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Kreative Präsentationsform

Pecha Kucha – die Alternative zu langweiligen Referaten

Pecha Kucha – klingt wie ein Rezept für eine Kuchen. Ein Rezept bzw. eine Anleitung ist es, aber für das Vortragen von Referaten - als Methode für den Unterricht sehr interessant.

Kreative Präsentationsform: Pecha Kucha – die Alternative zu langweiligen Referaten Kurz und auf den Punkt gebracht - das ist Pecha Kucha © nadia_snopek - stock.adobe.com

Nie wieder langweilige Referate mit überquellenden Power-Point-Folien – das klingt mehr als verlockend. Kein Abschweifen in unwichtige Details, keine herumfliegenden ClipArt-Tools, keine Harakiri-Folienumbrüche… mit der guten alten KISS-Regel („keep it short and simple“) kann man ja bereits schon viel erreichen. Noch kurzweiliger wird Ihr Vortrag aber mit Pecha Kucha (jap. „andauerndes Gerede“, klingt eingedeutscht etwa wie /petschakutscha/ ). Mit dieser alternativen Vortragstechnik bleibt man auf das Wichtigste fokussiert und erlebt einen kurzweiligen, spannenden Vortrag. Das haben sich die Erfinder der Methode, die Architekten Astrid Klein und Mark Dytham 2003 auf einer Designveranstaltung gedacht und wollten damit einschläfernden Präsentationen entgehen. Inzwischen gibt es in größeren Städten sog. Pecha Kucha Nights, also Abendveranstaltungen, bei denen verschiedene Vortragende zu beliebigen Themen performen und den besten Vortrag prämieren.

So ein Format ist natürlich auch immer für den Unterricht interessant. Gerade mit dem Anstieg von Online-Unterricht sind Lehrkräfte froh um einfach umzusetzende methodische Ideen, die eine Remote-Sitzung bereichern können. 

Aufbau & Struktur eines Pecha Kuchas

Pecha Kucha folgt als Präsentationsmethode ganz genauen Regeln, die es einzuhalten gilt: 

  • Zu einem Thema dürfen exakt 20 Folien gezeigt werden.
  • Jede Folie bleibt genau 20 Sekunden sichtbar und springt dann automatisch zur nächsten weiter (Dauer 6´40).
  • Auf einer Folie ist ein Bild zu sehen und üblicherweise kein oder nur äußerst wenig Text.
  • Der Vortrag dazu ist mündlich und frei, es werden keine Unterlagen benötigt.

Welche Vorteile hat Pecha Kucha? 

Die Vorteile dieser unterhaltsamen Art der Präsentationen sind schnell nachvollziehbar: 

Zunächst einmal ist der Vortrag übersichtlich und immer nach 6 Minuten 40 Sekunden beendet. Damit können die Zuhörer sicher sein, dass der Vortragende sein Referat nicht zeitlich überschreitet.

Weiterführende Links

Ideen, Tipps und Eindrücke für Pecha Kucha gewinnt man auf der gleichnamigen Website

Noch mehr Inspiration gibt es hier.

Die Informationen müssen kurz und knackig auf den Punkt gebracht, die Eindrücke zielsicher vermittelt werden. Durch den Folienwechsel bleiben die Textanteile jeweils in kürzeren Häppchen gut verdaulich, auf längere Redeanteile und ermüdende Erklärungen muss verzichtet werden. Man formuliert überlegt, knapp und präzise.
Durch das methodische Format bietet ein Pecha Kucha Vortrag einfach mehr Abwechslung und Spannung. Dies tut nicht nur in Live-Veranstaltungen, sondern auch beispielsweise bei Online-Sitzungen gut. 

Wofür eignet sich Pecha Kucha? 

Unterrichtlich kann man mit Pecha Kucha interessante Stundeneinstiege oder Themenvorstellungen gestalten, Referate alternativ präsentieren oder Abschlusspräsentationen bereichern. 

Nachteil von Pecha Kucha

Einziger Nachteil kann es sein, dass durch die Wichtigkeit der Performance des Vortragenden die Inhalte ins Hintertreffen geraten könnten. Es geht also darum, trotz der Verknappung nicht oberflächlich zu referieren und hinterher noch Zeit für Nachfragen oder Vertiefungen einzuplanen. 

Gemeinsam einen Vortrag erarbeiten

Mit Schüler/-innen erarbeitet man einen Pecha Kucha Vortrag unter diesen Gesichtspunkten:

  1. Zunächst legt man Thema und Inhalt fest. Sollte die Methode noch neu und ungesichert sein, ist dabei die Themenstellung zunächst eher einfach gehalten. Bei steigender Übung können die Themen dann anspruchsvoller werden. Für die Inhalte müssen die Schüler gut recherchieren, da es am Ende um die Essenz des Ganzen geht. Mit Stichpunkten können die einzelnen Folien gedanklich-inhaltlich gefüllt werden.
  2. Für die Gliederung des Vortrags ist es wichtig, den Zeitfaktor von 20 Sekunden pro Folie nicht aus den Augen zu verlieren. Es gibt also genau 20 Aspekte, die ungefähr ähnlich lang sind.
  3. Die Bildauswahl zu treffen stellt vermutlich den anspruchsvollen Vorbereitungsanteil dar. Welche Bilder passen zum Thema und zugleich zu dem aktuellen Teilaspekt? Wie passen die Bilder optisch und thematisch zueinander, wie entsteht beim Betrachter auch ein visueller roter Faden? Passen Bild- und Redeanteil kongruent zueinander, wie wird die Symbolsprache bedient? Die Bilder sollen den Inhalt verstärken und unterstreichen, illustrieren. Sie leiten durch den Vortrag und ergänzen (nicht ersetzen!) die Rede.
  4. Für die konkrete Vorbereitung der PPT-Folien richtet man 20 leere Folien ein, die nach je 20 Sekunden weiterspringen (automatischer Wechsel, nicht nach Mausklick). Innerhalb dieser digitalen Vorlage kann ein Schüler dann mit den Bildern spielen und den Vortrag realisieren.
  5. Die Performance des Vortrags sollte gut geübt werden. Es ist schon nicht einfach, eine relativ freie Rede mit Hilfe einer PPT zu gestalten. Genau darum steht ja meist auch viel zu viel Text auf den Folien. Umso schwieriger ist es bei einer Pecha Kucha – denn hier geht es um genaues Timing und gute Abstimmung von Text und Bild. Dies muss man üben und weiter üben. Der Vortrag darf nicht zu schnell und nicht zu langsam sein, da die Folien den Zeittakt vorgeben. Eine Stoppuhr kann helfen, dafür ein Gefühl zu entwickeln. Für Schüler/-innen ist es sicherlich zunächst sehr hilfreich, einen Stichwort-Zettel für jede Folie parat zu halten, auf dem der Kernsatz für die jeweilige Folie steht. Falls man vor lauter Aufregung den Faden verliert, kann man sich daran gut festhalten bzw. weiterhangeln.

Am Ende soll der kurzweilige und gekonnte Vortrag der Höhepunkt aller Vorbereitung sein. Hier geht es dann auch um eine gewisse Inszenierungskunst und Performance. Man entdeckt vielleicht geborene Schauspieler unter seinen Schülern und Schülerinnen. Die Methode kann aber auch den Ehrgeiz eher schüchterner Jugendlicher anstacheln. Und wer weiß – vielleicht veranstalten Sie ja auch im Rahmen eines Schulfestes eine Pecha Kucha Nacht mit Ihren Schüler/-innen.

Claudia Omonsky


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