sie ihre Daten und Privatsphäre schützen können.  

1. Influencer-Kanäle genau unter die Lupe nehmen

Zunächst geht es darum, den „Beruf“ des Influencers zu verstehen. Was muss ein Social-Media-Star tun, um viele Klicks zu bekommen und damit sein Geld zu verdienen? Wie können Influencer/-innen ihre Privatsphäre schützen? Als guter Einstieg ins Thema eignet sich das Online-Quiz des Bayrischen Rundfunks (BR) zum Thema „Influencing“. Dabei werden die Schüler/-innen auf unterhaltsame Weise zum Nachdenken angeregt und die Lehrkraft sieht, wie weit das Social-Media-Verständnis der Schüler/-innen geht und wo es noch Aufklärungsbedarf gibt.  

Dann überlegen die Schüler/-innen selbst, 

  • welche Social-Media-Stars sie kennen und erstellen in Gruppenarbeit ein Infoplakat mit fünf beliebten Social-Media-Stars und ihren Follower-Zahlen.  
  • Zudem erarbeiten sie Steckbriefe für die jeweiligen Stars mit Infos über ihre Social-Media-Kanäle, wie häufig Inhalte pro Woche gepostet werden und wie viele Inhalte davon Werbung oder Produkte beinhalten.  

Dabei analysieren die Schüler/-innen ihre Lieblingsstars von einer anderen Perspektive aus und sind nachher besser dazu in der Lage, sie kritisch zu hinterfragen.  

2. Instagram-Posts gemeinsam entwerfen

Hinter jungen Social-Media-Stars stehen meist PR- oder Influencer-Marketing-Agenturen, die sie bei den Social-Media-Kanälen professionell unterstützen. Wer Millionen Follower hat, trägt eben auch eine hohe Verantwortung und muss genau überlegen, welche Inhalte er mit der breiten Masse teilt.  

Diese Problematik verstehen die Schüler/-innen am besten, wenn sie selbst einen Instagram-Post entwerfen, der aus ihrer Sicht geeignet ist, um eine Million Likes zu bekommen. Dabei ist wiederum Teamarbeit gefragt: 

  • Wer in der Gruppe ist bereit, sich als Influencer/-in fotografieren oder filmen zu lassen?  
  • Um welches Thema soll es gehen?  
  • Welche Inhalte würden eine Million Menschen sofort mögen?  
  • Wieviel möchten Influencer/-innen überhaupt von sich preisgeben?  

Die Schüler/-innen recherchieren dazu Tipps und Infos im Netz. Mittlerweile gibt es etliche Anleitungen, wie man einen erfolgreichen Instagram-Post gestalten kann, z.B. mit den Tipps der kostenlosen Kreativplattform Canva.  

Jede Gruppe präsentiert ihren Instagram-Post auf analoge Weise, indem z.B. Plakate gestaltet werden oder das ‚Geschäftskonzept‘ vorgetragen wird. Wichtig dabei ist, dass die Gruppe sich gut überlegt hat, warum der von ihnen entwickelte Instagram-Post Millionen Follower ansprechen soll. Dabei reflektieren die Schüler/-innen die Absichten und Strategien der Influencer/-innen. Die Klasse kann dann abstimmen, welcher Instagram-Post am meisten überzeugt hat.

 

Schon gewusst?

Inhalte von Influencern sind oft mit Werbeinhalten verknüpft, wie eine Studie des Branchenverbandes Bitkom zeigt. Demnach folgt jeder zweite junge Social Media Nutzer zwischen 14 und 29 Jahren einem Social Media Star, 71 Prozent haben Werbung von Influencern gesehen, 9 Prozent haben schon einmal ein Produkt auf Empfehlung eines Influencers gekauft.


3. Werbung erkennen, Datenschutz und Privatsphäre schützen

Vielleicht hat bereits die ein oder andere Gruppe einen Post entworfen, der Werbung enthält oder Daten preisgibt, die die Öffentlichkeit nichts angehen. Oder es kam während der Gruppenarbeit die Diskussion auf, wieviel die Schüler/-innen überhaupt von sich als Person preisgeben möchten. Die Klasse bespricht gemeinsam, welche Probleme bei der Erarbeitung der Posts entstanden sind. Die Lehrkraft kann die Diskussion auch zu weiteren Themen wie Persönlichkeitsrechte, Kinderrechte oder Jugendmedienschutz lenken. Wie die Rechtslage genau aussieht, erklärt die Seite von media smart.  

Um einen Einblick in den Berufsalltag der Influencer/-innen zu bekommen, sieht sich die Klasse das Video des BR „Warum sind Influencer so beliebt?“ an. Das kurzweilige Video gibt einen guten Überblick über die Influencer-Szene und blickt auch hinter die Kulissen. Es wird u.a. erklärt, wie Influencer/-innen Geld mit ihren Kanälen verdienen können und wie es zu Sponsoring oder Produktplatzierungen kommt. Einige Schüler/-innen haben sicher bereits Werbung von ihren Social-Media-Stars bemerkt, manche sind sich vielleicht bisher nicht dessen bewusst gewesen. Die Schüler/-innen sollten sich darüber klar werden und wissen, dass es Regeln gibt, wenn Influencer/-innen Werbung machen, z.B. wie diese kenntlich gemacht wird.     

Abschließend bespricht die Klasse den ‚Beruf‘ von Influencer/-innen, die sich selbst oft Content Creator nennen. Welche Aspekte wichtig sind, was für Probleme auftauchen können und wie Daten und Privatsphäre geschützt werden müssen. Die Schüler/-innen haben gelernt, was der Unterschied zwischen einem privaten und öffentlichen Social-Media-Kanal ist, können die Posts ihrer Social-Media-Stars nun besser einschätzen und achten künftig darauf, welche Inhalte sie selbst mit anderen teilen.   

 

Ananda Bräunig


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