Fach/Thema/Bereich wählen
Was heißt Konzentration

Konzentration und Aufmerksamkeit trainieren

Die Konzentrationsfähigkeit kann wechselnd intensiv sein und hängt von der Tagesform ab. Hier erfahren Sie, was Schüler/-innen ablenkt, wie die Konzentration gefördert wird und wann wir von Konzentrationsstörungen sprechen.

Was heißt Konzentration: Konzentration und Aufmerksamkeit trainieren Schüler/-innen sind je nach Alter schnell abgelenkt © Moritz Wussow - stock.adobe.com

„Bitte alle den Stift weglegen“, kommt die Ansage der Lehrkraft und einige Schüler/-innen reagieren gar nicht. Sie wiederholt die Aufforderung mehrfach, am Ende sagen die Schüler/-innen, sie hätten das gar nicht gehört, weil sie sich so stark auf die Aufgaben konzentriert hatten.

Das Phänomen der Konzentration stellt die willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine Tätigkeit dar, die Fähigkeit, sich ganz auf etwas auszurichten. Und im Umkehrschluss ist die Konzentration dann auch störanfällig, wenn man sich so gar nicht auf eine Sache besinnen kann und ständig von anderen Begebenheiten abgelenkt wird. Bei Schüler/-innen kann man beides sehr gut beobachten. Falls Sie als Lehrkraft unsicher sind, wie es um die allgemeine Konzentration der Schüler/-innen bestellt ist, dann hilft die Beobachtung in verschiedenen Situationen, zum Beispiel beim handelnden Tun, beim Zuhören oder etwa beim eigenständigen stillen Lesen. Denn die Konzentrationsfähigkeit kann wechselnd intensiv sein und hängt zudem auch von der Tagesform ab. Das  liegt daran, dass die Konzentration keine Eigenschaft ist, die man zu jeder Zeit einfach abrufen kann. Sie gehört zu den Fähigkeiten, die auch von den jeweiligen Umständen beeinflusst wird.

Bedingungsfaktoren für Konzentrationsfähigkeit

Aufmerksamkeit ausrichten können, hängt ab …

  • von der Sache: Mag ich, was ich tun soll? Motiviert es mich oder ist es eine lästige Pflicht?
  • von der momentanen Stimmung und dem eigenen Können: Fühle ich mich sicher und entspannt oder bin ich angespannt und gestresst, unter Leistungsdruck?
  • von Umfeldfaktoren: Was passiert um mich herum? Interessiert mich das mehr?

Auch wenn alle inneren und äußeren Bedingungen günstig sind, lässt sich Konzentration nicht beliebig lange aufrechterhalten, sondern braucht Energie und insofern auch Pausen. Während Kinder bis ca. 7 Jahre sich durchschnittlich bis ca. 15 Minuten lang konzentrieren können, liegt die Zeit bei Kindern zwischen 12 und 16 Jahren schon bei etwa 30 Minuten. Erwachsene konzentrieren sich hingegen dann über eine Spanne von ca. 90 Minuten. Dies gilt es im regulären Schultakt sicherlich besonders zu berücksichtigen, um die Schüler/-innen nicht zu überfordern. Unterrichtsphasen von hoher oder geringer Aufmerksamkeit sollten sich organisch abwechseln. Bewegung, frische Luft und gesunde Ernährung geben dem Gehirn hierbei die richtigen Impulse zur An- und Entspannung.

Ablenkung und Konzentration

Wenn ein Schüler/ eine Schülerin sich vollständig auf etwas konzentrieren möchte, so gelingt dies leichter, wenn andere Umweltreize minimiert werden. Je nach Lerntyp werden bestimmte Wahrnehmungskanäle auf Störungen leichter abgelenkt reagieren als andere. Zum Beispiel kann es sein, dass die gern gewählte begleitende Lernmusik für manche Schüler hilfreich, für andere unglaublich ablenkend wirkt. Auch Lärm von einer Baustelle oder vom Sportplatz wirkt in dieser Weise ins Klassenzimmer hinein und stört den eher akustischen Typ. Ähnlich verhält es sich bei Schüler/-innen, die hauptsächlich visuell ansprechbar sind: die umherlaufenden Mitschüler/-innen oder die unaufgeräumte Spielecke wirken dann ablenkend auf die Konzentration. 

Konzentration lernen

Da man sich aber nicht ständig von allen Außenreizen abschirmen kann, haben wir alle gelernt, Umweltreize sinnvoll zu filtern. Wichtiges wird eingeblendet und Unwichtiges ausgeblendet. Diese Fähigkeit ist bei Schüler/-innen aber noch nicht von Anfang an ausgeprägt, sondern entwickelt sich erst im Laufe der Zeit. Darum sind Schüler/-innen viel schneller und leichter ablenkbar von vermeintlich unwichtigen Aspekten als Erwachsene und brauchen einfach mehr innere und äußere Ruhe, um sich konzentrieren zu können. Der essenzielle Lernprozess zur Entwicklung von Konzentrationsfähigkeit besteht im bewussten Ausschalten von Umweltreizen. Kinder lernen dies natürlicherweise am ehesten im Spiel. Darin üben sie den natürlichen Wechsel von An- und Entspannung, von Aktivität und Ruhe.

Aber auch gezielte Konzentrationsförderungsprogramme helfen hierbei: Bei allen solchen Trainingskonzepten wird geübt, möglichst viele Umweltreize auszublenden. So helfen Muskelentspannungsübungen, Autogenes Training, Yoga oder Tai Chi, aber auch eher häusliche Gewohnheiten wie Vorlesen, Tanzen oder Musikhören.

Konzentrationsstörungen

In einigen Fällen liegen bei Kindern auch tiefgreifendere Konzentrationsstörungen vor, die sich auf organische Bedingungen beziehen oder noch gar nicht erforscht sind. So gilt es als gesichert, dass bei manchen die Konzentration aufgrund einer Stoffwechselstörung oder aufgrund von Allergien leidet. Eine daraus möglicherweise resultierende Hyperaktivität sollte mit professioneller Hilfe durch einen Kinderarzt oder Neuropädiater diagnostiziert und behandelt werden. Dann kann man auch in der Schule eine sinnvolle Lernumgebung schaffen, die ein konzentriertes Arbeiten ermöglicht.

Claudia Omonsky


Mehr zu Ratgeber Unterricht
Cookies nicht aktiviert

Ihr Browser akzeptiert derzeit keine Cookies.

Wenn Sie das Lehrerbüro in vollem Umfang nutzen möchten, dann muss in Ihrem Browser die Nutzung von Cookies erlaubt sein.

Was Cookies genau sind und wie Sie die Browser-Einstellungen ändern können, erfahren Sie auf dieser Seite: Cookies nicht aktiviert

×