Fach/Thema/Bereich wählen
Bewerbungstraining

Kamera läuft! So drehen Sie ein gelungenes Bewerbungsvideo

Was begeistert mich am Einzelhandel? Warum will ich Industriemechaniker werden? Mit einem Bewerbungsvideo lernen Ihre Schüler, sich über ihren Berufswunsch klar zu werden und sich überzeugend anderen zu präsentieren.

Bewerbungstraining: Kamera läuft! So drehen Sie ein gelungenes Bewerbungsvideo Es ist gar nicht so einfach, offen und dem Betrachter zugewandt in die Kamera zu sprechen © Innovated Captures - Fotolia.com

Es ist nicht immer einfach, den Traumberuf zu finden. Ist erst einmal — nach Betriebspraktika und Berufsorientierung — eine Entscheidung getroffen, baut sich meist schon die nächste Hürde für die Jugendlichen auf: Wie bekomme ich einen Ausbildungsplatz in meinem gewünschten Beruf? Wie kann ich mich gegen andere Mitbewerber behaupten und in der Masse hervorstechen?

Drehen Sie ein Bewerbungsvideo mit Ihren Schülern! Einige (zwar noch wenige) Arbeitgeber fordern ohnehin, eine schriftliche Bewerbung zusammen mit einer Videopräsentation einzureichen. Sind ihre Schüler in der Lage, sich vor der Kamera kompetent zu präsentieren, so haben sie höhere Chancen auf ihren gewünschten Ausbildungsplatz — und auch später Vorteile in der Arbeitswelt. Denn sie lernen damit auch, den „Ernstfall“ zu trainieren: Wenn sie vor der Kamera stehen und die Aufnahme läuft, müssen sie sich ins Zeug legen — und das sowohl inhaltlich als auch mit ihrer Körpersprache. Ganz unabhängig davon, ob dieses Video später tatsächlich zusätzlich zu den Bewerbungsunterlagen eingereicht wird, kann es gut zeigen, wie der Bewerber auf andere wirkt

Diese Videoaufnahme können Sie gemeinsam mit ihren Schülern analysieren: Verschränkte Arme? Wohin mit den Händen? „Unbeliebte“ Gesten vor lauter Nervosität passieren ganz unbewusst. Beliebte Gesten kann man hingegen trainieren: Gibt es Blickkontakt? Ist die Körperhaltung aufrecht? Macht der Schüler einen natürlichen und sympathischen Gesamteindruck?

Neben dem äußeren Auftreten trainieren ihre Schüler außerdem, sich über die Inhalte ihrer Aussagen Gedanken zu machen. Denn in einem Bewerbungsvideo, das zwei bis drei Minuten dauert, muss ein Bewerber schnell und überzeugend sein Anliegen formulieren, warum er gerade diesen Beruf ergreifen möchte, was ihn dafür begeistert und was er dafür an Fähigkeiten mitbringt.

Ein ansprechendes Filmset wählen

Der erste Schritt zum Video: ein ansprechendes Filmset auswählen. Für Schüler, die eine Ausbildung im Büro anstreben, benötigen Sie einen möglichst neutralen Hintergrund. Langweilig sollte er aber nicht sein: Vermeiden sie weiße Raufasertapeten oder die Kreidetafel. Bauen Sie die Kamera lieber in der Aula auf, oder an einem ähnlichen Ort ihrer Schule mit Wänden in dezenten Farben und gepflegtem Zustand.

Wenn Ihre Schüler einen praktischen Beruf anstreben, sollten sie vor der Kamera gepflegt auftreten, aber sich nicht unbedingt in Anzug und Krawatte präsentieren. Wechseln Sie lieber das Set und filmen den Schüler zum Beispiel beim Projektunterricht: in der Küche, in der Holzwerkstatt, im Nähstübchen oder im Schulgarten. Je nachdem, welcher Beruf angestrebt wird, können die Schüler in der Aufnahme vorführen, welche Fertigkeiten sie bereits mitbringen. Die Schüler sollten dabei möglichst stehen und nicht sitzen, sodass die Gestik des Schülers besser zu sehen ist und natürlicher wirkt.  

Die Möglichkeiten des Mediums nutzen

Auch in einem Bewerbungsvideo sollte man die Möglichkeiten des Mediums nutzen und „bewegte“ Bilder bieten: In einer Szene kann der Schüler zum Beispiel ein paar einleitende Sätze zu sich und seinem Berufswunsch äußern. An zwei weiteren Orten macht er glaubhaft, warum ihm das Berufsfeld liegt, wenn er beispielsweise in der Holzwerkstatt das Projekt erläutert, das er gerade bearbeitet. So versteht das Unternehmen oder die Ausbildungsstätte, was den Bewerber motiviert und gewinnt einen persönlichen Eindruck.

Den Betrachter direkt ansprechen

Wie in einem Bewerbungsschreiben auch, sollten auch in einem Bewerbungsvideo Informationen wie Name, Vorname und Alter anfangs genannt werden. Die Schüler sollten zudem nicht ablesen, sondern natürlich und flüssig reden und stets Blickkontakt zur Kamera halten.

Wie bei jedem Film gilt auch beim Bewerbungsvideo die Devise: Ein Regisseur sollte seine Zuschauer gut kennen. Überlegen Sie gemeinsam mit Ihren Schülern, wie formell oder kreativ das anzusprechende Unternehmen ist und konzipieren dementsprechend das Video.

Weiterführendes Material:

Arbeitsmaterialien für den Unterricht finden Sie hier.

Musterbeispiel für eine Videobewerbung.

Um zu überprüfen, welcher Videostil geeignet ist, können Sie einen Blick auf die Imagefilme werfen, die das Unternehmen vielleicht von sich ins Netz gestellt hat. So lernen die Schüler die Ansprüche des Unternehmens kennen und lassen sich womöglich auch davon inspirieren, wenn sie ihren Bewerbungsfilm drehen.

Kameraführung beachten

Nicht nur der Inhalt, sondern auch der „Look“ muss stimmen. Wenn Sie mit einem Tablet oder einer Digitalkamera filmen, sollten Sie keinesfalls aus der Hand filmen. Fixieren Sie das Endgerät lieber auf einem Ständer oder Stativ, sodass die Aufnahmen nicht verwackeln. Die Schüler sollten stets auf Augenhöhe filmen, denn so sollen sie ja auch ihrem künftigen Arbeitgeber begegnen.

Die Kamera sollte so weit von den Schülern entfernt sein, dass man sie vom Oberkörper aufwärts erkennt — ein ähnlicher Bildausschnitt wie bei einem TV-Moderator. Das Licht spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle für eine ansprechende Aufnahme. Drehen Sie bei Tageslicht und in hellen Räumlichkeiten. Für den Moment der Aufnahme sollte im Raum Ruhe herrschen. Die Schüler sollten in Gruppen arbeiten und sich gegenseitig filmen. Wenn sie eigenständig ein Videokonzept entwickeln und umsetzen, lernen sie nicht nur, sich vor anderen zu präsentieren, sondern erwerben auch Medienkompetenz.   

Videoschnitt mit Lerneffekt

Mit kostenloser Software, wie zum Beispiel dem Windows Movie Maker, können Ihre Schüler die gefilmten Szenen schneiden. Auch die Schnittarbeit bringt einen Lerneffekt mit sich: Die Schüler werden selbst merken, welche ihrer Statements repräsentabel und welche überflüssig sind. Bin ich in meiner Kurzpräsentation auf den Punkt gekommen? Habe ich alles Wichtige erläutert? Sollte ich die ein oder andere Szene erneut drehen und mich und meine Fähigkeiten anders in Szene setzen? Die Schüler werden sich im Schnitt, wenn sie die Aufnahmen im Detail prüfen, über sich selbst und ihre Wirkung auf andere bewusst.

Der Lernprozess einer Videobewerbung besteht darin, dass die Schüler sich in verschiedene Rollen hineinversetzen: in die Rolle des Bewerbers im „Ernstfall“, in die Rolle des Beobachters, der ihr Auftreten prüft und beurteilt und in die Rolle des Medienmachers. Das hat den Lerneffekt, dass die Schüler sich über sich selbst und andere bewusster werden — und dabei ihre Medienkompetenz verbessern.

Ananda Bräunig

Dazu passender Ratgeber
Dazu passende Arbeitshilfe

Mehr zu Ratgeber Neue Medien im Unterricht
Cookies nicht aktiviert

Ihr Browser akzeptiert derzeit keine Cookies.

Wenn Sie das Lehrerbüro in vollem Umfang nutzen möchten, dann muss in Ihrem Browser die Nutzung von Cookies erlaubt sein.

Was Cookies genau sind und wie Sie die Browser-Einstellungen ändern können, erfahren Sie auf dieser Seite: Cookies nicht aktiviert

×