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Feedback geben: Blitzlicht, Zielscheibe, Stimmungsbarometer

Es gibt zahlreiche Methoden, mit deren Hilfe man regelmäßiges und dennoch abwechslungsreiches Feedback nach einem Schülerreferat oder einer Unterrichtsstunde durchführen kann. Drei der bekanntesten Vorgehensweisen sind das Blitzlicht, die Zielscheibe und das Stimmungsbarometer.

Methoden: Feedback geben: Blitzlicht, Zielscheibe, Stimmungsbarometer Lernerfolg und Unterrichtsqualität: Ein gelungenes Feedback hilft, beides besser einschätzen zu können © Robert Kneschke - Fotolia.com

Die Blitzlicht-Methode soll auf prägnante Weise das Meinungsbild der Klasse, z.B. zu einer neuen Unterrichtsmethode, zum eigenen Lernfortschritt oder zu einem Referat, abfragen. Das Blitzlicht ist eine klassische Feedback-Methode für die Schüler-Lehrer-Konstellation. Die Lehrperson gibt eine Frage in die Klasse und bittet um entsprechende Rückmeldungen. Hierbei kann der Reihe nach vorgegangen werden oder auch querbeet, so dass die Wortbeiträge beliebig im Klassenraum "aufblitzen".
Die Länge der Wortbeiträge können begrenzt werden, wie z.B. auf einen Satz oder einen positiver bzw. einen negativen Aspekt. Jeder Schüler sollte zu Wort kommen. Wenn die Gefahr besteht, dass sich Rückmeldungen zu oft wiederholen und die Schüler sich ihren Vorrednern in ihren Aussagen nur noch anschließen, kann vorab auch ein Einzelauftrag gegeben werden, wie z.B.: „Bitte notiert in einem Satz, wie ihr … empfunden habt.“



Beispiel:
Nach dem ersten Quartal bittet der Lehrer um Feedback. Er teilt den Schülern einen DIN A 5-Zettel aus, auf dem sich einige Leitfragen befinden:

• Welche Themen habe ich besonders gut verstanden?
• An welchen Stellen hatte ich Verständnisschwierigkeiten?
• Ist die Unterrichtszeit regelmäßig schnell oder langsam vergangen?
• Wie empfinde ich das Klassenklima?
• Wie geht es mir mit der Arbeitsgeschwindigkeit?
• Konnte ich mich immer in den Unterricht einbringen, wenn ich es wollte?

Nach einer kurzen Bedenkzeit fordert der Lehrer die Klasse auf, zu einzelnen Fragen eine kurze Rückmeldung zu geben. Dabei spielt jeweils die Reihenfolge der Wortmeldungen keine Rolle. Jeder Schüler sollte aber wenigstens eine der Fragen beantworten.

Zielscheibe

Eine Zielscheibe mit vier bis maximal sechs Sektoren wird an die Tafel gezeichnet. Jeder Sektor wird mit einer Überschrift versehen, wie z. B. inhaltliches Verständnis, Methode, Arbeitsatmosphäre oder Interessantheitsgrad. Die Schüler sollen in jedem Sektor ein Kreuz setzen. Je mittiger sie das jeweilige Kreuz positionieren, desto positiver haben sie diesen Aspekt wahrgenommen.
Die Punktewolke auf der ausgefüllten Zielscheibe hat, je nach Streuung, in der Regel bereits eine Aussagekraft für den Lehrer oder die Referatsgruppe. Dennoch kann es sinnvoll sein, das Ergebnis anschließend gemeinsam in der Klasse zu besprechen, um Präzisierungsfragen stellen und Verbesserungswünsche einholen zu können.

Beispiel:
Die Klasse hat in Gruppen an einem Thema gearbeitet. Die Ergebnisse wurden im Plenum vorgestellt und gesichert. Nun reflektieren die Schüler den Gruppenarbeitsprozess. Hierzu erhält jeder Gruppentisch eine DIN A 4-Zielscheibe mit vorgegebenen Kriterien. Die Schüler füllen die Scheibe unter der Fragestellung „Wie zufrieden bin ich mit ... ?“ zunächst einzeln aus, bevor sie die Aspekte mündlich nachbesprechen.

Stimmungsbarometer

Zu vorgegebenen Fragen soll die Klasse ihre Stimmung, ihren Lernzuwachs oder ihre Verständnisschwierigkeiten rückmelden. Auf einem vorbereiteten Plakat oder Tafelbild erhält jeder Schüler die Gelegenheit, sich mit Klebepunkten, Filzstift oder Kreide entsprechend zu positionieren.

Der Begriff des Barometers ist dabei ein wenig irreführend, da stattdessen oft auch die Form eines Thermometers oder eines Koordinatensystems gewählt wird. Die Methode unterstützt die individuelle Reflexion der Schüler hinsichtlich ihres Lernprozesses, ermöglicht einen inhaltlichen Rückblick auf eine Unterrichtsstunde oder -einheit, lenkt den Blick auf lernförderliche bzw. weniger lernförderliche Rahmenbedingungen und Methoden und eröffnet dem Lehrer Ansatzpunkte zur Verbesserung der eigenen Unterrichtsgestaltung.

Beispiel:
Im Rahmen seines Biologieunterrichts bittet der Lehrer am Ende des Schuljahres eine 6. Klasse um eine jeweils individuelle Reflexion der bearbeiteten Themen. Nach einigen Minuten Bedenkzeit sollen die Schüler gruppentischweise nach vorne kommen und ihre Linien auf dem Plakat einzeichnen. Je mehr Schüler dasselbe Plakat beschriften sollen, desto hilfreicher können unterschiedliche Stiftfarben sein. Alternativ kann auch je Gruppentisch ein jeweils eigenes Plakat ausgefüllt werden. Dies ermöglicht eine Differenzierung des Lernzuwachses und Förderbedarfs der einzelnen Gruppen.

Dennis Sawatzki


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