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Planungshilfe

Eine Holz- und Metallwerkstatt neu einrichten — wie fange ich an?

Wer vor der Aufgabe steht, eine Schulwerkstatt für Holz und/oder Metall einrichten zu müssen, steht vor einer großen Herausforderung. Eine detaillierte Planung hilft, alles Wesentliche im Blick zu haben.

Planungshilfe: Eine Holz- und Metallwerkstatt neu einrichten — wie fange ich an? Bei der Planung einer Metallwerkstatt muss genau überlegt werden, wo die Lötstation aufgebaut werden soll © Hanna Fischer

Während der Tätigkeit als Lehrkraft mit dem Schwerpunkt Arbeitslehre/Technik steht man manchmal vor der Herausforderung, Fachräume einrichten oder erneuern zu dürfen. Lange wurde auf die Bewilligung des Antrags gewartet und nun soll es plötzlich losgehen. Nach der ersten Euphorie folgt schnell die Ernüchterung. Die Frage: „Was brauchen Sie denn?“ oder „Wie soll es denn aussehen? Beschreiben Sie es doch einmal genauer!“ tragen dazu bei, die Nervosität und Ratlosigkeit in einer solchen Situation beträchtlich zu steigern. Nun heißt es, einen klaren Kopf zu bewahren und einen sinnvollen Plan für das weitere Vorgehen zu entwickeln. Die folgenden Anregungen können dazu dienen, Ideen für neue oder die Umgestaltung bestehender Werkstätten zu liefern und das eine oder andere in die Tat umzusetzen.

Erster Schritt: Vorplanung im Raum

Bei der Raumplanung sollte grundsätzlich beachtet werden, ob an den jeweils gewünschten Stellen Wasseranschlüsse, Abflüsse, Gas-, Strom- oder Telefon-/Internetleitungen gelegt werden können. Bevor etwas mit dem einzurichtenden Raum geschieht, müssen die Versorgungs- sowie die Abwasserleitungen geplant, festgelegt und verlegt werden. Auf der Bauzeichnung gibt es dafür bestimmte Symbole. Überlegen Sie sehr genau, wo Sie die jeweiligen Anschlüsse benötigen und legen Sie gemeinsam mit den verantwortlichen Bauleitern und anderen Sachverständigen diese Dinge fest. Wo ist der günstigste Ort für den Not-Ausschalter, der in jede Werkstatt gehört? Besprechen Sie auch, wo die Sicherungskästen montiert werden. Hoffentlich nicht gerade an der Wand, an der ein Werkzeugschrank oder die Tafel eingeplant sind.

Weitere Fragen, die vorab geklärt werden sollten: Wie viele Schüler sollen in dem Raum zukünftig arbeiten können? Rechnen Sie dafür genügend Bewegungsfreiheit ein. Arbeitsplätze hintereinander benötigen einen Abstand von mindestens 0,85 Meter, Rücken an Rücken 1,50 Meter. Rollstuhlfahrer benötigen noch mehr Platz. Der Wendekreis eines großen E-Rollis beträgt ca. 1,40 Meter. Überlegen Sie: Wo stehen sinnvollerweise Schränke und andere zugängliche Aufbewahrungsmöglichkeiten für Werkzeuge und Materialien? Wie ist der Lichteinfall? Ist der Platz unter den Fenstern nutzbar? Wo ist die Tafel am besten sichtbar, wo das Waschbecken am besten zugänglich? Dort müssen die Wand und der Boden gefliest sein. Ein höhenverstellbares Waschbecken ist für Rollstuhlfahrer ideal.

Links zum Thema:

Sehr anschaulich und ausführlich werden hier die Werkstatt, der Maschinenraum und Informationen zur Sicherheit aufgezeigt.

Das Holz-Handbuch für Lehrkräfte als PDF-Datei zum Ausdrucken bezieht den Sicherheitsaspekt mit ein.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu Holzbearbeitung, Maschinen und größeren Holzprojekten.

Zweiter Schritt: Unterstützung und Hilfe einfordern

Sie sollten eine Entscheidung darüber treffen, mit welchem Einrichtungsprogramm sie arbeiten möchten. Dazu vereinbaren Sie Termine mit Firmenvertretern, die sich auf Werkraumeinrichtungen in Schulen spezialisiert haben. Diese können Ihnen ein nach Ihren Wünschen zugeschnittenes Einrichtungskonzept und einen Kostenvoranschlag erstellen, den Ihre Schule bei Ihrer zuständigen Behörde einreicht.

Dabei ist es wichtig, kostengünstige Alternativen bereit zu halten. Meist werden mehrere Vergleichsangebote verlangt. Die Sachverständigen Ihrer Behörde können Ihnen auch sagen, mit welchen Firmen Sie zusammenarbeiten dürfen und welche in der Ausschreibung sind. Mit solchen Informationen ersparen sie sich viel unnötige Arbeit.

Vereinbaren Sie zeitgleich einen Termin mit den Sachverständigen Ihrer Behörde, z. B. aus der Bauabteilung. Die zuständigen Fachleute vermessen dann die Räumlichkeiten. Dabei werden entsprechend der späteren Nutzung Elektroinstallationen, Be- und Entlüftungen, Notausgänge und Ähnliches vorgesehen. Aus diesem Grund sollten Sie schon vorher wissen, wofür der Raum genutzt werden soll, welche Maschinen und Möbel Sie benötigen und welcher Platzbedarf daraus folgt, wo Licht- und Stromanschlüsse, Zuleitungen für PCs und Internet, Wasseranschlüsse und Abläufe sein müssen.

Prüfen Sie, ob in den Plänen alles so eingezeichnet ist, wie Sie es besprochen haben. Es wäre höchst ärgerlich, wenn eine falsche Entscheidung nicht wieder rückgängig gemacht werden kann.

Beispiel eins: eine Holzwerkstatt einrichten

Zur Holzwerkstatt gehört immer ein separater Maschinenraum, zu dem die Schüler keinen Zutritt haben. Lediglich die Bohrmaschine darf im Unterrichtsraum stehen. Für die Tischkreissäge wird 10–15 m², für jede weitere Maschine, zum Beispiel eine Bandsäge 5 m² zusätzlich an Platzbedarf gerechnet. Idealerweise trennt eine Sichtscheibe den Maschinen- vom Unterrichtsraum, damit Sie jederzeit die Klasse im Blick haben, wenn Sie kurzzeitig nebenan arbeiten. Ein rutschhemmender Fußboden, z. B. Industrieparkett ist wichtig.




Prüfen Sie die Pläne: Passen alle Maschinen und dazugehörigen Absaugvorrichtungen in den Raum? Ist genügend Platz zum Bearbeiten ausladender Materialien rund um die Maschinen vorhanden? Sind alle benötigten Strom- und Starkstromanschlüsse an den richtigen Stellen eingezeichnet? Wo wird Beleuchtung gebraucht? Wie schwenken die Türen? Sie sollten beim Arbeiten nicht mit dem Rücken zur Tür stehen müssen oder gar eine Tür in den Rücken bekommen. Planen Sie außerdem einen Materialraum mit ein, da sich schnell Holz- und andere Reste ansammeln. Solche „Müllhalden“ in der Werkstatt oder dem Maschinenraum sind gesundheitsgefährdende Staubfänger.

Als Stromanschlüsse bei den Schülerarbeitsplätzen in der Holzwerkstatt bewähren sich von der Decke hängende Ampeln und eine unterhalb des Fensterbrettes verlaufende Stromleiste. Dort, wo die Bohrmaschine stehen soll, ist ein Starkstromanschluss nötig. In der Nähe des Waschbeckens sollte ein Erste-Hilfe-Schränkchen hängen. Besonders für den Notfall ist ein Telefon wichtig. Eine noch leere Wandfläche kann mit einer Korktafel zum Präsentieren von Schülerarbeiten bedeckt werden.

Für die Schülerarbeitsplätze gibt es verschiedene Möglichkeiten: Zur Anpassung an verschiedene Körpergrößen sind höhenverstellbare Werkbänke sinnvoll. Diese gibt es als Einzel-, Doppel- oder Viererarbeitsplätze. Einzelarbeitsplätze sind flexibler, da individuell höhenverstellbar und sowohl mit Vorder- als auch Hinterzange zum Einspannen der Werkstücke ausgestattet. Um großflächig zu arbeiten oder für Gruppenbesprechungen sind ein oder zwei Gruppentische prima sowie stapelbare Hocker.

Achten Sie bei der Möblierung der Holzwerkstatt wegen der starken Staubentwicklung besonders auf geschlossene Schränke und glatte Flächen. Zur Unterbringung der Werkzeuge sind Werkzeugschränke eine gute Lösung gegen Verstauben und Abhandenkommen von Werkzeugen. Besitzen sie eine geringe Tiefe und Rollläden zum Öffnen, sind sie gut einsehbar und beanspruchen wenig Platz. Klemm- und Schraubzwingen können dagegen griffbereit an einem Gestell aufgehängt werden. Zur Aufbewahrung kleinerer Schülerarbeiten eignen sich große genormte Kisten, die übersichtlich und beschriftet in einem Regal stehen. Dinge, die die Schüler ständig benötigen wie z. B. Schleifpapier, Pinsel, Unterlagen und dergleichen können unter der Tafel in Griffhöhe in einem Regal mit geringer Tiefe untergebracht werden.

Beispiel zwei: eine Metallwerkstatt einrichten

Bevor Sie eine Metallwerkstatt einrichten, sollte klar sein, was dort gearbeitet werden soll und welchen Platzbedarf Sie haben. Einige Lötstationen können eingeplant werden, dazugehörig Platz für Versorgungsleitungen mit Gas, Luft und Strom sowie eine Absauganlage über den Arbeitsplätzen, ein Sicherheitsvorhang aus nicht brennbarem Material und ein Kompressor. Natürlich müssen diese Arbeitsplätze gefliest sein. Wenn Sie mit Fahrrädern arbeiten, benötigen Sie ausreichend Platz für Vorrichtungen, in die die Räder eingehängt werden entweder an oder neben den Werkbänken. Für Bohrmaschinen sollten Sie einen Platz mit gutem Lichteinfall oder einer extra Beleuchtung wählen sowie Starkstromanschlüsse einplanen. Für die Arbeitsplätze, Tafel, Werkzeugaufbewahrung und ähnliches gilt das gleiche wie für den Holzarbeitsraum.Zum Schutz der Werkbänke lassen sich für Metallarbeiten Schutzplatten auflegen. Außerdem können Schraubstöcke in der Hinterzange der Werkbank befestigt werden. Auf diese Weise lässt sich eine Werkstatt in Kombination sowohl als Holz- als auch als Metallwerkstatt nutzen.

Hanna Fischer

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