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Dokumentation

Mit Lerntagebuch, Logbuch und Portfolio den Lernprozess begleiten

Selbstständiges Arbeiten und die Reflexion des eigenen Lernprozesses werden durch das Arbeiten mit einem Lerntagebuch, Logbuch oder Portfolio gezielt gefördert. Die Schüler lernen so, den eigenen Lernfortschritt zu dokumentieren.

Dokumentation: Mit Lerntagebuch, Logbuch und Portfolio den Lernprozess begleiten Schüler erleben den eigenen Lernprozess viel genauer, wenn sie ein Lerntagebuch führen © WavebreakMediaMicro - Fotolia.com

Ein spezielles Mittel, um die Selbstständigkeit der Schüler zu fördern, ist sie — im engeren Sinne — selbstständig arbeiten zu lassen. Hierzu eignen sich verschiedene Lehr-/Lernarrangements wie beispielsweise eine Projektarbeit, ein Stationenlernen oder ein Plan-spiel. Damit diese Arbeit jedoch zielgerichtet verläuft, sollten die Schüler ihren Arbeitsprozess dokumentieren. Hierzu eignen sich die Methoden des Lerntagebuchs, des Portfolios oder das Logbuch.

Die angelegte Dokumentation soll jedoch nicht Selbstzweck sein, sondern dem Schüler die Möglichkeit bieten, seinen Arbeitsprozess reflektieren und somit zielgerichtet gestalten zu können. Der Schüler soll dadurch zu einer Art der Selbstreflexion, d. h. zu einer Reflexion des eigenen Lernstandes und der Brauchbarkeit der Lernwege, zur Analyse der eigenen Fehler und zur Planung der weiteren Schritte angeregt werden. Die Lernenden werden dabei unterstützt, eigene Lern- und Arbeitsstrategien zu entwickeln.

Mit Lerntagebuch den Lernfortschritt bündeln

Das Lerntagebuch bietet dem Schüler die Möglichkeit, seinen Lernfortschritt unterrichtsbe-gleitend zu bündeln. In diesem Fall soll der Schüler seinen Lernfortschritt nach selbst gewählten Kriterien reflektieren und dokumentieren. Das Ergebnis ist damit — ähnlich wie ein klassisches Tagebuch — eine höchst individuelle Ergebnissammlung, die sich auf unterschiedliche Teilaspekte, die zuvor gemeinsam vereinbart sein können, konzentrieren kann.

Ziel des Lerntagebuches ist es, die Schüler zu einem vertieften Verständnis des behandelten Stoffes sowie des Lernprozesses selbst zu führen, indem sie zu einer regelmäßigen Nachbearbeitung und Reflexion angeregt werden. Die Aufgabe für die Schüler besteht darin, aus der Gesamtfülle des behandelten Stoffes genau den Aspekt auszuwählen, der ihrer Ansicht nach am bedeutendsten erscheint. Es kann sich dabei um eine neue Erkenntnis, einen Aha-Effekt, eine Irritation, aber auch um eine Lösungsfindung und somit den Lernprozess selbst handeln.

Die Funktion des Lerntagebuches ist vielschichtig. Es sammelt eben einerseits besondere Erkenntnisse, es schafft aber andererseits auch ein Bewusstsein für den eigenen Lernprozess. Es dient also der Überwachung des eigenen Verstehens. Aufgrund der regelmäßigen Dokumentation und Reflexion des Lernprozesses schafft das Lerntagebuch aber eben gerade auch eine gute Datenbasis über den Lernprozess selbst — wann habe ich was lernen können? In welchen Phasen war mein Lernfortschritt eher gering, in welchen eher größer? Hieraus können wiederum Schlussfolgerungen für eine weitere individuelle Förderung gezogen werden.

Nicht zuletzt hilft das Lerntagebuch auch dabei, die eigene Lernbiografie zu rekonstruieren, und die Möglichkeit der individuellen Gestaltung schafft eine ansprechende Form eines „ler-nenden Zwiegesprächs“.

Portfolio und Logbuch dokumentieren Projektarbeit

Das Portfolio und das Logbuch dienen zur Dokumentation eines selbstständig durchgeführten Projektes. Die Gestaltung eines Portfolios ist in der Regel etwas freier, während ein Logbuch hingegen im Bezug auf die Zusammenstellung der Inhalte und die Planung des Projektes klarer strukturiert ist. So reguliert das Logbuch mithilfe seiner Struktur die einzelnen Ar-beitsschritte des Projektes, aber auch die Dokumentation stärker.

Die Dokumente eines Portfolios setzen sich i.d.R. aus vier Teilaspekten zusammen:

  1. Arbeitsergebnisse, die von den Schülern eingefordert werden,
  2. Arbeitsergebnisse, die außerhalb des Unterrichtes auf Initiative der Schüler entstehen,
  3. Rückmeldungen (Beobachtungen) des Lehrers,
  4. Schülerreflexionen.

Das Logbuch dagegen legt klare Abläufe für die Projektdurchführung fest und fordert die Re-flexion des aktuellen Ergebnisstandes regelmäßig heraus, um dadurch den weiteren Arbeitsprozess zu strukturieren.

Frank Lauenburg

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