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Geschichts- und Politikunterricht

Zeitgeschehen verstehen: Webvideoreihe zum Arabischen Frühling

Vor rund zehn Jahren begann der arabische Frühling. Was ist in den Jahren passiert und wie sieht es in Nahost heute aus? Eine Webvideoreihe der Bundeszentrale für politische Bildung geht diesen Fragen nach – jugendgerecht und erfahrbar.

Geschichts- und Politikunterricht: Zeitgeschehen verstehen: Webvideoreihe zum Arabischen Frühling Arabischer Frühling: Demonstration in Ägypten © MidoSemsem/Shutterstock.com

In den letzten zehn Jahren hat sich die arabische Welt verändert. Welche Proteste und Umbrüche es in den Ländern gab und was daraus folgte, ist kaum mehr überschaubar. Damit junge Menschen verstehen, was der arabische Frühling bedeutet, hat die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) zunächst einen „Atlas des arabischen Frühlings“ veröffentlicht. Das Buch liefert mit Texten, Karten, Bildstrecken und Infografiken einen Überblick über die jüngste Vergangenheit bis hin zur Gegenwart.

Um die historischen Umbrüche auch für Jugendliche „erfahrbar“ zu machen, wurde die Webvideoreihe ins Leben gerufen. Dafür begibt sich der YouTuber Younes Al-Amayra, Mitglied des Satirekollektivs „Die Datteltäter“, auf die Spurensuche und nimmt die Umbrüche in Tunesien, Libyen, Syrien, Ägypten und den Nachbarländern unter die Lupe. Zusammen mit den Autoren des Magazins „zenith“, ein unabhängiges deutsches Fachmagazin, das sich mit der arabisch-islamischen Welt beschäftigt, spricht Al-Amayra mit Experten und Akteuren, um die Region besser zu verstehen. 

Die Webvideoreihe spricht junge Zuschauer an und kann, in Kombination mit dem Buch „Atlas des arabischen Frühlings“ den Politik- und Geschichtsunterricht bereichern. Es eignet sich auch prima dazu, Arbeitsphasen in Corona-Zeiten zwischen Homeschooling und Anwesenheit in der Schule zu switchen.

Wissen rund um die arabische Welt sammeln

Das Buch vertieft zunächst das Wissen darüber, was „die arabische Welt“, und wer „die Araber“ sind. Dafür wird unter anderem geklärt, was die arabische Welt nicht ist, denn oft werden Stereotype in der Öffentlichkeit diskutiert. Die rund 360 Millionen Einwohner, die heute die arabische Welt bevölkern, schließen auch nichtarabische Ethnien und Gemeinschaften ein, deren Muttersprache Arabisch ist oder auch nicht. 

Die Schüler können sich mit Textauszügen aus dem Atlas befassen und Präsentationen zu verschiedenen Aspekten erarbeiten. Mithilfe der Karten und Infografiken des Atlas‘ sind die verschiedenen Themenbereiche gut verständlich erklärt. Ziel ist es, die arabische Welt aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten – sowohl historisch, politisch als auch ethnisch oder geografisch. Selbst Schüler, deren Wurzeln in der Region liegen, wissen oft nichts Genaueres darüber und identifizieren sich womöglich ebenfalls mit stereotypen Vorstellungen.    

Webvideos zum miterleben

Auch der YouTuber Al-Amayra spricht in den Webvideos über seine persönliche Identifikation mit der arabischen Welt, die er erst seit Beginn des arabischen Frühlings genauer hinterfragt hat. Die einzelnen Webvideo-Folgen eignen sich gut, um das schwere Thema aufzulockern und „erfahrbar“ zu machen. Verschiedene Experten und Akteure kommen in den Videos zu Wort, es geht um Themen wie Revolution und Rückfall, Islam und Islamismus oder Flucht und Jugend. Auch die historischen und politischen Zusammenhänge zwischen Europa und der arabischen Welt werden aufgezeigt.  

Nach jeder Webvideo-Folge sind dann die Schüler gefragt: Was denkt ihr über dieses Thema, welche Aspekte habt ihr noch nicht ganz verstanden, welche Infos sind für euch neu? Je nachdem können einzelne Punkte im Unterricht vertieft werden. Mithilfe des bpb-Dossiers zum Arabischen Frühling können die Schüler einzelne Themen selbst recherchieren oder sich einen Überblick über sämtliche Geschehnisse verschaffen. Besonders eignen sich die Chronologien zu den Geschehnissen in den einzelnen Ländern.  

Vorurteile aus dem Weg räumen

Mit dem erlangten Wissen sind die Schüler in der Lage, aktuelle Nachrichten über die arabische Welt mitzuverfolgen und besser zu verstehen. Im Unterricht lohnt sich zudem ein gemeinsamer Blick auf die Nachrichten, die bei YouTube zu finden sind – hier kursieren viele Fake News, die für Ängste und Missverständnisse sorgen. Der bpb-Atlas und die Webvideo-Reihe sind ein guter Ansatz, um Vorurteile und Gerüchte aus dem Weg zu räumen und Jugendliche vernünftig über das weltpolitische Zeitgeschehen aufzuklären.

Ananda Bräunig

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