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Rechtsextremismus

Gegen Nazis im Netz: Webangebote für Lehrer und Schüler

Rechtsextreme Organisationen nutzen vermehrt das Internet, um Jugendliche als Mitglieder zu werben. Mit welchen Tricks arbeiten sie? Wo finden Aussteiger Hilfe? Was kann ich gegen rechte Websites tun? Wo bekomme ich Unterrichtsmaterialien und Ideen für Schulprojekte? Eine Auswahl nützlicher Adressen.

Rechtsextremismus: Gegen Nazis im Netz: Webangebote für Lehrer und Schüler Für Projektarbeit zum Thema "Schule gegen rechts" bietet das Internet hilfreiche Materialien und Informationen © goodluz - Fotolia.com

Wie präsent ist Rechtsextremismus im Internet? Mit welchen Maßnahmen können User, Provider und Pädagogen gegen rechte Websites vorgehen? Welche rechtlichen Möglichkeiten bietet der Jugendmedien-Staatsvertrag? Diese Fragen beantwortet die Website „Hass im Netz“. Bedenkliche Internetseiten können mit einem Formular gemeldet werden – auch anonym. Für Soziale Netzwerke ohne Nazis setzt sich das Modellprojekt „No Nazi“ ein, das von der Amadeu Antonio Stiftung und dem Bundesministerium für Justiz ins Leben gerufen wurde. Die zentrale Frage lautet: Wie können 13- bis 18-jährige Nutzer Sozialer Netzwerke auf rechtsextreme und menschenfeindliche Inhalte reagieren? Die Internetseite zeigt Jugendlichen kreative, zivilisierte Taktiken auf, mit denen sie sich nicht selbst gefährden. Die Begleitbroschüre zum Projekt analysiert Facebook-Seiten rechter Gruppierungen und deckt Erscheinungsformen, Methoden und typische Nazi-Themen auf: „Zwischen Propaganda und Mimikry. Neonazi-Strategien in Sozialen Netzwerken" (PDF zum Download).

Von Aktionsprogrammen bis Zivilcourage - ein Lexikon zum Thema

„Mit Rat und Tat gegen Rechtsextremismus“ lautet das Motto der Website „Netz gegen Nazis“. Sie informiert über das Gedankengut, die Strategien, Erkennungsmerkmale und Organisationsformen von Nazis. Ein ausführliches und gut gepflegtes Lexikon führt Besucher schnell zu den richtigen Fundstellen. Ein Beispiel: Zum Stichwort „Aussteiger“ erscheinen neben Kontaktadressen zu bundes- oder länderweiten Beratungsangeboten auch Erfahrungsberichte, ein Aufruf der Aussteigerinitiative EXIT sowie ausführliche Informationen über das Online-Beratungsportal für Ausstiegswillige.

Eine Chronik der Gewalt

Wie viele Menschen sind in Deutschland seit 1990 durch rechtsextremistische Gewalt umgekommen? Welche Übergriffe gab es gestern, vorgestern oder vergangene Woche in Deutschland? Das Portal „Mut gegen rechte Gewalt“ des stern-Magazins liefert erschreckende Fakten, die sich als Einstieg in eine Unterrichtsstunde über Fremdenfeindlichkeit bestens eignen.

Broschüren, Themenhefte, Unterrichtsvorschläge

Die Aufklärungsbroschüre „klickt’s? Geh’ Nazis nicht ins Netz“ der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung eignet sich hervorragend für präventiven Unterricht in der Sekundarstufe I. Im „Bravo-Stil“ informiert sie über Cybermobbing oder die nationalsozialistische deutsche Vergangenheit, warnt vor Naziseiten im Internet und zeigt rechtliche Konsequenzen auf.
Das Themenheft „Nur Mut! Zivilcourage lernen“ von der Stiftung Jugend und Bildung ist ebenfalls für Jugendliche der Sekundarstufe I konzipiert. Es bietet Informationen, Tipps und Übungen für Unterrichtseinheiten zur Gewaltprävention oder für eine kurzweilige Lesestunde außerhalb des Unterrichts.
Die Broschüre „Handeln gegen Rechtsextremismus an Berliner Schulen“ des Bundesprogramms „Kompetent für Demokratie – Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus“ gibt gute Anregungen für den Unterricht – nicht nur an Berliner Schulen. Ein Unterrichts-Planspiel stellt demokratische Handlungs- und Denkstrukturen denen der NPD gegenüber. Konkrete Praxishinweise helfen Lehrern, auf rechtsextremistische Vorkommnisse in der Schule richtig zu reagieren.
In der Reihe „Politik und Unterricht“ bietet die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg Unterrichtsvorschläge mit Texten und Materialien: „Die rechtsextremistische Szene. Einstiege – Gegenstrategien – Ausstiege.“ Die Themen: „Moderne Nazis“, „Erlebniswelt Rechtsextremismus“, „Rechtsextreme Gewalt: Täter – Opfer – Zuschauer“ und „Gegenstrategien und Ausstiege aus der Szene“.

Patenschaften und Netzwerke

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ („SOR – SMC“) ist ein europaweites Projekt von und für Schüler. In Deutschland gehören mehr als 1000 Schulen mit rund 750.000 Jugendlichen zu diesem größten Schulnetzwerk und setzen damit ein klares Signal gegen Rassismus. Eine Schule bekommt den Titel „SOR-SMC“, wenn mindestens 70 Prozent der Lehrer, Schüler und des technischen Personals eine Selbstverpflichtung unterzeichnen. Darin garantieren sie,
1. sich aktiv für ein Schulklima ohne Diskriminierung und Gewalt einzusetzen,
2. sich offen gegen diskriminierende Äußerungen und Gewalt in der Schule zu wenden und Lösungen zu suchen und
3. sich mindestens ein Mal pro Jahr an der Schule für ein Projekt gegen Diskriminierung, insbesondere gegen Rassismus, zu engagieren.
Prominente aus Kultur, Medien, Politik, Sport und anderen Teilen der Gesellschaft übernehmen Patenschaften für die einzelnen Schulen. In einem feierlichen Festakt übergeben sie den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Das fördert das Gemeinschaftsgefühl und bietet den Schülerinnen und Schülern einen zusätzlichen Anreiz, das Projekt zu initiieren. Auf der Internetseite gibt es ausführliche Informationen rund um „SOR – SMC“, wie zum Beispiel Berichte über laufende Projekte und Veranstaltungen, eine Liste der Förderer und den Aufnahmeantrag.

Martina Niekrawietz


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