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Orientierungshilfen

Tipps für Berufseinsteiger per Mausklick

Berufseinsteiger stehen vor großen Herausforderungen: Alles ist neu und man ist oft auf sich allein gestellt. Informationsangebote im Internet helfen dabei, die neuen Aufgaben zu bewältigen.

Orientierungshilfen: Tipps für Berufseinsteiger per Mausklick Viele Berufsanfänger fragen sich: Habe ich bei den vielen neuen Aufgaben im Schulalltag wirklich auch alles bedacht? © DDRockstar - Fotolia.com

„Wir wissen nicht genau, wie Berufsanfänger es schaffen, nicht unterzugehen. Offenbar schaffen sie es aber“, bemerkte der Erziehungswissenschaftler Jürgen Oelkers trocken in einem Beitrag über die von ihm als „Baustelle“ bezeichnete Lehrerfortbildung. „Überleben“ war auch schon vor mehr als 40 Jahren das Gebot der Berufseinstiegsphase: Frances F. Fuller und Oliver Brown definierten 1975 drei wesentliche Stufen, die Lehrer in ihrer Berufsbiographie durchlaufen. Die Anfangsjahre bezeichneten sie als „survival stage“, als Stufe, in der die Junglehrer im Klassenzimmer ums Überleben kämpfen und lernen, den Lehreralltag zu bewältigen.

„Die Neueinsteiger*innen befinden sich in einem Wechselbad zwischen Überleben und Entdecken“, so heißt es in dem Beitrag „Der Berufseinstieg — Ein oft schwieriger Neubeginn“. Überleben — und auch entdecken! — funktioniert natürlich am besten gemeinsam mit anderen. Doch wenn sich am Ende des zweiten Ausbildungsabschnitts die Referendare in alle Winde verstreuen, fallen die „Peers“ und Seminarbetreuer als stützende Ressourcen weg. Dann sind neue Verbindungen mit den Kollegen vor Ort überlebensnotwendig.

Zentrale Informationsquellen nutzen

Dazu raten die Autoren einer GEW-Broschüre zum Thema Zeitmanagement im ersten Berufsjahr. Zunächst seien die Fachkollegen und -vorsitzenden wichtige Ansprechpartner: Sie verfügen über alle wichtigen Unterlagen für den Unterricht und können die wesentlichen Fragen beantworten: Gibt es möglicherweise einen Fachordner mit jahrgangsspezifischen Unterrichtsreihen? Oder Vorschläge für Klassenarbeiten? Und — ganz wichtig: Wo liegt das durchschnittliche Anforderungsniveau? — Eine entscheidende Frage, mit der Berufseinsteiger unangenehmen Konsequenzen durch Über- oder Unterforderung vorbeugen können. (GEW-Handreichung, S. 19)

Möglichst im Vorfeld sollte auch geklärt werden, ob es eine Beschlusskartei oder „ungeschriebene Gesetze“ gibt. Eventuell wissen darüber die Mitarbeiter im Schulsekretariat Bescheid, vielleicht sind aber auch die Konferenzprotokolle im Lehrerzimmer einsehbar.

Checklisten für einen gelungenen Start

Von dem Staatlichen Sonderschulseminar für Didaktik und Lehrerbildung in Stuttgart stammt eine praktische Handreichung, die für Berufseinsteiger aller Schularten nützliche Anregungen bietet. Eine ausführliche chronologische Checkliste setzt bereits vor Beginn der eigentlichen Schulzeit an: „Erkundige dich, bei welcher Konferenz du erstmals teilnehmen solltest. Diese kannst du gut zur ersten (auch räumlichen) Orientierung nutzen“, lautet etwa ein Praxistipp.

Systematische W-Fragen helfen dann dabei, sich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen:

Wo liegt die Schule, das Klassenzimmer, das Lehrerzimmer, der nächste Bäcker oder Copyshop? Wer sind die Ansprechpartner und gibt es einen erfahrenen Kollegen, den man kontaktieren kann? Gibt es Teamkollegen oder „‚Mitstreiter‘ in derselben Situation“? Wie komme ich an benötigte Schlüssel, Materialien, Möbel fürs Klassenzimmer …? Welche Informationen sollte man über die Schule, die Klasse, die einzelnen Schüler, den Klassenraum einholen? Gibt es einheitliche Schulregeln? etc.

Für einen guten Start in ein kollegiales Miteinander sorgen Tipps wie „sich bei den Ansprechpartnern (Hausmeister, Sekretärin etc.) vorstellen“ oder „evtl. Einstand im Kollegium feiern“. — Klingt banal, wird aber in der Hektik zu Schuljahresbeginn leicht vergessen.

Alphabetisch geordnete Checklisten von „A“ wie „Akten“ bzw. „An- und Abwesenheiten“ bis „V“ wie „Verbrauchsmaterial“ (Folien, Klebstoff …) oder „Vertretungsplan“ liefern einen strukturierten Überblick über alles, was ein Junglehrer wissen muss, um sich in der neuen Schule schnell zurechtzufinden.

Ebenfalls alphabetisch, systematisch und detailliert über 8 Seiten informiert die „Checkliste — durch die Schule von A bis Z“ (S. 10) in der Broschüre „Leitfaden zum Berufsstart. Die Berufseingangsphase für Lehrerinnen und Lehrer in Niedersachsen“. Hier sind den Stichworten jeweils gleich die erforderlichen Fragen zugeordnet: So heißt es etwa unter „Abschlussprüfungen, zentrale“: „In welchen Jahrgängen und Fächern? Wann sind die Termine? Welche Aufgabenstellungen? Welche Handreichungen gibt es?“ — Äußerst hilfreich für alle, die sich lieber vorher informieren, bevor sie dann in der Hektik des neuen Schuljahres inTeufels Küche kommen.

To-dos als neue Klassenleitung

Für einen schnellen Überblick über die komplexen Anforderungen an einen Klassenlehrer sorgt die Lektüre des Beitrages von Prof. Dr. Johannes Bastian, Erziehungswissenschaftler an der Universität Hamburg.

Kurze To-do-Listen für den ersten Schultag in der eigenen Klasse (S. 8) und den ersten Klassenelternabend (S. 10) finden sich in der Broschüre „Erste Schritte als Klassenlehrerin“. Vielleicht gibt es auch ein schulübliches Prozedere für die erste Klassenleiterstunde. Wenn Sie mit einer Klassenleitung betraut sind, könnten Sie sich diesbezüglich von einem erfahrenen Kollegen „briefen“ lassen, am besten von demjenigen, der die Klasse im vorausgegangenen Schuljahr geleitet hat.

Martina Niekrawietz

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