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Schuljahresbeginn

Förderschwerpunkt GE: Die Eltern von Anfang an mit einbeziehen

Ein neues Schuljahr beginnt — auch für die Eltern. Deshalb ist es umso wichtiger, Eltern von Kindern im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung von Anfang an in Schulalltag und Schularbeit mit einzubeziehen und sie möglichst umfassend zu informieren und zu beteiligen.

Schuljahresbeginn: Förderschwerpunkt GE: Die Eltern von Anfang an mit einbeziehen Zum Schuljahresbeginn sind Eltern häufig besorgt, ob ihre KInder auch im neuen Schuljahr gut betreut werden © anyaberkut - Fotolia.com

Behalten Sie die Klasse auch im nächsten Schuljahr?, diese Frage stellen viele Eltern den bewährten Lehrkräften ihrer Kinder. Denn nicht nur für die Schüler, sondern auch für viele Eltern stellt der Start in ein neues Schuljahr eine aufregende und intensive Zeit dar. Wie jeder Neuanfang birgt ein neues Schuljahr immer auch gewisse Veränderungen und Unsicherheiten und bringt viele Fragen mit sich: Wie lebt sich mein Kind wieder ein? Welche neuen Mitschüler wird es geben? Haben wir noch das gleiche Klassenzimmer? Welche Personalveränderungen kommen auf uns zu? — Gerade an Schulen mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung arbeiten viele Menschen im interdisziplinären Team, sodass die Schüler mit häufigen Wechseln und immer neuen Bezugspersonen konfrontiert werden.

Vier Schritte auf die Eltern zu

Darum ist eine transparente Elternkooperation zu Beginn des Jahres besonders wichtig. Folgende Punkte sollten Lehrkräfte unbedingt im Blick haben:

  • Informieren: Um Unsicherheiten zu verringern ist es besonders wichtig, möglichst frühzeitig transparent und umfangreich zu informieren. Mit einer Elternpost oder einem Telefonat schon in der letzten Ferienwoche kann man über wichtige Eckdaten informieren und den Schulstart vorbereiten: Wie läuft der erste Schultag, die erste Schulwoche ab, gibt es besondere Schlusszeiten? Ist der Busdienst schon geregelt? Ist ein besonderes Elternfrühstück oder bereits ein Elternabend geplant? Auch eine Liste mit Dingen, die mitgeschickt werden sollen, ist hilfreich (Turnbeutel, Wechselwäsche, Schere, Klebstoff usw.). Sobald es möglich ist, schickt man als Lehrkraft den gültigen Stundenplan mit nach Hause.
  • Kontakt aufnehmen: Als Lehrkraft kann man mit einem guten Kontakt ins Elternhaus sinnvolle Verbindungen zwischen Ferienzeit und Schule schaffen. Aufgrund der teils eingeschränkten Kommunikationsfähigkeit können viele Schüler nicht selbstständig von den Ferienerlebnissen oder Vorkommnissen der letzten Wochen berichten. Der lange Zeitraum gerade der Sommerferien führt dazu, dass sich manche Schüler gar nicht erinnern können, was sie zuletzt in der Schule bzw. den Ferien gemacht haben. Man kann daher die Eltern nach besonderen Highlights fragen, die der Schüler in der Ferienzeit erlebt hat. Diese könnten ins Mitteilungsheft geschrieben oder auf ein Kommunikationsgerät gesprochen werden. Fotos unterstützen dabei, dass Schüler mit eingeschränktem Erinnerungsvermögen sich erinnern und selbstständig erzählen können. Führt man die Klasse schon länger, setzt man mit der Kontaktaufnahme ein Zeichen für konstruktive Zusammenarbeit. Vielleicht haben sich familiär neue Konstellationen ergeben wie Scheidung, Nachwuchs oder Umzug? Diese Informationen sind auch für die schulische Arbeit wertvoll und hilfreich.

Literaturtipp:

Eichhorn, Christoph: Classroom-Management: Wie Lehrer, Eltern und Schüler guten Unterricht gestalten. Stuttgart 2017

  • Willkommen heißen: Nicht nur die Schüler sollen sich nach den Ferien wieder in der Schule willkommen fühlen, sondern auch die Eltern. Für die Schulanfänger der ersten Klasse ist es guter Brauch, die Eltern am ersten Schultag mit in den Unterricht einzuladen. Dies kann man aber auch in höheren Klassen noch tun. Gerade wenn man die Klasse als Lehrkraft neu übernimmt, möchte man vielleicht eigene Spielregeln geltend machen, die sich von denen der Vorgängerin unterscheiden können. Ein Elternfrühstück in den ersten Wochen gibt gute Gelegenheit, über die Wünsche, Vorstellungen oder auch Befürchtungen miteinander zu sprechen. Eltern, die sich schwer tun mit dem Schreiben, nutzen oft lieber die Gelegenheit für Gespräche. Darum stellt der erste offizielle Elternabend einen wichtigen Termin dar.
  • Elternabend: Beim ersten Elternabend erfahren die Eltern, welche Ziele für das laufende Schuljahr gesetzt werden und welche pädagogischen Konzepte die Lehrkraft verfolgen möchte. Man kommt ins Gespräch, lernt sich kennen und erfährt umgekehrt auch etwas über die Zielvorstellungen der Eltern für ihre Kinder. Oft stehen auch größere Operationen, Medikamentenumstellungen oder Kuraufenthalte an, die in das laufende Schuljahr fallen. Als Lehrkraft teilt man Besonderheiten des Schulalltags, Termine und die Handhabung bestimmter Abläufe mit. Es sollte immer genügend Zeit und Raum für Gespräche und Fragen eingeplant werden. Und natürlich kann man die Eltern dazu ermutigen, sich an schulischen Aktivitäten zu beteiligen oder eigene Ideen einzubringen. Gerade bei geplanten Klassenfahrten oder Schulfesten kann eine helfende Hand nützlich sein. Ermutigen Sie als Lehrkraft die Eltern auch ganz allgemein, sich im Konfliktfall direkt an Sie als Lehrkraft zu wenden. Es erweist sich als hilfreich, dies bereits im Vorfeld einmal offen angesprochen zu haben, da sich manche Eltern dann im Ernstfall leichter damit tun. Zudem findet am ersten offiziellen Gesamtelternabend auch die Wahl der Elternvertreter sowie des Schulelternvertreters statt.

Die Elternmitarbeit hat viele Facetten. Einerseits gibt es gesetzlich festgelegte, institutionelle Elternmitwirkung in den Gremien und Elternbeiräten, andererseits lebt der tägliche Unterricht auch von der guten Zusammenarbeit „zwischen Tür und Angel“ und den Aktivitäten, die Sie für die Eltern Ihrer Klasse überlegen. Wichtigster Faktor bleibt dabei die gute Kommunikation.

Claudia Omonsky

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