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Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten

LRS: Kostenfreie Online-Fortbildung für Lehrer

„Ein Schüler mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten in meiner Klasse — und jetzt?“ Anstatt lange auf eine Fortbildung zu warten, können Lehrkräfte das neue E-Learning-Fortbildungsangebot alphaPROF im Internet nutzen. Kostenfrei, jederzeit und überall.

Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten: LRS: Kostenfreie Online-Fortbildung für Lehrer Bequem zu Hause oder wo immer man Lust hat, kann man sich online fortbilden © baranq - Fotolia.com

Eine Lehrerin aus Nordrhein-Westfalen bittet ihre Kollegen in einem Lehrerforum um Hilfe: Sie hat vor vier Monaten eine dritte Klasse mit zwei Kindern übernommen, bei denen LRS diagnostiziert wurde und bereits einige weitere Schüler zum LRS-Test geschickt. Die Lehrerin vermutet, dass ihre Förderung der LRS-Kinder nicht ausreicht, denn es seien „keine Fortschritte zu erkennen“. „Ich muss zugeben, dass ich nicht sonderlich viel Ahnung von LRS habe“, schreibt sie, doch es fehle ihr die Zeit, sich „so richtig schlau zu machen“.

Mangelnde Diagnose- und Förderkompetenz bei Lehrkräften — Dr. David Gerlach von der Universität Marburg kennt das Problem. In seinem Beitrag „Die Rolle der Lehrerbildung bei Legasthenie und LRS“ moniert er, dass „das Thema LRS (…) eine eher untergeordnete Rolle im Lehramtsstudium und auch im Bereich der Ausbildung in allen Phasen insgesamt“ spiele. Dabei seien doch die Lehrer in den Schulen „die Personen, die ihre Schülerinnen und Schüler mit möglichen Problemen am besten kennen und erleben“, betont der Wissenschaftler an anderer Stelle; deshalb komme ihnen auch bei „erfolgreicher Schriftsprachförderung und Alphabetisierung“ eine Schlüsselposition zu (ebd.).

Ein Onlinetool unterstützt Lehrkräfte ab sofort dabei, Schüler mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten zu erkennen und effektiv zu fördern: Das E-Learning-Fortbildungsangebot alphaPROF verbindet qualifiziertes Hintergrundwissen für Diagnose und Förderung mit Materialien und Tipps für den praktischen Unterricht.

Eine benutzerfreundliche Website

Die Registrierung bei alphaPROF ist unkompliziert und in zwei Minuten erledigt. Wer sich dann gleich das kurze Video ansieht, lernt die drei wichtigsten Protagonisten bei alphaPROF kennen: Dr. David Gerlach und Dr. Britta Büchner von der LeagaKids-Stiftung, die das Online-Tool entwickelt haben und das fiese Lese- und Rechtschreibmonster LURS, das mit allen Mitteln verhindern will, dass Schüler richtig lesen und schreiben lernen.

Die Startseite ist sehr übersichtlich und klar gestaltet. Sechs Menüpunkte mit Farbleitsystem geben den schnellen Überblick über das Angebot von alphaPROF:

  1. Das Projekt beantwortet kurz und bündig die FAQs zu alphaPROF. Hier informiert sich der Nutzer über die Ziele, über Möglichkeiten der Akkreditierung als Lehrerfortbildung, über die Kursinhalte und über die Bescheinigung der Kursinhalte.
  2. Der LRS-Blog mit Kommentarfunktion bietet reichlich Lesestoff (aktuelle Nachrichten, interessante Fernsehsendungen, wissenschaftliche Beiträge, Online-Materialien für den Unterricht …)
  3. Die Kurse bilden das Herzstück des E-Learning-Tools. Die Überblicksseite informiert über die verschiedenen Themen, immer mit informativer Kursbezeichnung („Grundlagen des Schriftspracherwerbs“, „Schriftsprachkompetenzen und Ursachen für LRS“, „Elternberatung bei LRS und [schul-]rechtliche Aspekte“ …) und kurzer Beschreibung des jeweiligen Kursinhalts.
  4. Unter Materialien finden Lehrer Bücher, Spiele, Nachschlagewerke, Lernsoftware und eine kleine Sammlung von verlinkten Artikeln.
  5. Unter Inklusion erläutern die Initiatoren des Webangebotes ihre Auffassung eines „breiten Inklusionsbegriffs“. Tenor: „Werden Inhalte und Methoden von alphaPROF aufgegriffen und in Schulen verstetigt, kommt dies allen Schülerinnen und Schülern zugute — nicht nur denjenigen mit Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben.“
  6. Unter Partner sind wissenschaftliche Unterstützer aufgelistet.

Die Kurse — ein Selbstversuch

Gegenüber einer herkömmlichen Lehrerfortbildung bietet alphaPROF viele Vorteile:

  • Die Teilnahme erfolgt kostenfrei und ohne vertragliche Bindung. — Lediglich für die Zertifikate fallen Gebühren an.
  • alphaPROF kann überall genutzt werden, wo ein onlinefähiger PC, ein Laptop oder Tablet steht. In der Schule, zu Hause oder unterwegs.
  • Die Website ist auch für mobile Endgeräte optimiert.
  • Die Inhalte der Kurse können in individuellem Tempo gelöst werden. Man kann beliebig unterbrechen, denn das System „merkt“ sich, welche Kursinhalte bereits bearbeitet und abgeschlossen wurden.
  • Die Texte sind interessant und lesefreundlich gestaltet. Unterhaltsame und informative Illustrationen und Videos sorgen für Abwechslung.

Die einzelnen Kurse sind in mehrere kurze Sitzungen unterteilt. Wer zum Beispiel eine unvermutete Freistunde für alphaPROF nutzen möchte, sieht sofort, wie viele Sitzungen vorgesehen sind und wie lange die Bearbeitung dauert. — Die angegebenen Zeiten sind realistisch, sodass man exakt kalkulieren kann.

Nach jeder Sitzung erfolgt ein kurzes Multiple-Choice-Quiz mit vier Fragen. Um diesen Test lösen zu können, muss man sich gründlich mit dem Input beschäftigt haben. Denn zur nächsten Sitzung bzw. zum nächsten Kurs wird nur zugelassen, wer 100 % der Aufgaben richtig gelöst hat. – Das stellt sicher, dass die Teilnehmer sich „intensiv und erfolgreich mit den Kursinhalten auseinandergesetzt und die thematisch orientierten Kursfragen beantwortet haben“, so die Autoren von alphaPROF.

Zertifizierung und Akkreditierung

Auf Wunsch erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat, für das — je nach Umfang — Schutzgebühren zwischen 75 und 150 € anfallen. — Diese Einnahmen werden dann in die Weiterentwicklung von alphaPROF investiert.

Aktuell (Stand Mai 2016) ist alphaPROF bereits in Hessen als Lehrerfortbildung akkreditiert. Weitere Bundesländer dürften folgen.

Martina Niekrawietz

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