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Medienkompetenz

Mit dem Sandmann ins digitale Zeitalter

Die neuen Medien beeinflussen das Leben der Kinder — und auch ihre Zukunft. Deshalb sollen Schüler schon früh den richtigen Umgang mit digitalen Medien erlernen. Das Beispiel „Unser Sandmännchen“ zeigt, wie einfach das gehen kann.

Medienkompetenz: Mit dem Sandmann ins digitale Zeitalter Der Sandmann ist immer dabei — ob auf dem Tablet, Smartphone oder PC © Syda Productions - Fotolia.com

Immer mehr Schulen setzen PCs, Tablets und Smartphones im Unterricht ein. Denn auch nach der Schulzeit, in Ausbildung und Beruf, sind digitale Medien ein wichtiger Bestandteil. Umso wichtiger ist es, dass Schüler den richtigen Umgang mit digitalen Medien erlernen. Die Kultusministerkonferenz hat daher eine neue Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ ausgearbeitet, die sechs Kompetenzbereiche vorsieht. 

In Zukunft sollen Schüler bis zum Ende ihrer Schullaufbahn folgende digitalen Kompetenzbereiche erworben haben: 1. Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren, 2. Kommunizieren und Kooperieren, 3. Produzieren und Präsentieren, 4. Schützen und sicher Agieren, 5. Problemlösen und Handeln, 6. Analysieren und Reflektieren.

Die Mehrheit der Eltern wünscht sich, dass Schulen so früh wie möglich damit anfangen, digitale Kompetenzen zu fördern, wie eine aktuelle Studie des Branchenverbandes Bitkom ergeben hat. 76 Prozent der Eltern fordern mehr Geld für digitales Lernen. Die Idee, dass Informatik ab der 5. Klasse gelehrt wird, befürworten 64 Prozent der Befragten. Einige sehen grundsätzlich Vorteile von digitalen Medien im Unterricht: 66 Prozent der Eltern sagen, ihr Kind sei durch den Computer und Interneteinsatz in der Schule motivierter. 49 Prozent finden, Computer und Internet fördern die Zusammenarbeit zwischen ihrem Kind und seinen Mitschülern.  

Auch Grundschulen stehen mit der Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ vor einer großen Herausforderung. Wie können Kinder an den richtigen Umgang mit Neuen Medien herangeführt werden? Das ist gar nicht so schwer: Gemeinsam mit dem Sandmann können die Schüler ins digitale Zeitalter aufbrechen, denn der kleine Mann mit dem weißen Bart eignet sich nicht nur zum Träumen. Die Schüler können sich mit ihm auf eine Reise durch die digitale Welt begeben und dabei eine Menge lernen. Los geht’s damit: Wie sammle ich Informationen im Netz?

Das Sandmännchen suchen

Um das zu üben, sollen die Schüler Informationen über das Sandmännchen herausfinden. Als Einstieg sieht sich die Klasse eine Folge von „Unser Sandmännchen“ an. Dann werden Fragen dazu gesammelt: Was macht das Sandmännchen? Gibt es das Sandmännchen wirklich? Wer könnte sich das Sandmännchen ausgedacht haben? Wie können wir das herausfinden? etc. 

In verschiedenen Teams gehen die Schüler auf Recherche-Tour im Internet. Wichtig bei Grundschülern ist dabei, dass sie nur gesicherte Seiten aufsuchen dürfen. Diese sollten ggf. vom Lehrer vorgegeben werden. Es darf mit allen verfügbaren Geräten gearbeitet werden: PC, Tablet oder Smartphone. Um ein Gespür dafür zu entwickeln, wie man hilfreiche Informationen finden kann, können sich die Schüler erst auf der Seite internet-abc.de schlau machen. Beim Lernmodul „Suchen & Finden“ wird anschaulich und kindgerecht erklärt, welche Suchmaschinen, Lexika und Wikis es für Kinder und Erwachsene gibt und wie man „gute“ Suchergebnisse von „schlechten“ unterscheidet. 

Für die Recherche am PC eignet sich z.B. das „Klexikon“, ein Online-Lexikon für Kinder, das ähnlich wie Wikipedia strukturiert ist. Alternativ können die Teams am PC auf der Website www.sandmann.de nach Informationen suchen. Die Teams, die ein Tablet oder Smartphone für die Recherche nutzen, gehen hingegen mithilfe der kostenlosen „Unser Sandmännchen“-App auf die Suche, wo Videos und Bilder, das Sandmannlied in vielen Sprachen dieser Welt sowie ein Spiel zu finden sind. 

Schließlich notieren die Teams in einem digitalen Dokument oder, wenn sie mit Tablets und Smartphones gearbeitet haben, per Notiz-App, was sie jeweils über das Sandmännchen herausgefunden haben und speichern diese Notizen, sodass sie diese in den nächsten Unterrichtsstunden wiederfinden und weiter(ver)arbeiten können.

Infos zum Sandmann austauschen

Weiter geht’s damit, die Infos zu teilen und zu versenden. Die Schüler lernen, was ein Chat ist und wie man sich in einer Gruppendiskussion richtig verhält. Dafür trägt jedes Schüler-Team die gesammelten Informationen in einer Messenger-Gruppe (z. B. eine schulinterne Chatgruppe, WhatsApp oder sicherere Anbieter wie Chatsecure oder Wire) zusammen. Dabei muss jeder beachten, dass nicht alle gleichzeitig im Chat „durcheinanderreden“, sonst verliert man den Überblick. Aber die Schüler müssen auch erst konzentriert durchlesen, welche Infos ihre Mitschüler bereits im Chat genannt haben, damit sich die Infos am Ende nicht unnötig doppeln. 

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Weiterführende Informationen: 

Mit der Strategie „Bildung in der digitalen Welt“, die im Dezember 2016 verabschiedet wurde, verpflichten sich die Länder dazu, dafür Sorge zu tragen, dass alle Schüler, die zum Schuljahr 2018/2019 in die Grundschule eingeschult werden oder in die Sek I eintreten, bis zum Ende der Pflichtschulzeit die in diesem Rahmen formulierten Kompetenzen erwerben können.

Der Branchenverband Bitkom hat bundesweit 1.011 Eltern schulpflichtiger Kinder zur Nutzung digitaler Medien im Unterricht befragt. Die Mehrheit der Eltern wünscht sich mehr Unterricht zu Themen der digitalen Welt. Infos dazu hier.

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Mit einer Mindmap können die Schüler die gesammelten Infos an der Tafel skizzieren: „Das sagt das Netz über das Sandmännchen.“ Die Mindmap kann beispielsweise nach Internetquellen im Netz gegliedert werden. Mit einer Mindmap sehen die Schüler auf einen Blick, was die Klasse gemeinsam herausgefunden hat und sie können leichter Informationen erkennen, die sich gegenseitig ausschließen und womöglich falsch sind. Diese Infos müssen die Schüler dann aufs Neue im Netz nachschauen.     

Sandmanngeschichten schreiben und veröffentlichen

Sind alle Informationen gesammelt und ausgetauscht, schreiben die Schüler daraus ihre eigenen Sandmanngeschichten und versehen sie mit Bildern, um sie nachher im Internet ihren Mitschülern zur Verfügung zu stellen. In kurzen Aufsätzen erläutern sie, wie sie nach dem Sandmännchen recherchiert haben. Zu den Texten sollen sie Bilder sammeln, wie zum Beispiel Handyfotos von ihrer Recherchearbeit am PC, dem Tablet oder dem Smartphone. Die Aufsätze werden dann so aufbereitet, dass sie unter der Newsrubrik der Schulwebsite, beispielsweise unter dem Titel „Dem Sandmännchen auf der Spur“, veröffentlicht werden können. 

Die Schüler müssen sich vor der Veröffentlichung gezielt Gedanken machen und kritisch hinterfragen, welche Informationen sie öffentlich mitteilen wollen und welche Informationen womöglich zu privat oder gar gesetzlich verboten sind. Letzteres können sie natürlich nur beantworten, wenn das vorher im Unterricht Thema war. Zum Beispiel sollten keine Schüler-Nachnamen in den Aufsätzen genannt werden, um die Privatsphäre der Einzelnen zu schützen. Fotos von Mitschülern dürfen nur mit schriftlicher Genehmigung der Eltern im Netz veröffentlicht werden. Den Schülern soll bewusst werden, dass es rechtliche Vorgaben gibt, wenn sie Inhalte ins Netz stellen wollen. Das gilt auch für Fotos, die im Netz zu finden sind. Sie dürfen nicht einfach nach Belieben verwendet werden. Die Fotos auf der Sandmännchen-Website zum Beispiel sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ungefragt für die Schulwebsite verwendet werden. 

Um diese und andere Internet-Grundlagen mit den Kindern zu üben eignet sich der „Surfschein“ der Initiative Internet-ABC. Um diesen „Führerschein fürs Internet“ zu erlangen, müssen die Kinder ein unterhaltsames Quiz lösen, das wichtige Internet-Grundlagen spielerisch abfragt. Die Materialien dazu können sich Lehrer auf der Website herunterladen.

Über das Sandmännchen diskutieren

Mit dem Sandmann können die Schüler auch lernen, Informationen im Netz kritisch zu hinterfragen. Sind die Infos über das Sandmännchen im Netz alle „richtig“? Wie unterscheidet man „richtige“ von „falschen“ Infos? Wenn die Schüler bei der Recherche die Tipps der Seite internet-abc.de befolgt haben, haben sie nun vielleicht auch schon die ein oder andere Idee, wie man das Internet „schlauer“ nutzt: zum Beispiel mit einer Suchmaschine für Kinder oder indem man eine Info auf mehreren Seiten nachschaut und so mehrfach überprüft. 

Auch über die Mediengeräte lässt sich gut diskutieren. Welche Informationen ließen sich nur mit dem PC, Tablet oder Smartphone herausfinden? Geht es mit dem einen oder anderen Gerät einfacher oder schneller? Die Suche nach Informationen mit einer App kann im Vergleich zum PC-Browser umständlich sein. Am PC muss man hingegen geeignete Seiten und Suchmaschinen kennen, um die vielen Informationen zu filtern. Die Schüler sollen selbst äußern, was ihnen bei der Recherchearbeit alles aufgefallen ist und sich Gedanken über die Machart der Sandmännchen-App und der Website machen. Die App hat vielleicht mehr Spaß gemacht, zum Beispiel wegen des Spiels — aber haben die Teams mit dem Tablet mehr Informationen herausgefunden als die Teams am PC? 

Mit dem Sandmännchen haben die Schüler nicht nur mehr Spaß beim Lernen. Sie werden auch spielerisch an wichtige digitale Kompetenzen herangeführt. Mit dem weisen Männlein lernen sie, Informationen im Netz herauszufinden, sie zu teilen und zu versenden sowie Informationen kritisch zu hinterfragen. Und wenn sie das nächste Mal den Sandmann im Fernsehen oder Internet sehen, wissen sie schon viel mehr über ihn.

Ananda Bräunig

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