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Strukturierter Schulalltag

Classroom-Management –Klassenregeln erleichtern das Leben

Gerade der Schulanfang bringt besonders viele Unsicherheiten mit für Schüler und Schülerinnen. Wie Sie diesen Start durch Regeln und Strukturen erleichtern, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Strukturierter Schulalltag: Classroom-Management –Klassenregeln erleichtern das Leben Ein wohlwollendes Miteinander schaffen © motortion - stock.adobe.com

Homeschooling und längere Ferienzeiten erlauben eigene Regeln und Rituale, man bestimmt seinen Rhythmus und die Rahmenbedingungen selbst. In der Schule dann treffen alle Beteiligten wieder aufeinander, man muss sich arrangieren und miteinander gut auskommen. Vieles hat sich vielleicht verändert und bekannte Rituale sind in den Hintergrund getreten. „Before you plan classroom activities for the first week, you need to have your room and materials ready and to have identified your rules, procedures and consequences.“, sagt Evertson über die Notwendigkeit zu effektivem Klassenmanagement (Evertson, 2009, S. 64). Im Neustart hilft ein freudvoller Einstieg mit bewährten Strukturen zurück in den Schulalltag. Erst dann wird effektiver Unterricht stressfrei möglich sein. Wie kann man den reibungslosen Unterrichtsalltag unterstützen und welche Maßnahmen und Lehrerkompetenzen helfen beim Klassen-Management?

Routinen und Rituale pflegen

Gerade der Schulanfang bringt besonders viele Unsicherheiten mit sich: Wer ist in meiner Klasse, wo ist mein Klassenzimmer und wie ist die neue Lehrerin? Wo finde ich die Toiletten und wann ist die Pause zu Ende?

Mit bekannten Routinen und Ritualen hilft man den Schülern wieder in den strukturierten Tag, die Abläufe und Prozeduren werden wieder stärker wahrgenommen als in der freien Ferienzeit:

Ein gemeinsamer Tagesstart gelingt über das Ritual des Morgenkreises gut und schafft eine angenehme Ausgangsbasis. Mit der täglichen Wiederholung von Elementen wie Datum, Wetter, Uhrzeit und Stundenplan, aber auch Kerze, Gebet, Lied und Spiel bietet er für Schüler/-innen Sicherheit und Orientierung. Er dient als Sprungbrett für unterschiedliche inhaltlich-thematische Anknüpfungen.

Die Schüler und Schülerinnen finden sich in einem übersichtlich strukturierten Klassenzimmer gut zurecht. Sie können sich schnell orientieren und alle Platzwechsel bzw. Prozeduren dauern nur kurz. Wo steht mein Stuhl im Tafelhalbkreis? Wo ist mein Garderobenplatz, die persönliche Schublade? Wo finde ich Materialien wie Kleber, Schere und Unterlage? Wie legen wir Arbeitsblätter ab? Je besser die Schüler hier auf die Abläufe eingestellt sind, umso weniger Zeit wird hierauf verwendet werden müssen.

Einführung von Klassenregeln

Besonders hilfreich sind Klassenregeln und Prozeduren. Denn unpassende Rituale können nur sehr schwer wieder zurückgenommen werden und das allgemeine Klassenklima leidet. Man entwickelt präzise Regeln des Miteinanders. Diese sollten stets positiv formuliert wie auch kurz und knapp sein und ein „ich“ oder „wir“ beinhalten. Eindeutige Regelungen werden beispielsweise benötigt bei Fragen wie:

  • „Was mache ich, wenn ich Hilfe brauche?“,
  • „Wann räume ich meinen Tisch leer?“,
  • „Darf ich ohne zu fragen zur Toilette gehen?“,
  • „Darf ich im Unterricht trinken/ essen?“,
  • „Wann darf ich in der Freiarbeit aufstehen?“
  • und in vielen weiteren Situationen.

Für Schüler mit einer Tendenz zur Verhaltensauffälligkeit kann es sinnvoll sein, die Regeln mit Verstärkersystemen zu verknüpfen. Hierbei sollte man festlegen, ob es sich um ein System handelt, das für die ganze Klasse gelten soll oder lediglich individualisiert für bestimmte Schüler/-innen. Man unterscheidet soziale Verstärker wie beispielsweise einen positiven Eintrag ins Mitteilungsheft oder einen Anruf bei den Eltern, materielle Verstärker wie Sticker oder Preis aus der Schatztruhe und Aktivitätsverstärker wie etwa gemeinsame Ballspielzeit oder ein gemeinsames Spiel. 

Wichtige Klassenregeln werden unterrichtlich aufgegriffen und auf jeden Fall im Klassenraum visualisiert. Plakate und Merk-Karten bleiben sichtbar im Klassenzimmer, so dass man in einer Reglementierungssituation darauf verweisen kann.

Allgemeine Umgangs-Regeln für die Klasse können sein:
  • Wir gehen freundlich miteinander um.
  • Wir arbeiten leise und konzentriert.
  • Wir hören gut zu.
  • Wir helfen uns gegenseitig.
  • Wir melden uns leise.
  • Wir halten Ordnung.
Für die Pause gelten Regeln, etwa:
  • Ich bleibe auf dem Pausenhof und sehe einen Erwachsenen.
  • Ich bin freundlich und tue anderen nicht weh.
  • Ich sage keine Schimpfwörter.
  • Ich höre auf die Pausenaufsicht.
  • Ich werfe keine Schneebälle.

Gesundheitsregeln werden mit Corona immer wichtiger. Auch diese Verfahrensanweisungen können an entsprechender Stelle visualisiert werden, etwa ein Plakat zum Händewaschen, zum Anlegen des Mund-Nasen-Schutzes oder allgemeine Verhaltensweisen zum Schutz vor Keimen und Viren.

Schüler/-innen sollen und dürfen wissen, wie man als Lehrkraft auf unangemessenes Verhalten reagiert und es sofort unterbindet. Das Verhaltensrepertoire reicht von Ignorieren, Blickkontakt und nonverbalen Signalen bei weiterlaufendem Unterricht über Appellieren, Nähern, Berühren, Humor, Umstrukturieren bis hin zu Konsequenzen, Trainingsraum und anderen verhaltensmodifikatorischen Maßnahmen. Die Konsequenzen sollten den Schülern klar sein. Bei unangemessenem Verhalten folgt z. B. Wegnahme von „Muggelsteinen“, Time-Out oder Trainingsraum. Bei angemessenem Verhalten kommen Verstärker zum Einsatz. Hier können die Schüler/-innen mitbestimmen über die Zusammenstellung von adäquaten Belohnungen, z. B. Muggelsteine sammeln & Schatzkiste, Lehrerzeit, Spielzeit, Hausaufgabenfrei usw.

Die gute Organisation des Schulalltags hilft Lehrern und Schülern, möglichst zügig und ohne Stolpersteine in den regulären Stundenplan hineinzufinden. Leerlaufzeiten und Nachfragen, aber auch Verhaltensauffälligkeiten und Störungen können vermieden werden, das Miteinander wird gestärkt.

Claudia Omonsky


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