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Umweltbewusstsein leben

Sieben Ideen für mehr Nachhaltigkeit im Schulalltag

Nachhaltiges Handeln wird immer wichtiger. Auch im Schulalltag lässt sich einiges überdenken, um umweltbewusster zu handeln. Hier erhalten Sie sieben Anregungen, die jeder umsetzen kann.

Umweltbewusstsein leben: Sieben Ideen für mehr Nachhaltigkeit im Schulalltag Licht aus wenn es nicht benötigt wird, spart Energie © dehweh - stock.adobe.com

"Woran erkennt man eine Grundschullehrerin? – Am laminierten Einkaufszettel!" Lustig? Eher traurige Realität. In meiner Zeit als Lehramtsanwärterin dachten wir, jede Wortkarte und jedes Bild muss laminiert sein. Wir übertrumpften uns gegenseitig, was den Konsum an Lehrer- und Schülerbedarf anging – und produzierten dabei vor allem eins: viel Müll. Seit dieser Zeit habe ich nicht nur ein paar Jahre Berufserfahrung dazugewonnen, sondern – unter anderem durch die „Fridays for Future“-Bewegung – einen anderen Blick auf die Materialschlacht im Schulalltag. Im Sinne der Nachhaltigkeit sollten wir das ein oder andere überdenken, wie wir unseren Unterricht gestalten oder was wir als Multiplikatoren von Schreibwaren von den Schülerinnen und Schülern verlangen.

1. Stoppt den Laminier-Wahn!

Dass man zum Beispiel ein Bild für die Tafel oder eine Wortkarte laminiert, um es ein, zwei Jahre später noch einmal zu benutzen, ist in der Regel übertrieben. Nachdem ich bereits vier Mal dieselbe Jahrgangsstufe hatte, musste ich mir das eingestehen. Nur wenige Ausnahmen, nämlich solche Bilder, die man ständig im Alltag verwendet, sind meiner Meinung nach gerechtfertigt. Wortkarten aus Papier dagegen kann man auch ohne Folienbeschichtung mehrere Male verwenden. Dabei sollte man folgende Gegenargumente immer im Hinterkopf behalten: Plastikvermeidung, zeitlicher und finanzieller Aufwand, Lagerung und letztendlich wird auch Laminiertes mit der Zeit unansehnlich.

Bilder oder Zettel, die man den Schülern und Schülerinnen in die Hände gibt und wiederverwenden möchte, kann man in Sichthüllen stecken – diese sind schließlich wiederverwendbar! Es gibt auch wiederverwendbare Hüllen, die man beschreiben und wieder abwischen kann.

2. Schülerausstattung jedes Jahr reflektieren

Braucht jedes Kind einen Schreibblock mit der Lineatur der ersten Klasse? Oft bleibt am Ende des Schuljahres die Hälfte bei jedem Schüler übrig. Wäre es stattdessen nicht sinnvoller, Blöcke für die ganze Klasse zu kaufen und bei Bedarf Blätter zu verteilen? Oder wiederbeschreibbare Tafeln zu verwenden? Diese könnten von der Schule angeschafft und mehrere Jahre wiederverwendet werden. Statt farbiger Plastikumschläge könnte man die Papiervariante wählen. Oder die farbliche Markierung nur durch ein Stück Tape an der Ecke vornehmen. Der Bayerische Lehrerinnen- und Lehrerverband (BLLV) stellt außerdem auf seiner Website viele weitere Ideen und Tipps für einen Nachhaltigkeit bei der Grundausstattung zusammen, die man Eltern ans Herz legen kann.

3. Kunst: Upcycling statt Müllproduktion

Kunst hat sich zu einer wirklichen Materialschlacht entwickelt: Der Wasserbecher mit extra Auslaufschutz ist aus Plastik. Jeder Schüler braucht eine Plastikunterlage für die Tische. Um Farben zu verteilen, werden Einmalbecher befüllt. Zum Säubern und Abwischen ist Küchenpapier die erste Wahl. Für Aboriginal dot painting werden Unmengen an Wattestäbchen verbraucht.

Umweltschonender Alternativen von früher: Ein altes Marmeladenglas als Wasserbecher. Alte Zeitungen als Unterlage. Ein altes Handtuch als Mallappen zum Pinsel abwischen und für kleine Unfälle. Farben kann man in alte Joghurtbecher, Deckel von Marmeladengläsern oder alte Eierschachteln füllen. Die können auch von den Schülern mitgebracht werden. Statt Aboriginal dot painting machen wir ab jetzt Upcycling-Kunst.

4. Stopp den Perfektionismus!

Mir geht es dabei nicht darum, teure Bio-Lifestyle-Produkte zu bewerben. Vielmehr sollten wir in einigen Dingen einfach überlegen, wie wir sparen können. Ein Beispiel: Braucht man wirklich einheitliche Etiketten für die Schülerhefte? Oder buntes Tonpapier als Hintergrund für Bilder, Überschriften etc.? Geht nicht auch einmal ein gebrauchter Ordner für die eigenen Unterlagen, auch wenn er nicht im perfekten Farbton ist?

5. Zero Waste – Zero Arbeitsblatt?

Gleich vorneweg: Genauso wenig, wie ich mir „Zero Waste“ in meinem Alltag vorstellen könnte, genauso wenig könnte ich mir Schule „Zero Arbeitsblatt“ vorstellen. Aber die Arbeitsblätter zu reduzieren ist manchmal ganz gut möglich: zum Beispiel so viel wie möglich doppelseitig bedrucken oder nur die Arbeitsanweisung aufzuschreiben, die dann im Heft ausgeführt wird. Und es ist eine doppelte Verschwendung, ein Arbeitsblatt ins Heft einzukleben!

6. Digitalisierung sinnvoll nutzen

Wer einen Beamer im Klassenzimmer hat, braucht sich über groß ausgedruckte Bilder keine Gedanken mehr machen. Durch digitale Lernangebote, die den Schülern und Schülerinnen mit Hilfe von Tablets präsentiert werden, könnte ebenso viel Papier gespart werden. Ein Beispiel dafür sind interaktive Lesespurgeschichten.

7. Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit sein

Lehrkräfte sind gerade auch beim Thema Müllvermeidung und Vorbilder für ihre Schülerinnen und Schüler. Nicht erst beim Behandeln des Themas im Heimat- und Sachunterricht sollte ein Umweltbewusstsein in den Unterrichtsalltag einfließen: Werden Licht und stromverbrauchende Geräte nur dann eingeschaltet, wenn es notwendig ist? Wie ist das Pausenbrot verpackt? Wird der anfallende Müll getrennt? Zum Teil gibt es in der Schule dazu keine Möglichkeit. Dann sollen die Schülerinnen und Schüler doch die Plastikverpackungen und Bananenschalen wieder mit nach Hause nehmen und dort richtig trennen.

Nachhaltiges Denken ist eine Frage der Werteerziehung, die gerade im Alltag durch viele kleine Schritte gelebt werden sollte.

Daniela Harrer


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