Fach/Thema/Bereich wählen
Digitale Tools - Padlet

Padlet – die digitale Pinnwand mit unendlichen Möglichkeiten

Padlet ist in aller Munde. Doch was steckt hinter dem digitalen Tool und wie lässt es sich gewinnbringend im Unterricht einsetzen. Wir geben in diesem Beitrag einen Überblick. 

Digitale Tools - Padlet: Padlet – die digitale Pinnwand mit unendlichen Möglichkeiten Kollaboratives Lernen mit dem Padlet © Tierney - stock.adobe.com

Wie die Überschrift schon andeutet, sind die Nutzungsmöglichkeiten von Padlet sehr vielfältig. Ich gebe Ihnen hier einen Einblick in dieses (aus meiner Sicht) tolle Tool. Darüber hinaus zeige ich Ihnen Gestaltungsmöglichkeiten, die mit dem Padlet möglich sind. Am Ende werden Sie bestimmt Lust haben, es selber mal auszuprobieren.

Padlet – was ist das überhaupt?

Padlet wird gerne als interaktive digitale Pinnwand beschrieben. Das ist insofern passend, da Sie, wie bei einer klassischen Pinnwand, Textkärtchen und Bilder anpinnen können. Mit den digitalen Inhalten wird das Ganze jedoch schnell zu einer umfangreichen Sammlung. Zum einen gibt es verschiedenste Gestaltungsvorlagen, die sich teils deutlich von einer Pinnwand unterscheiden. Zum anderen ist besonders der Punkt „digital“ das, was Padlet so spannend macht.

Sie haben die Möglichkeit kollaborativ mit Schülern und Kollegen daran zu arbeiten, aber auch ohne die Interaktion mit anderen ist dieses Tool sehr vielfältig nutzbar. Alles, was dort eingegeben wird, ist sofort und ohne den Schritt über eine Speicherung sichtbar. Das beginnt beim Texte schreiben. Jeder, der sich beteiligt kann etwas schreiben. Aber Sie können auch Dateien hochladen, Links setzen, Fotos, Videos und Audiodateien einfügen, andere Padlets verknüpfen und noch viel mehr. Dadurch wird eine Padlet zu einer kompletten Sammlung mit allen Inhalten, welche zum gewählten Thema passen. 

Padlet – die Gestaltungsvorlagen

Es gibt acht verschiedene Vorlagen für die Gestaltung zur Auswahl. Diese lassen jedes Mal ein komplett anderes Padlet entstehen. Diese Vorlagen werden im Folgenden beschrieben, sodass Sie sich ein Bild von den Möglichkeiten machen können.

Wand und Storyboard

Diese beiden sind sehr ähnlich und doch gibt es kleine Unterschiede. Bei diesen beiden Formatvorlagen erscheinen einzelne Kacheln. Während im „Storyboard“ der minimale Abstand zur nächsten Zeile der Länge der größten Kachel aus der vorherigen Zeile entspricht, ist die „Wand-Darstellung“ verschachtelter, da die Bausteine unabhängig von ihrer Größe wie Bausteine ineinander gesetzt werden. Bei beiden Vorlagen können Sie einstellen, ob der neueste Post an erster oder an letzter Stelle erscheinen soll. Wenn Sie die Kacheln anklicken, um sie zu verschieben, dann wird bei der „Wand-Struktur“ oben die Nummer der Stelle angezeigt, in welche Sie die Kachel verschieben. Bei der Storyboard-Gitterstruktur erscheint keine Zahl, diese ist aber auch nicht so stark ineinander verschachtelt und dadurch leichter zu verschieben.

Liste und Unterhaltung

Auf den ersten Blick ähneln sich diese beiden ebenfalls. Es gibt aber deutliche Unterschiede. Bei der „Liste“ können Sie einstellen, ob der neueste Post oben oder unten auftauchen soll. Für jeden Post lässt sich eine Kommentarfunktion aktivieren. Die Posts können auch nach dem Erstellen beliebig in der Reihenfolge verändert und verschoben werden. Bei der „Unterhaltung“ hingegen taucht der neuste Post immer unten auf und kann auch nicht kommentiert werden. Die einzelnen Posts lassen sich nichtverschieben. Die „Unterhaltung“ hat den Charakter eines Messenger Chats und kann auch genauso genutzt werden. Ihre eigenen Posts tauchen rechts auf, die Posts der anderen Teilnehmer auf der linken Seite. Die „Unterhaltung“ ist die einzige Formatvorlage, die ausschließlich für kollaboratives Arbeiten sinnvoll genutzt werden kann. Denn einen Chat mit sich selber zu erstellen, den Sie dann nicht mal mehr verändern können, macht wenig Sinn.

Timeline – der Zeitstrahl

Hier werden die einzelnen Posts in einer waagerechten Linie angeordnet. Neue Beiträge setzen Sie einfach rechts, links oder zwischen den einzelnen Punkten.. Dies eignet sich beispielsweise für geschichtliche Daten oder auch andere zeitliche Entwicklungen, wie einen Lebenslauf.

Leinwand

Dies ist die einzige Formatvorlage, bei der die Positionierung der einzelnen Posts keinem festen Raster folgt. Die einzelnen Beiträge können beliebig bewegt, neu angeordnet, miteinander verknüpft, wieder voneinander getrennt sowie in den Vordergrund und Hintergrund gebracht werden Diese Formatvorlage eignet sich daher perfekt, um digitale Mind-Maps zu erstellen.

Karte

Bei der „Karte“ haben Sie die Wahl zwischen elf verschiedenen Designs der Weltkarte. Die Position der Pinnnadeln wählen Sie auf zwei unterschiedliche Arten:

  1. Variante: Suche nach Text – hier können Straßennamen, Länder, Orte und Postleitzahlen eingegeben werden und die Pinnnadel erscheint dann an der richtigen Stelle im Padlet.
  2. Variante: Pinnnadel frei setzen. Das Programm schlägt dann vor, was markiert werden soll. Hierbei tauchen neben Ortsnamen auch Koordinaten auf.

Regal

Bei der Gestaltungsvorlage „Regal“ werden einzelne Spalten mit einer festen Überschrift angelegt und dann mit verschiedenen Unterpunkten versehen. Diese Variante entscheidet sich gegenüber dem Storyboard oder der Wand dadurch, dass es eine klare Zuordnung der Posts zur passenden Spalte ermöglicht. Die komplette Spalte kann verschoben werden, die einzelnen Posts können aber auch verschoben oder in eine andere Spalte kopiert werden. Wie schon erwähnt sind die Einsatzmöglichkeiten so vielfältig, wie Ihre Kreativität es zulässt. Hier möchte ich drei Beispiele für die Nutzung der Gestaltungsvorlage „Regal“ umreißen.

Regal Padlet – kollaborativ arbeiten

Diese Vorgehensweise ist konkret für eine Unterrichtsstunde oder ein Thema, an dem Sie mit anderen Personen interaktiv arbeiten wollen. Die einzelnen Spalten werden mit Überschriften/ Fragen/ Aufgaben versehen und die mitwirkenden Personen können sich unter den jeweiligen Spalten mit ihren eigenen Lösungen, Materialien und Gedanken beteiligen. Alle sehen die Antworten der anderen Beitragenden. Dies kann dazu führen, dass man das Thema mehr vertieft und intensiver bearbeitet, als wenn nur eine Person sich mit einem Thema beschäftigt. Ob Sie nun mit Schülern und Schülerinnen an einem Thema arbeiten, gemeinsam mit Kollegen zukünftige Bestellwünsche für den Fachetat sammeln oder Ideen für eine Projektwoche planen – in vielen Fällen ist kollaboratives Arbeiten von Vorteil.

Wenn Sie alleine für ein Unterrichtsfach ein Padlet verwenden wollen, dann können Sie für jede einzelne Stunde eine Spalte anlegen und dort die jeweiligen Aufgaben der Stunde pinnen. Wenn so jede Unterrichtsstunde einer Spalte entspricht, bietet das den Schüler und Schülerinnen eine gute Orientierung, um verpasste Stunden nachzuholen. Diese Variante eignet sich gerade im Unterricht mit Wechselmodell für ältere Schulklassen. Beide Gruppen arbeiten am gleichen Thema und in der nächsten Stunde sind die Aufgaben der vorherigen Stunden für eine Nachbesprechung präsent. Wenn Sie alle Inhalte eines Faches bis zur nächsten Leistungsüberprüfung dort stehen lassen, bietet diese Variante eine gute Lernhilfe für die Lernenden.

Padlet – als Wochenplan nutzen

Diese Variante bietet sich an, wenn man mehrere Fächer in einer Klasse unterrichtet oder mehrere Kollegen gemeinsam an einem Padlet arbeiten. So könnten Sie entweder die Wochentage als Überschrift der Padletspalte einsetzen und die Fächer jeweils mit einem einzelnen Regalfach versehen. Schön übersichtlich daran ist die Möglichkeit die einzelnen Tabs passend einzufärben.

Oder Sie nehmen Alternativ die Fächer als Überschrift für die Spalten und tragen darunter die entsprechenden Aufgaben ein. Leider können die Spaltenüberschriften nicht eingefärbt werden.

Regal zur eigenen Unterrichtsplanung nutzen

Diese Variante ist sozusagen die Vorstufe aller Padlets. Mit fortlaufender Digitalisierung gehen Sie vielleicht mehr und mehr davon weg, Ihre Unterrichtsmaterialien in Papierform in einem Ordner abzulegen? In digitalen Ordnern können Sie einiges mehr ablegen. Worddateien, PDFs, Audio- und Videodateien. Doch bei Links und digitalen Apps wird es dann schon wieder schwieriger. In einem Padlet können Sie alles ablegen. Unter jedem Thema, bzw. jeder Stunde, können Sie alle Formate ablegen und zudem noch Direktlinks zu Apps, Videokanälen etc. einfügen, eigene Audios einsprechen oder thematisch passende Padlets verlinken. Dadurch haben Sie auf einen Blick alles Passende parat. Wenn Sie im Team arbeiten möchten, oder ihren Kollegen einen Einblick in Ihre Unterrichtsplanung ermöglichen möchten, können Sie dies mit nur einem Link ermöglichen, ohne dass Dateien hin und her geschickt werden müssen. Wenn Sie diese Unterrichtsplanung dann anwenden möchten, dann können Sie die Posts einfach von einem Padlet in ein anderes umkopieren. Welche Vorlage das Padlet hat, in welches Sie hineinkopieren, ist unerheblich, der Austausch ist unter allen Vorlagen möglich.  

Das Format eines Padlets umwandeln

Unter dem Tab „teilen“ exportieren Sie ihr Padlet. So können Sie beispielsweise ein erstelltes Mindmap in eine Bilddatei umwandeln und abspeichern. Noch interessanter ist der Export in ein PDF-File. Der Vorteil daran – die digitalen Funktionen bleiben erhalten. Wenn Sie also ein Padlet erstellen und die Schüler und Schülerinnen damit zu Hause arbeiten sollen, dann können Sie ein eventuelles Verbot des Zugriffs auf die Seite mit privaten Endgeräten umgehen! Das Versenden einer PDF hat zumindest noch niemand verboten. Ein zu PDF umgewandeltes Padlet enthält alle digitalen Inhalte, welche mit einem Klick geöffnet werden können – wahnsinnig praktisch!

Wenn Sie eine erstellte PDF ausdrucken wollen, dann sollte diese natürlich keine digitalen Inhalte mehr enthalten. Der einzige Haken an der Sache – ihre hübsch angeordnete Sortierung wird bei der Unterbringung auf PDF-Seiten möglicherweise völlig durcheinandergewirbelt. Das müssen Sie einfach mal ausprobieren und den Umfang ggf. auf mehrere Padlets und daraus entstehende PDFs verteilen.  

Hinweis

Padlet für die schulische Nutzung:

Wie Sie vielleicht in den Medien mitbekommen haben, wurde in einigen Bundesländern die Nutzung von Padlet verboten. Oft wurde dieses Verbot mit einer zeitlichen Übergangsfrist versehen, in der die Nutzung noch toleriert wird. Hier lohnt es sich aber generell die jeweiligen Vorgaben genau zu lesen. Das Verbot bezieht sich meist auf die Nutzung von Padlet mit BYOD, also mit privaten Endgeräten der Schüler. Die Nutzung auf schulischen Endgeräten über das Schulnetz ist dadurch nicht verboten. Insofern hat Padlet auch in Zukunft eine Daseinsberechtigung im Präsenzunterricht

Möglichkeiten der Besucher

Sie können unter dem Punkt „Teilen“ den Datenschutz ändern. Von öffentlich bis privat ist einiges möglich. Mit der Einstellung „Geheim“ können nur Nutzer, die den genauen Link kennen das Padlet finden. Mit der Einstellung „Passwort“, muss zusätzlich noch ein von Ihnen voreingestelltes Passwort eingegeben werden, um dieses auch öffnen zu können.

Sie können beim Datenschutz auch die Besucherberechtigungen anpassen. Auf diese Einstellungen hier kommt es dann letztendlich an, ob der Besucher nur lesen, darin schreiben oder auch Beiträge aller Teilnehmer bearbeiten und löschen kann. Ob Sie Kommentare zu den einzelnen Unterpunkten oder auch Bewertung mit Herzen, Sternchen, etc. ermöglichen, ist ebenfalls einstellbar.

Bei allen Dingen, die auf dem Padlet gepostet werden, müssen Sie den Datenschutz und auch die Urheberrechte im Blick haben. Eine Schwierigkeit stellt die Funktion „klonen“ dar, bei der das komplette Padlet kopiert werden kann. Gerade bei Urheberrechtsgeschützen Inhalten ist daher besondere Vorsicht geboten..

Kosten und Registrierung

Nach der Registrierung ist die Basisversion kostenlos. Damit haben Sie die Chance drei aktive Padlets zu erstellen. Um weitere Padlets zu erstellen, müssen Sie bestehende Padlets löschen oder archivieren. Die Funktion archivieren hat den Vorteil, dass Sie diese Padlets später neu öffnen können – vorausgesetzt, dass genug Platz für ein aktives Padlet zur Verfügung steht. Mit der kostenlosen Version können Sie wunderbar testen, ob das Tool Ihnen zusagt.

Die Dateigröße für Uploads ist im kostenlosen Padlet auf 10 MB begrenzt, in der Pro Variante können pro Datei 250 MB hochgeladen werden. Eine schöne Option der Pro-Variante ist auch die Möglichkeit Padlets in Ordnern zu organisieren, so also beispielsweise nach Fächern zu sortieren.

Doch - wie sieht es mit den Schülern und Schülerinnen aus? Die gute Nachricht: Andere Nutzer müssen sich nicht registrieren. Weder, um auf dem Padlet zu lesen, noch um aktiv daran zu arbeiten. Die Teilnehmer am Padlet werden dann als „anonym“ angezeigt. Sie als Lehrkraft können also nicht sehen, wer welchen Beitrag postet. Dazu könnten Sie ja aber Vereinbarungen treffen, wie beispielsweise Codenamen, welche die Schüler und Schülerinnen dazuschreiben.

Probieren Sie es doch einfach mal aus!

Wenn Sie bis jetzt noch keinen Zugang zu Padlet haben, dann schauen Sie es sich mit der kostenlosen Variante doch einmal an. Selbst, wenn Sie am Ende für sich entscheiden, dieses Format weder für Ihren Unterricht noch für Ihre Unterrichtsplanung zu benutzen, könnten Sie sich damit privat das Leben erleichtern. Zum Beispiel für die Planung des Buffets für die nächste Grillparty nach der Pandemie. Oder Sie erstellen sich ein Kochbuch, in dem Sie alle Links zu Rezepten einsortieren. Sie sehen … die Möglichkeiten sind nicht nur auf schulische Nutzung begrenzt.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Denise Reinholdt


Mehr zu Ratgeber Neue Medien im Unterricht
Cookies nicht aktiviert

Ihr Browser akzeptiert derzeit keine Cookies.

Wenn Sie das Lehrerbüro in vollem Umfang nutzen möchten, dann muss in Ihrem Browser die Nutzung von Cookies erlaubt sein.

Was Cookies genau sind und wie Sie die Browser-Einstellungen ändern können, erfahren Sie auf dieser Seite: Cookies nicht aktiviert

×