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Kreativer Adventskalender

Adventskalender mal anders - der Videoadventskalender

Die Schüler freuen sich jedes Jahr wieder auf den Klassen-Adventskalender. Für die Umsetzung gibt es viele Ideen. Hier bekommen Sie alle wichtigen Infos für einen Videoadventskalender.

Kreativer Adventskalender: Adventskalender mal anders - der Videoadventskalender Gemeinsam einen wundervollen Videoadventskalender gestalten © galitskaya - stock.adobe.com

Im vergangenen Jahr zwang Corona mich, meinen bisher üblichen Klassenadventskalender zu überdenken: Abstandsregeln und Co ließen weder das Weihnachtsliedersingen noch die „Plätzchenback-Rückenmassage“ oder ähnliches zu. Aus diesem Grund entstand der „Videoadventskalender“, den ich ebenso gerne in Zeiten ohne infektionsbedingte Einschränkungen wiederholen möchte.

Die Idee zum Videoadventskalender

Früher einmal, bevor Corona-Regeln den Schulalltag bestimmten, hatte ich schon einmal Eltern meiner Schülerinnen und Schüler eingeladen, uns morgens in der Adventszeit zu besuchen und beispielsweise eine Geschichte vorzulesen. Das war schön, aber manchmal etwas schwer zu planen und vor allem kaum geheim zu halten. Daher kam mir die Idee, dieses Konzept virtuell umzusetzen. So fragte ich bei den Klasseneltern an, ob jemand ein Video drehen könnte, zum Beispiel mit einer weihnachtlichen Geschichte oder einem Gedicht, einem Lied, Basteltipp, Adventsbrauch oder ähnlichem. Natürlich sollte es für die Kinder eine Überraschung sein und musste daher geheim gehalten werden. Außer den Eltern der Klasse fragte ich auch bei den Kolleginnen nach, die die Kinder kannten, ob sie uns mit einem Beitrag unterstützen könnten. Für die restlichen Adventstage plante ich, kurze weihnachtliche Videos beispielsweise von der „Sendung mit der Maus“ oder selbstgedrehte Videos zu zeigen.

Eltern als „Türchen im Adventkalender“

Das Spannendste für die Kinder war jeden Morgen, wer das Video des Tages beisteuerte. Es war auch einfach schön, andere Eltern zu sehen und zu hören, wie sie Geschichten vorlasen. Sogar Großeltern hatten sich für einen Videodreh zur Verfügung gestellt. Nicht nur der „Blick ins Wohnzimmer“, auch die unterschiedlichen Talente der Eltern waren vielfältig: Da gab es eine Mutter, die Weihnachtlieder auf dem Klavier vorspielte, eine andere, die per Power-Point ein Rätsel über vorweihnachtliche Zahlen und Fakten zum Besten gab. Auch zum Plätzchen backen und Weihnachtsbaumschmuck basteln gab es Tutorials, die manch einen Youtuber beeindruckt hätten. Ich freute mich jedes Mal, wenn ich wieder ein neues Video erhielt und offensichtlich bereitete es dem ein oder anderen Elternteil ebenso Freude, für das eigene Kind und dessen Klasse kreativ zu werden.

Die zeitliche Planung und Umsetzung

  • Aufforderung: Mitte November erklärte ich den Eltern per E-Mail mein Vorhaben und bat um Rückmeldung, wer ein „Türchen“ unseres Adventskalenders beisteuern möchte.
  • Rückmeldung: Um diese Rückmeldung bat ich innerhalb einer Woche, um besser planen zu können.
  • Vorgaben: Das Video sollte höchstens fünf Minuten lang sein.
  • Abgabetermin: Hier legte ich zwei Termine fest: den ersten ein paar Tage vor dem 1. Dezember, den zweiten circa eine Woche später. Das war sinnvoll, da manche ihre Videos am besten erst in „weihnachtlicher Kulisse“ drehen konnten oder einfach noch mehr Zeit für ihr geheimes Vorhaben bekamen.

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, immer ein Ersatzvideo zur Verfügung zu haben, da schon einmal ein Abgabetermin nicht eingehalten wird oder sich eine Datei nicht öffnen lässt.

Die technische Umsetzung

Das Abspielen der Videos war in meinem Klassenzimmer dank Beamer kein Problem. Das Zusenden der Videos wurden von den Eltern auf mehreren Wegen gelöst: Da wir Microsoft TEAMS als Homeschooling-Tool verwendeten, konnten einige Eltern mir darüber auch Videos schicken. Andere verwendeten Dropbox oder generierten einen nicht öffentlichen Youtube-Link. Eine zusätzliche Option, mir einen USB-Stick mit dem Video zukommen zu lassen, wurde von niemandem genutzt.

Tipps für das eigene Adventskalendervideo

Durch ihre Erfahrungen im Homeschooling sind einige Lehrer/innen eh schon zu Regisseuren und Moderatoren von Lehrvideos geworden. Für alle, die sich noch nicht herangewagt haben, hier ein paar Tipps:

Mit Microsoft Powerpoint lassen sich prima Videos drehen. Wer dies noch nie gemacht hat, muss dafür nur unter „Optionen“ die „Aufzeichnungen“ aktivieren. Eine genauere Erklärung gibt es hier.

Man kann zum einen PowerPoint-Folien besprechen, wenn man beispielsweise Abbildungen zeigen und dazu etwas erzählen bzw. vorlesen möchte. Zum anderen kann man auch sich selbst mit der Kamera des PCs filmen. Das Videofenster, das im Normalfall am Rand klein zu sehen ist, kann man auch so vergrößern, dass die Videoaufnahme im Mittelpunkt steht. Eine Homestory des Lehrers oder der Lehrerin ist bestimmt ein spannender Einblick für die Kinder! Wer selbst nicht so gerne im Fokus steht, kann auch eine Handpuppe oder ein Stofftier für sich sprechen lassen. Ein großer Vorteil bei der Aufnahme mit PowerPoint ist, dass man das Video aus mehreren Einzelszenen zusammensetzen kann und man bei einem Versprecher nur die Aufnahme einer Folie neu machen muss. Wie man die Einzelaufnahmen exportiert, sodass man ein zusammenhängendes Video erhält, wird hier erklärt.

Vielleicht lag es am allgemein hohen Engagement der Eltern meiner Klasse, vielleicht lag es aber auch daran, dass die Kinder zu Hause anscheinend immer wieder von unserem Adventskalender erzählten:  Am Ende musste ich selbst nur ein einziges Video drehen, da für alle anderen Tage Beiträge der Eltern oder Kolleg/-innen zusammenkamen. Aber selbst, wenn nur an ein paar Tagen hinter den Adventskalendertürchen solche Videos versteckt sind – es ist eine schöne Möglichkeit, um die Eltern und Schulfamilie eine besinnliche Adventszeit mitgestalten zu lassen.

Daniela Harrer


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