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Lernen mit Lernleitern

Eine Lernkiste zur Friedenserziehung

Wie lebt man friedlich mit anderen? Mit sich selbst? — Die Lernkiste Frieden interpretiert das Thema in seiner ganzen Vielschichtigkeit. Sie unterstützt die Wertevermittlung und regt die Schüler zu ganz individuellen Antworten an.

Lernen mit Lernleitern: Eine Lernkiste zur Friedenserziehung Die Lernkiste Frieden enthält die zur Durchführung für den Unterricht benötigte Lernleiter mit den zugehörigen Milestoneübersichten © Franziska Konrad

Wanja sieht aus wie ein Großvater. Man traut ihm zu, dass er schon viel gesehen und erlebt hat. Er ist die Leitfigur der Lernkiste Frieden und wird die Schüler auf ihrer Reise begleiten. Als erstes schickt er der Klasse einen Brief, später folgt ein Päckchen, in dem für jeden Schüler ein Friedensbüchlein steckt. Zu Beginn der Reise sind die kleinen Bücher noch leer. Die Schüler nehmen sie mit und füllen sie im Laufe der Lernleiter mit eigenen Inhalten.

Die Lernkiste Frieden stellt ein schüleraktivierendes Lernangebot für die Friedenserziehung in der Grundschule und im sonderpädagogischen Förderunterricht bereit und lässt sich unkompliziert durchführen. Die Friedensthematik eignet sich vor allem für den Religions- bzw. Ethikunterricht, insbesondere zur Werteerziehung und zur Verbesserung des Klassenklimas. In Zeiten hoher Migrationsbewegungen und Verschiebungen der traditionellen Werte hat dieses Thema eine besonders große Bedeutung, die sich auch im Schulunterricht bemerkbar machen sollte. 

Lernleitern erlauben flexibles Lerntempo

Das Konzept der Lernkiste zum Frieden entspricht dem Lernsystem Le.Ple.fE (Lichtinger, Ulrike / Höldrich, Antonie et al.: Buchstabenberge. Regensburg 2016) mit seinen Bestandteilen Lernleitern, Plenumsrunden und freien Elementen, das sich auf Basis der indischen MultiGradeMultiLevel-Methodology entwickelt hat. Dieses System zeichnet sich u. a. durch Lernleitern aus, mit denen sich die Schüler den Lerninhalt auf ihrem individuellen Niveau flexibel und selbständig in verschiedenen kleineren Einheiten (Milestones) erarbeiten. 

Zusätzlich werden im Unterricht Plenumsrunden durchgeführt, beispielsweise um in die Thematik einzuführen oder in Zwischenreflexionen wichtige Erkenntnisse festzuhalten. Bei freien Elementen setzt die Lehrkraft Akzente und Impulse nach ihren eigenen Vorstellungen.

Meilensteine markieren den Erfolg

Die Lernkiste Frieden enthält die zur Durchführung für den Unterricht benötigte Lernleiter mit den zugehörigen drei Milestoneübersichten sowie die für die unterrichtspraktische Umsetzung notwendigen Schüleraktivitätskarten und Materialien. Sie sind mit einem einheitlichen Farb- und Symbolsystem versehen, das den Schülern eine Zuordnung von Aktivität, Sozialform und zugehörigem Material ermöglicht. Außerdem befindet sich eine Broschüre für die Lehrkraft in der Lernkiste. Sie enthält Hinweise zur Umsetzung und Ideen zur unterrichtlichen Gestaltung von Plenumsrunden und freien Elementen.

Der Einstieg in die Friedenssequenz beginnt noch vor dem ersten Milestone mit einer Plenumsrunde, in der die Klasse auf die Thematik eingestimmt wird und von der Leitfigur Wanja den Brief und das Päckchen mit den Friedensbüchlein erhält. Wanja begleitet die Schüler auf ihrem individuellen Weg durch die verschiedenen Aufgaben des Milestone.

Kleine Gesten können Frieden stiften

Der Friedensbaum, der die Lernleiter symbolisiert, zweigt in drei thematisch unterschiedliche Äste ab. Ein Milestone trägt die Bezeichnung: „Ich gehe auf die Suche nach dem Frieden in mir“. Hier sollen die Schüler durch verschiedene Aufgaben und Übungen, die vor allem in Ruhe und alleine bearbeitet werden, eine persönliche Vorstellung davon gewinnen, wie und auf welche Weise Frieden in uns Menschen entstehen und bewahrt werden kann. Beispielsweise finden sie zur Ruhe, indem sie ein Mandala individuell mit Materialien legen. Sie setzen sich mit ihrem eigenen Lebenslabyrinth auseinander, probieren verschiedene Yogaübungen und versuchen, dem Frieden in ihrem Körper nachzuspüren. 

Ein anderer Milestone nennt sich: „Der Friede zwischen uns Menschen“. Hierbei geht es darum, den Frieden, aber auch den Streit oder die Meinungsverschiedenheiten zwischen Personen wahrzunehmen. Dazu können gehörte, gelesene oder selbst geschriebene Geschichten herangezogen werden. 

Die Schüler lernen zudem ko-konstruktiv in verschiedenen Übungen, dass sie schon durch kleine Gesten zum Frieden beitragen können. Sie schreiben sich z. B. gegenseitig Komplimente auf, wenn sie mit ihrem Rucksack auf Friedensreise durch die Klasse gehen. Sie beobachten das Verhalten ihrer Mitschüler im Pausenhof oder senden Friedensgrüße an Menschen, die sie gern haben. 

Frieden bei uns und in anderen Ländern

Der dritte abzweigende Ast trägt den Titel: „Wie können wir Frieden ausdrücken?“. Die Schüler lernen in verschiedenen Aufgaben Symbole des Friedens kennen und fertigen ihr eigenes Friedenssymbol an. Das kann eine Friedenstaube sein oder ein Olivenbaum oder auch eine Peace-Flagge als Puzzle. 

Sie beschäftigen sich mit den Sprachen und den womöglich verschiedenen Lebenswelten ihrer Mitschüler und lesen oder schreiben Gedichte zum Thema Frieden: Wie kann uns Frieden begegnen? Was bedeutet er uns? Friedensgedichte können auch im Klassenverband als Hörspiel gestaltet und auf eine CD aufgenommen werden.

Auf Landkarten können die Schüler außerdem verschiedene Länder finden und auf kleinen Flaggenkarten notieren, wie das Wort Frieden in diesen Ländern heißt. 

Mithilfe des Lernsystems Le.Ple.fE, das flexibles und individuelles Lernen ermöglicht, trägt die Lernkiste Frieden dazu bei, eine in der heutigen Zeit für alle Schüler sehr bedeutsame Thematik mit sinnstiftenden und freudvollen Aktivitätsangeboten in die Grundschule oder den sonderpädagogischen Förderbereich einzubringen und somit auch fächerübergreifenden Bildungs- und Erziehungszielen gerecht zu werden.

Franziska Konrad

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