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Leuchtturmschule

Starke Schulgemeinschaft durch Gruppenstunden mit Eltern

Ganztagsschulen stehen stets vor der Herausforderung, Lernen, Freizeit und Soziales sinnvoll miteinander zu verbinden. Ein Konzept der Robert-Bosch-Schule zeigt, wie auch die Eltern einen wichtigen Beitrag leisten können.

Leuchtturmschule: Starke Schulgemeinschaft durch Gruppenstunden mit Eltern Die Gruppenstunden gemeinsam mit engagierten Eltern bringen allen Schülerinnen und Schülern Spaß © Photographee.eu - stock.adobe.com

Nachmittags ist an Ganztagsschulen ein spezielles Schulprogramm gefragt: Offene Lernformen sollen die Schüler ungezwungen und individuell fördern. Dabei soll ein lockeres Miteinander dafür sorgen, dass die Schüler gemeinschaftlich handeln und ihre sozialen Kompetenzen stärken. Eine enge Zusammenarbeit von Lehrern und Sozialpädagogen ist hierfür Grundvoraussetzung, aber auch Eltern können einen wichtigen Beitrag leisten. Das zeigt das Konzept der Robert-Bosch-Gesamtschule Hildesheim: In sogenannten „Gruppenstunden“ betreuen ein bis zwei Eltern eine Kleingruppe Schüler und widmen sich einem bestimmten Projekt, wie zum Beispiel Fotografie, Yoga, Holzarbeiten oder vegetarisches Kochen. Das macht den Kindern und Jugendlichen Spaß, lässt die Eltern am Schulleben teilhaben und fördert letztlich die sozialen Kompetenzen aller Beteiligten.

Individuelle Entwicklung fördern

In den Kleingruppen der Robert-Bosch-Gesamtschule stimmen Eltern und Schüler gemeinsam ab, welchen Aktivitäten sie nachgehen wollen. In der fünften Klasse finden jede Woche andere Unternehmungen innerhalb der Schule statt, wie zum Beispiel Kochen, Sport, Basteln oder Schwarzlichttheater, aber auch außerhalb des Schulgeländes werden Ausflüge unternommen. In der sechsten Klasse werden längerfristige Projektarbeiten zu einem Thema realisiert, wie zum Beispiel Bastelarbeiten und Kekse backen, um diese auf dem Schulstand des Weihnachtsmarktes für einen sozialen Zweck zu verkaufen. In der siebten Klasse soll das soziale Engagement der Schüler gefördert werden, zum Beispiel durch Kooperationen mit Alten- und Pflegeeinrichtungen. Das fördert die individuelle Entwicklung der Schüler und festigt ihre Persönlichkeit.

Neue Erfahrungen sammeln

Das Konzept sieht vor, dass die Kleingruppen gemischt zusammengestellt werden, sodass der Anteil an Jungs und Mädchen gleich ist und sowohl befreundete als auch nicht befreundete Kinder zusammenkommen. In den Gruppenstunden können sich die Schüler besser kennenlernen und entwickeln ein besseres gegenseitiges Verständnis füreinander.

Weiterführende Informationen

Das Konzept und die Schule werden auf der Seite des Deutschen Schulportals vorgestellt.

Damit das Projekt gelingt, werden die Eltern gezielt in Vor- und Nachbereitungsstunden von der Schule unterstützt und angeleitet. Außerdem erhalten sie einen Einblick in den Schulalltag der Kinder. Einige Eltern wünschen sich auch, die Gruppe des eigenen Kindes zu betreuen, um mehr Zeit mit dem eigenen Kind zu verbringen. Die Eltern sammeln bei den Gruppenstunden neue Erfahrungen und können ihre eigenen Kompetenzen einbringen. Am Ende des Schuljahres erhalten sie für ihr ehrenamtliches Engagement eine Urkunde.

Schulgemeinschaft stärken

Durch die Gruppenstunden lernen auch die Lehrer die Schüler ihrer Klassen besser kennen, denn durch den Austausch mit den betreuenden Eltern und Sozialpädagogen können Probleme schneller erkannt und Konflikte gelöst werden. Die Kinder sollen in den Gruppen gezielt lernen, Rücksicht aufeinander zu nehmen, Verantwortung zu übernehmen und Teamfähigkeit zu üben. In den Nachbereitungsstunden tauschen Eltern, Lehrer und Sozialpädagogen sich über ihre Erfahrungen mit den Schülern aus, was ein gutes Verhältnis zwischen ihnen schafft und zu einer stärkeren Schulgemeinschaft führt.

Durch Konzepte wie diese erhielt die Robert-Bosch-Gesamtschule 2007 den Deutschen Schulpreis. Die Gruppenstunden erhalten bislang großen Zuspruch: Pro Schuljahr beteiligen sich etwa 100 bis 150 Eltern, Großeltern und Studenten daran. Dadurch, dass die Eltern an der Gestaltung des Ganztagsangebots mitwirken, können ihre Interessen in das Schulleben der Kinder mit einfließen – umgekehrt wird die Schule von den Eltern in ihrer Bildungsarbeit unterstützt. Insgesamt haben alle Beteiligten die Möglichkeit, ihre sozialen Kompetenzen zu erweitern und das schulische Miteinander neu zu erleben.

Ananda Bräunig

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