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Konzentration üben

Konzentration fördern durch spielerische Übungen

Die Förderung von Konzentration ist vergleichbar mit dem Training eines Muskels. Durch bestimmte Übungen lässt sie sich gezielt fördern. Wir stellen einige Methoden vor, mit der die Konzentration trainiert wird.

Konzentration üben: Konzentration fördern durch spielerische Übungen Leichter konzentrieren mit mehr Motivation © Kzenon - stock.adobe.com

…und nun schließe die Augen und konzentriere dich auf deinen Atem“, leitet die Lehrerin an. Aber Peter bleibt unruhig, schaut immer wieder hin und her und kann dabei nicht stillsitzen, geschweige denn sich konzentrieren. Manche Schüler/-innen können sich einfach nicht fokussieren. Sie tun sich schwer, zwischen wichtigen und momentan unwichtigen Beobachtungen zu unterscheiden. Weil sie zu viele Umwelteinflüsse gleichzeitig verarbeiten müssen, schweifen sie dann schnell ab und „verlieren den Faden“. Zudem ist die Fähigkeit der Konzentration auch eine Trainingssache, die sich im Laufe der kindlichen Entwicklung erst ausprägt. Schüler/-innen benötigen daher insgesamt mehr innere und äußere Ruhe, um sich gut konzentrieren zu können. Das mehr oder weniger bewusste Ausschalten von Außenreizen wird am ehesten im spielerischen Tun gelernt und gelingt mit Spaß am besten.

Wechsel von körperlicher An- und Entspannung 

Die Förderung von Konzentration ist vergleichbar mit dem Training eines Muskels. Es werden ausgewogene Anteile von Anspannung und Entspannung benötigt. Darum kann man trotz individuell verschiedener Aufmerksamkeitsspannen gezielt die Konzentration trainieren, indem man gute Rhythmisierung in den Unterrichtsvormittag einbaut.

Traumreisen oder Körperübungen

Effektive Konzentrationsübungen für Schüler/-innen erhöhen die Aufmerksamkeitsspanne, beispielsweise mit kleinen Traumgeschichten. Hier sollen die Schüler/-innen lernen, über eine gewisse Zeit hinweg der anleitenden Stimme der Lehrkraft zu folgen und dabei motorisch zur Ruhe zu kommen. Sie aktivieren die inneren Vorstellungsbilder und bringen sie in Verbindung mit den physiologischen Eindrücken. Mit ein wenig Übung können sie die eigene Befindlichkeit sogar selbst ein Stück weit motorisch beeinflussen, zum Beispiel mit Autosuggestionen wie „warm wie eine Wärmflasche“ oder „leicht wie eine Feder“.

Progressive Muskelentspannung nach Jacobson

Hierbei üben die Schüler/-innen, durch An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen den ganzen Körper zu entspannen. Hilfreich ist es, dabei einen Schwamm in die Hand zu geben, sodass das Anspannen und Loslassen sich auch buchstäblich greifbar machen lässt. Die Anleitung hält eine klare Reihenfolge ein und führt idealerweise zu einer generalisierten Entspannung

Yoga und Atemübungen

Eine tägliche Yogaübung kann entweder ein Teil des Unterrichtsvormittags sein und beispielsweise in die Pausensituation oder bei Stundenübergängen eingebaut werden. Sie kann aber darüber hinaus auch Teil einer Rhythmik- oder Sporteinheit sein und als methodischer Anteil dort verankert werden (vgl. Entspannung und Yoga ganz einfach, Omonsky, Persen Verlag). Physiologisch betrachtet beeinflusst die Geschwindigkeit unserer Atmung die Abläufe im Körper. Bewusstes Atmen kann also ebenso gezielt entspannen und so langfristig zu besserer Konzentration beitragen. Ähnlich funktionieren auch Klangreisen oder die Arbeit mit Klangschalen. 
Für all diese Programme werden qualifizierende Kurse und Kursleiterausbildungen angeboten. 

Gehirnjogging und Wahrnehmungsspiele

Die spielerische Gestaltung von Konzentrationsübungen soll vor allem Spaß machen. Gute Effekte erzielt man, wenn man einzelne Wahrnehmungsbereiche direkt anspricht, zum Beispiel 

akustische Wahrnehmung
  • „Hören und zählen“: Eine Geschichte wird vorgelesen und die Schüler/-innen zählen bestimmte Wörter mit.
  • „Hören und aufstehen“: eine Geschichte wird vorgelesen und jede/-r Schüler/-in ist einem Namen zugeordnet. Immer wenn dieser vorkommt, muss der Betreffende aufstehen.
  • „Ich packe meinen Koffer“: Der Klassiker schult die Merkfähigkeit im Kurzzeitgedächtnis, indem die Schüler/-innen sich nach und nach eine längere Kette an Gegenständen merken sollen.
visuelle Wahrnehmung
  • „Ziffernkette“: Auf einzelnen Zetteln sind verschiedene Ziffern notiert. Die Schüler/-innen dürfen eine bestimmte Anzahl an Zetteln ziehen, die Ziffern lesen und den Zettel zurücklegen. Im Anschluss soll die Reihenfolge der Ziffern aufgesagt oder aufgeschrieben werden.
  • „Was fehlt?“: Bei diesem Klassiker wird eine bestimmte Anzahl an kleinen Gegenständen wie Spitzer, Radiergummi, Heftklammer etc. in die Mitte gelegt und betrachtet. Es sollten zunächst nicht mehr als 3 - 6 Gegenstände sein. Dann deckt die Lehrkraft ab und nimmt einen oder mehrere Gegenstände weg – was fehlt? Wer noch einen Overheadprojektor im Klassenzimmer hat, kann dies auch mit den Schattenrissen von Gegenständen tun, das wirkt rhythmisierend und stellt eine reizvolle Variante dar.
  • „Sanduhr“: Eine große Sanduhr, idealerweise mit farbigem oder Glitzersand steht in der Mitte und soll möglichst leise und unbewegt beobachtet werden. Welches Kind stellt seinen persönlichen Still-Halte-Rekord auf?

Konzentration zu üben kann Spaß machen und in kleinen Häppchen sehr gut in den Unterricht integriert werden. Beispielsweise kann man eine Konzentrations-Hitliste erstellen und in ritualisierten Abschnitten (z. B. Morgenkreis, zum Pausengong, zum Stundenwechsel, zum Schulschluss) anbieten. Die Übungen werden hierfür auf eine Karte notiert und beispielsweise in eine hübsche Schachtel geworfen und dann jeweils gezogen. Die Schüler/-innen wirken so einerseits bei der Erstellung und Erprobung mit, sie nutzen sie danach andererseits im Unterricht weiter und trainieren spielerisch Konzentration und Entspannung. 

Claudia Omonsky


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