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Entwicklungsförderung

Mit Energizern wertvolle Lernvoraussetzungen schaffen

Schüler für den Lernstoff zu begeistern ist keine einfache Herausforderung. Im Idealfall sollten Schüler von der ersten Minute aufnahmebereit und interessiert sein. In der Praxis dürfte dieser Fall eher selten vorkommen. Dabei gibt es kleine Mittel, mit denen Sie trotzdem Bedeutung des Lernstoffes vermitteln sowie Spaß und Interesse bei Ihren Schülern wecken können.

Entwicklungsförderung: Mit Energizern wertvolle Lernvoraussetzungen schaffen Kleine Spiele sorgen für eine entspannte Lernatmosphäre und fördern die Wissensvermittlung © Alexander Raths - Fotolia.com

Am Anfang jeder Stunde geht es darum, nicht nur die Münder und Herzen der Schüler durch beziehungsfördernde Warming-ups zu öffnen, genauso wichtig ist es, auch für das Gehirn eine neurodidaktisch angemessene Aufwärmphase einzuplanen, denn unser Gehirn ist, was die Einladungskultur angeht, äußerst anspruchsvoll.

Viele Lehrer beklagen, dass zu viele Schülergehirne im Unterricht im Standby-Modus laufen. Um Gehirne aber hochzufahren, bedarf es interessanter, individueller Anreize „denn Lernen gelingt am besten, wenn die emotionalen Zentren im Gehirn aktiviert und all jene Botenstoffe freigesetzt werden, die das Knüpfen neuer Verbindungen zwischen den Nervenzellen fördern“ (Spitzer: Jedes Kind ist hochbegabt. Knaus Verlag, München 2012, S. 103).

Damit das klappt, müssen attraktive Angebote her und auch die Lernatmosphäre muss stimmig sein (denn sie wird immer mitgelernt und hinterlässt Spuren im Gehirn), zu alledem muss das zu Lernende für den Lerner immer eine Bedeutung haben und Spaß bringen.

Deshalb eignen sich kurze Spiele, in der Oberschule als Energizer bezeichnet (das klingt cooler) besonders, um nach dem Blitzlicht in eine kurze spielerische Aktionsphase zu treten, die nicht nur dem Gehirn Futter gibt, sondern auch eine ganze Reihe von Funktionen und Lernzielen gleichzeitig beinhaltet.

Vorteile von Energizern im Schulalltag

Zum einen werden müde Geister geweckt, zum anderen wird dadurch die Beziehung zu anderen, zur Gruppe verbessert, man lernt einander besser kennen, berührt sich (was wiederum präventiv wirkt: Den, den ich berühre, schlage ich seltener!). Außerdem wissen wir durch die Erkenntnisse der Neurobiologie, dass wir immer mit dem ganzen Körper lernen. Und wir lernen die Situation, die Atmosphäre, in der wir lernen, immer mit.

Schulung sozialer Kompetenzen
Die kurzen Unterrichtsequenzen, die ich in Energizer investiere, eignen sich hervorragend dazu, die heute enorm wichtigen Softskills (sozialen Kompetenzen) von Schüler zu schulen, sie stellen außerdem einen unverzichtbaren Baustein zur Förderung der Gruppendynamik dar.

Die wichtigste Entwicklungshilfe für Kinder besteht darin, ihnen geeignete pädagogische Szenarien im sozialen Schonraum Schule zu eröffnen, zu sich und anderen eine gute Beziehung aufzubauen, denn die Erfahrung sozialer Resonanz ist eine der wichtigsten Ressourcen für die spätere Bereitschaft, gemeinsam mit andern Menschen nach Lösungen für schwierige Probleme zu suchen. Dabei werden Grundlagen für soziale Kompetenzen geschaffen wie Rücksichtnahme, Empathie, Selbstdisziplin und Verantwortungsgefühl. (Hüther, ebd. S. 105).

Vorbereitung auf geistige Tätigkeit
Kinder können so auf spielerische Weise wichtige Erfahrungen machen. Erfahrungen verankern sich im Frontalhirn, positive wie negative. Sie prägen unsere Haltungen und Einstellungen, bestimmen unser Handeln, Denken und Fühlen (Hüther, ebd. S. 108). Kinder brauchen (wie Erwachsene) gute Erfahrungen und lustvoll ausgeübte Bewegung, um den Kopf freizukriegen für geistige Tätigkeit und die Schule muss ihnen dazu reichlich Gelegenheit geben (Bauer: Lob der Schule. Hoffmann und Campe, Hamburg 2007, S. 41). Bauer beklagt an gleicher Stelle, dass Schule allzu zu sehr auf Wissensvermittlung setzt. Um Belohnungssysteme im Gehirn zu aktivieren, braucht es vor allem soziale Akzeptanz. Anerkennung, Lust und Spaß sind unabdingbare Voraussetzungen für nachhaltiges Lernen.

Sind solche Energizer Zeitverschwendung?

Den Einwand von Lehrern, kostbare Unterrichtszeit jetzt auch noch solchen „Spielchen“ zu opfern, man so ja schon gar nicht mehr zum Unterrichten des geforderten Stoffplans komme, lasse ich nicht gelten, denn Schüler brauchen kein hektisches Durchpeitschen irgendeines fragwürdigen x-beliebig festgelegten Lernstoffs, kein hektisches, nur auf die nächste Klausur zugespitztes Bulimie-Lernen, ihr Gehirn braucht vor allem Zeit und positive Erfahrungen. Die aber lassen sich nicht aus überfrachteten Lehrplänen generieren.

Unser Gehirn braucht vorrangig den einen Wohlfühlfaktor: Anerkennung. Wird dieser vorenthalten, bekommen Kinder in der Schule nicht das, was sie eigentlich brauchen, dann suchen sie sich Ersatzmittel, beispielsweise Computerspiele, die ihnen (leider immer nur kurze und bedeutungslose) Lustgefühle machen und im Gehirn einen faden Nachgeschmack hinterlassen (Hüther S. 114).

Einsatzmöglichkeiten im Schulalltag

Energizer bieten sich nicht nur für die Kennlernphase einer Gruppe an, sie dienen auch als Konzentrationsübung, helfen, beide Gehirnhälften zu koordinieren, dimmen aufgekratzte Gruppen beispielsweise nach dem Sportunterricht herunter oder bringen schwerfällige Gruppen auf Trab.

Der wichtigste Effekt aber ist der Spaßfaktor, ohne den kein Lernen gelingt. Gerade Schüler, die einen bestimmten Fachunterricht nicht zwingend goutieren, können sich bei gruppendynamischen Aktivitäten einbringen, können dort ihre Stärken zeigen und weiter entwickeln.

Aktive Regelarbeit
Schüler, die Dampf ablassen müssen, bekommen ein kontrolliertes Ventil, das ihnen (natürlich unter Einhaltung der gemeinsam erarbeiteten Regeln, unter anderem betreiben Sie mir den Energizern auch aktive Regelarbeit) hilft, sich anschließend besser konzentrieren zu können. Außerdem werden Bewegungsdrang und Spiellust der Schüler, die affektiven Lernziele, bedient.

Fördern von fachfremden Stärken und Handlungssicherheit
Energizer sind von hohem Lernpsychologischen Wert (Lohmann). Gruppen gewöhnen sich an ihren Einsatz ebenso schnell wie an das Blitzlicht, es wird ein Ritual, das gerade Kinder mit Lernschwierigkeiten mögen, weil es ihnen Handlungssicherheit verleiht und die Möglichkeit einräumt, auch fachfremde Stärken einzubringen. So wird der Partizipationsprozess angeschoben, Teamfähigkeit gelernt und eingeübt.

Das Ergebnis der Aktivität ist eher von untergeordneter Bedeutung, der Weg ist auch hier das Ziel, denn entscheidend sind die Kompetenzen, die im Gruppenprozess erworben werden.

Bestandteile und Regeln für Energizer

Wichtig ist, nach jedem Energizer ein positives Feedback an die Gruppe zu geben für deren Spielfreudigkeit, Mut, Kreativität und Einsatz, so sammeln alle Gehirne Erfolgserlebnisse und speichern dieses positiv ab. Ein Applaus von und für alle rundet diese Unterrichtssequenz ab.

Wichtig für die Durchführung der Energizer ist, dass die Schüler nicht dazu gezwungen, sondern eingeladen werden, weil diese Spielart, miteinander in engeren Kontakt zu treten, für eher schüchterne Schüler/innen anfangs eine Herausforderung darstellt und Ängste schüren kann, sich zu blamieren oder bloßgestellt zu werden. Hier ist der Klassenmanager gefordert, die Einhaltung der erarbeiteten Regeln zu überwachen. Energizer spielen sich mit der Zeit ein, werden zum festen Bestandteil von Unterricht, meist bilden sich bestimmte Lieblingsspiele heraus.

Einsatzmöglichkeit in der Kennenlernphase

In der Kennlernphase sollten nicht gleich Berührungsspiele angeboten werden, bei Berührungsspielen sollten kulturell bedingte Haltungen immer mit ins Kalkül gezogen werden. Bedenken und Ängste sind aus meiner Erfahrung meist auch bei schüchternen Schüler sehr schnell verflogen, denn letztlich wollen alle dabei sein, mitmachen, dazugehören. Schüler bekommen so im wahrsten Sinne des Wortes Spielräume für nötige Resonanzerfahrungen, die sie im normalen Fachunterricht nur selten machen können.

So werden die körpereignen Motivationssysteme hochgefahren, weil lustvoll ausgeübte Bewegung zur Steigerung geistiger Fähigkeiten beiträgt (Bauer). Energizer bringen Gehirne spielerisch auf Betriebstemperatur. Sie schaffen auch die Möglichkeit, neue Beziehungen zwischen Schüler zu stiften.

Einsatzmöglichkeiten bei Konflikten

Mit pädagogisch geschultem Blick sehe ich als Lehrkraft auch, wo es zwischen bestimmten Mitgliedern einer Gruppe eventuell Probleme gibt. Kommt es während des Energizers zum Konflikt zwischen Schülern, frage ich interessiert nach, wie sich die entsprechende Person fühlt, ob es Probleme gibt, ob ich gegebenenfalls helfen darf.

Ihrer Phantasie sind in Bezug auf die Auswahl oder Erfindung neuer Energizer keine Grenzen gesetzt. Sie dürfen sicher sein, dass in relativ kurzer Zeit (5 Minuten reichen meist aus) ein großes Spektrum an Lernzielen erreicht wird, das im „normalen“ Unterricht gar nicht zur Geltung kommt.

Schüler lernen Empathie, die Gefühle anderer zu respektieren, Frustrations- und Ambiguitätstoleranz, nicht zu vergessen die affektiven Lernziele, die häufig eine eher stiefmütterliche Rolle im Unterricht spielen. Bitte immer bedenken: jedes Gehirn, auch das der Lehrer ist baugleich mit dem der Schüler. Und alle Gehirne verlassen nur dann den Stand-by-Modus, wenn wir uns angenommen, anerkannt, von anderen gesehen und miteinander verbunden fühlen. Sind diese Bedingungen erfüllt, kann der Fachunterricht beginnen, denn die Gehirne sind nun startbereit.

Im folgenden finden sie nach Themen geordnet eine Vielzahl von Energizern, die ich während meiner Fortbildungsveranstaltungen gesammelt habe. Dafür danke ich allen, die an deren Erfindung beteiligt waren. Sie sind meinem Buch „Wie Lehrer (wieder) wirksam werden – Neue Wege im Klassenmanagement (scolix, 2011) entnommen. In diesem Buch finden Sie viele weitere praktische Tipps, wie man ein guter Klassenmanager wird.

Energizer zur Förderung des Kennlernprozesses

Die hier präsentierten Energizer habe ich auf unterschiedlichen Fortbildungsveranstaltungen kennengelernt und in der Praxis mit Schülern ausprobiert. Sie gehören zwar zu meinem festen Inventar, ich erhebe jedoch keinerlei Anspruch auf ihre Urheberschaft.

Soziometrische Aufstellungen:
In einer Reihe aufstellen nach:

  • Größe (von klein nach groß)
  • Geburtsjahren, -tagen
  • Anzahl der Geschwisterkinder
  • Hausnummern (von klein nach groß)
  • Wohnbezirken (als Landkarte gedacht: Norden, Osten, Süden, Westen)
  • Herkunft (nach Ländern)
  • Haarfarbe (von dunkel nach hell)

Eckenspiel:
Alle, die beispielsweise aus Berlin stammen, gehen in eine Ecke. Die restlichen Kinder gehen in eine andere und müssen sagen, woher sie stammen. Danach erfolgt eine Aufstellung nach dem Kriterium, wer Geschwister bzw. keine Geschwister hat, wer außer Deutsch noch andere Sprachen spricht, wer gerne bzw. nicht gerne zur Schule geht usw.). Fordern Sie die Schüler immer auf zu schauen, wer wo steht. Fragen Sie die Schüler am Schluss, was sie Neues übereinander erfahren haben und wie es sich anfühlt, zu einer Gruppe zu gehören.

Menschen-Memory:
Paare sprechen sich ab (bestimmte gemeinsame Geste, Mimik oder Wort, gemeinsame Tanzfiguren usw.) und sitzen verteilt in der Runde. Zwei Schüler gehen raus, nachdem sie wieder reingekommen sind, erklärt der Lehrer, worauf sie achten müssen, anschließend sammeln sie jeweils unter Nennung der Namen möglichst viele Paare. Wer die meisten hat, gewinnt.

Von Angesicht zu Angesicht:
Es bilden sich Paare und stellen sich in zwei langen Reihen gegenüber. Dann drehen sich beide Partner um und verändern etwas an sich (z. B. Brille abnehmen). Der andere muss nun genau hinschauen, die Veränderung erkennen und dann zum nächsten Partner weitergehen usw.

Pizza backen:
Die Schüler stehen im Kreis hintereinander und backen auf dem Rücken des jeweiligen Vordermanns eine Pizza, indem sie zuerst den Teig ausrollen, sie dann mit Wurst, Schinken, Käse usw. belegen und dabei jeweils entsprechend den Rücken des Vordermanns berühren. Zum Schluss schieben die Schüler die Pizza in den Ofen (ohne den anderen zu schubsen) und essen sie. Zum Schluss sagen alle laut: „Mmmmh!“

Energizer zum Namenlernen

Von sich erzählen:
Die Schüler sitzen im Stuhlkreis. Jeder erzählt kurz, was er über seinen Namen weiß: z. B. warum Eltern ihn ausgewählt haben, was er bedeutet, ob man ihn mag, ob man einen Spitznamen hat, wie man von den anderen genannt werden möchte usw.

Namen mit positivem Adjektiv verbinden:
Die Schüler sitzen im Stuhlkreis. Jeder nennt seinen Namen und stellt ihm ein positives Adjektiv voran, z. B. „Ich bin der kluge Klaus.“ Jeder, der an der Reihe ist, nennt zuvor alle Namen, die er von den anderen behalten hat samt Adjektiven.

Spinnennetz:
Die Schüler sitzen mit einem Wollknäuel im Stuhlkreis. Sie werfen es einem anderen zu, nennen ihren eigenen Namen und den Namen desjenigen, dem sie das Knäuel zuwerfen. Dabei sollte der Werfer das Ende des Wollknäuels um den eigenen Finger wickeln, sodass es nicht runterfällt. Am Ende spielen sie das Ganze rückwärts und rollen dabei das Knäuel wieder auf. Alle spüren, dass sie als Gruppe miteinander verbunden sind.

Pantomime:
Die Schüler sitzen im Stuhlkreis. Wer Lust hat, geht in die Mitte und führt pantomimisch vor, was er gerne macht, welches Hobby er hat usw.

Namenpuzzle:
Alle schreiben ihre Namen in Druckschrift nach dem Scrabble-Muster auf ein DIN-A4-Blatt, sodass daraus ein Puzzle entsteht.

Energizer zur Förderung der Gruppendynamik/zum Aufbau gegenseitigen Vertrauens

 

Andere begrüßen:
Die Schüler sitzen im Stuhlkreis. Jeder steht nacheinander auf und sagt: „Hallo ihr!“

Model sein:
Die Schüler sitzen im Stuhlkreis. Jeder steht nacheinander auf und läuft stumm wie ein Model auf sein Gegenüber zu, schaut cool wie ein Model und geht zum eigenen Platz zurück.

Waschmaschine/Krokodil:
Die Schüler stehen im Kreis und bilden Dreiergruppen. Einer steht in der Mitte und gibt Anweisungen, z. B.:

Waschmaschine: Alle Dreiergruppen müssen dasselbe machen. In diesem Fall beugen sich die Außenstehenden etwas nach unten und formen mit den Armen einen Kreis (das Bullauge einer Waschmaschine), der in der Mitte Stehende dreht darin den Kopf im Kreis wie bei einem Schleuderwaschgang.

Krokodil: Der in der Mitte Stehende formt mit beiden ausgestreckten Armen das Maul eines Krokodils und macht es auf und zu, die anderen beiden formen mit den Händen jeweils ein Auge des Krokodils und halten es neben das Maul.

James Bond: Der in der Mitte Stehende macht ein cooles Gesicht und zeigt demonstrativ seine Muskeln, die anderen beiden sagen unisono: „Oh, James!“

Känguru: Der in der Mitte Stehende formt mit beiden Armen einen Kreis vor dem Bauch, den Beutel des Kängurus, die anderen beiden schauen hinein.

Elefant: Der in der Mitte Stehende formt mit beiden ausgestreckten Armen einen Rüssel, die Außenstehenden deuten mit den Armen die großen Ohren eines Elefanten an.

Mantafahrer: Der in der Mitte Stehende steuert mit beiden Armen das Auto und macht dazu laute Motorengeräusche, die anderen beiden hängen lässig je einen Arm aus dem rechten und linken Fenster des Wagens.

Toaster: Der in der Mitte Stehende wird von den rechts und links Stehenden mit den Armen eingeschlossen und springt wie eine fertige Scheibe Toast immer wieder hoch.

Im schnellen Wechsel müssen diese Figuren nachgemacht werden, wer einen Fehler macht, darf in die Mitte.

Eisschollenspiel:
Alle nehmen ihre Stühle und stellen sich ganz hinten im Raum sehr eng zusammen auf die Stühle. Erklärung: Sie alle treiben nach einem Schiffsunglück auf offener See und müssen sich über die Eisschollen (Stühle) so organisieren, dass die ganze Besatzung gerettet wird. Das rettende Land ist ein Stuhl ganz vorne im Raum. Nun müssen alle Stühle weiter nach vorne gegeben werden, niemand darf den Boden betreten, sonst ist er ertrunken. Im Rahmen des Klimawandels schmelzen auch einige Eisschollen: Sie nehmen einfach immer wieder einen Stuhl weg, sodass mehrere Schüler dann auf einem Stuhl stehen müssen. Dabei erkennen Sie sofort, wer von Ihren Schülern ein Teamplayer ist!

Baumfällen:
Lassen Sie zwei Gruppen bilden: Bäume und Holzfäller. Die Bäume stehen verteilt im Raum und wiegen sich mit geschlossenen Augen leicht im Wind. Die Holzfäller gehen durch den Raum, ohne Schaden anzurichten (die Bäume müssen sich geborgen und wohlfühlen). Die Bäume, die sich problemlos fällen lassen, werden mit dem Finger angetippt, fallen in eine von den (sich lautlos verständigenden) Holzfällern angegebene Richtung und werden von diesen ebenso behutsam aufgefangen und wegtransportiert. Wenn alle Bäume gefällt sind, beleben sie sich wieder. Danach werden die Rollen getauscht und das Spiel wiederholt.

Obstsalat:
Die Schüler ziehen kleine vorgefertigte Kärtchen, auf denen je eine Obstsorte abgebildet ist (Kirsche, Banane, Birne, Apfel). Alle sitzen im Stuhlkreis (ein Stuhl weniger als Beteiligte). Einer steht in der Mitte und ruft z. B. „Apfel“. Alle, die einen Apfel gezogen haben, müssen nun die Plätze tauschen, einer bleibt immer übrig und nennt eine neue Obstsorte, die dann wieder die Plätze tauschen müssen. Ruft jemand „Obstsalat“, müssen alle die Plätze tauschen; nur einen Platz weiterrücken, ist verboten. Appellieren Sie Unbedingt an Fairness und Rücksichtnahme!

Platz wechseln:
Die Schüler sitzen im Stuhlkreis. Alle, die am Morgen die Zähne geputzt haben, wechseln den Platz; alle Schüler, die am Morgen Radio gehört haben, wechseln den Platz usw. Dieses Spiel erzeugt eine neue Dynamik im Stuhlkreis, lockert festgefahrene Sitzgewohnheiten der Schüler, bringt Spaß und Bewegung.

Energizer zur Förderung der Konzentration und Koordination

 

Mit geschlossenen Augen zählen:
Die Schüler sitzen im Stuhlkreis. Sie schließen die Augen und einer beginnt zu zählen (nur: „1“). Der direkte rechte oder linke Nachbar darf nicht weiterzählen, sondern die Gruppe muss versuchen, bis 20 zu zählen, ohne einander ins Wort zu fallen oder Absprachen zu treffen. Wiederholen Sie das Spiel mehrmals. Gibt es Beschuldigungen, erklären Sie, dass es keine Schuldigen gibt, da alle die Augen geschlossen haben. Dies fördert auch Toleranz.

Absolute Ruhe spüren:
Im Stuhlkreis sitzen und leise sein: Auf die Geräusche im Raum, in einen zweiten Durchlauf draußen auf der Straße achten, anschließend erzählen, was die einzelnen gehört haben.

Einander berühren:
Die Schüler sitzen im Stuhlkreis. Jeder legt die rechte Hand auf den Oberschenkel des rechten Nachbarn und die linke auf den Oberschenkel des linken Nachbarn. Dann klatscht jeder der Reihe nach leicht auf den jeweiligen Oberschenkel. Die Hände müssen nacheinander bedient werden. Bei Doppelklatschern erfolgt eine Richtungsänderung.

Afrikanischer Klatschkreis:
Die Schüler stehen im Kreis, drehen sich zum rechten Nachbarn und schenken ihm mit beiden Händen einen Klatscher, den er simultan aufnimmt und in gleicher Weise weitergibt. Der Klatscher geht rum, ein weiterer wird hinterhergeschickt, dann ein Doppelklatscher. Es muss alles möglichst schnell gehen.

Sich Energie geben:
Die Schüler stehen im Kreis, drehen sich zum linken Nachbarn, halten ihre Hände wie bei einer Präsentübergabe und sagen laut: „Hier!“ Diese Energie wird der Reihe nach weitergegeben.

Hier/Stopp:
Die Schüler geben mit den Händen etwas Imaginäres weiter, immer in eine Richtung, bis einer beide Hände hochhebt und „Stopp!“ sagt; dann wird die Richtung gewechselt. Als Variante zeigt ein Schüler mit dem Finger auf irgendjemanden in Stehkreis und sagt dazu laut: „Du!“ Dann geht es dort weiter (derjenige, auf den der Finger zeigt, bestimmt die neue Richtung). Sagt jemand: „Freak out!“, rennen alle durcheinander und suchen sich im Kreis einen neuen Platz.

Die Gruppe trägt einen:
Als Erweiterung dieser Übung können sich alle, wenn sie eng genug zusammenstehen und in die Knie gehen, stabil auf den Oberschenkeln des Hintermannes sitzen. Dies erzeugt das Gefühl, dass die Gruppe sich trägt.

Dirigent sein:
Die Schüler sitzen im Stuhlkreis. Der Dirigent macht vor: Hände reiben, Finger schnipsen, mit beiden Händen auf die Oberschenken schlagen, dazu mit den Füßen auf den Boden stampfen, Finger schnipsen, Hände reiben, gar nichts tun. Alle machen das nach, die Dirigentenrolle wechselt und der Fantasie der vorgemachten Dinge kann freien Lauf gelassen werden.

Etwas Geheimnisvolles weitergeben:
Die Schüler stehen schweigend im Kreis. Einer gibt ein imaginäres Objekt an den rechten Nachbarn weiter. Der Nachbar tut dasselbe, es geht immer so weiter. Am Schluss sagen alle, was sie weitergegeben haben.

Von Angesicht zu Angesicht:
Es bilden sich Paare, die sich gegenüberstehen oder -sitzen. Die Partner schreiben fünf Gemeinsamkeiten und fünf Unterschiede auf einen Zettel: Stärken, Merkmale, Charaktereigenschaften usw. Dann erfolgt ein Partnerwechsel, die Übung wird wiederholt. Auswertung: Mit welchen Unterschieden wird man geboren, welche kann man verändern?

Wettermassage:
Die Schüler bilden einen Stuhlkreis. Einer sitzt, der andere steht dahinter und massiert zur Geschichte, die der Lehrer erzählt: „Schließt die Augen, stellt euch einen Regentag vor, es beginnt langsam zu regnen.“ Die Masseure tippen mit den Fingerspitzen auf den Rücken, es kommt Wind auf (mit der Handfläche über den Rücken wischen), es beginnt stärker zu regnen (sich stärker massieren, ohne einander wehzutun), es stürmt (über den Rücken wischen), blitzt und donnert (mit den Handrücken leicht über den Rücken gehen). Am Ende kommt die Sonne wieder hervor (Hand auflegen, Wärme spüren, sich Energie geben). Zum Schluss malen die Schüler dem Partner einen langen Regenbogen auf den Rücken; dann wechseln.

Stühle kippen:
Die Schüler stehen im Kreis. Jeder hat einen Stuhl vor sich, dieser wird nach vorne gekippt und festgehalten. Auf ein Kommando gehen alle einen Stuhl gehen, ohne dass die Stühle umkippen. Wiederholen Sie diese Übung mehrmals, dann zwei Stühle weitergehen.

Guten Tag, ich heiße Joe:
Alle stehen im Kreis, ich mache die Übung vor, alle machen Bewegungen mit: Ich spreche vor jeder neuen Übung folgenden Text: „Guten Tag, ich heiße Joe und arbeite in der Knopffabrik, eines Tages kommt mein Chef zu mir und sagt: Hey, Joe, hast du nichts zu tun? Ich sage Nö! Er sagt: Steh doch mal auf einem Bein.“ Alle stehen auf einem Bein. Dann wiederhole ich den Text. Im zweiten Durchlauf sagt der Chef:“Dreh doch mal an diesem Rad!“ Alle stehen nun auf einem Bein und drehen mit einem Arm an einem Rad. Im nächsten Durchlauf sagt der Chef: „Schau dich doch mal um!“ Alle schauen sich nun zusätzlich um. Weiter geht es mit: „Tritt doch mal auf dieses Pedal!“/“Pfeif doch mal ein kleines Lied!“/“Zieh doch mal an diesem Hebel!“

Burkhard Günther


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