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Lebenspraktisches Lernen

Besondere Alltagssituationen sicher bewältigen

Jugendliche in den Förderschwerpunkten Lernen und Geistige Entwicklung haben teilweise Schwierigkeiten, Alltagssituationen zu meistern. Sie benötigen besonderes Unterrichtsmaterial, das sie in ihrer Lebenswelt abholt und ihnen Wissen und Handlungsoptionen für den Alltag vermittelt.

Lebenspraktisches Lernen: Besondere Alltagssituationen sicher bewältigen Kleidung ist schnell gekauft, aber wie geht das mit dem Umtauschen? Das müssen die Jugendlichen erst lernen © wildworx - stock.adobe.com

Jan sitzt still im Büro des Vertrauenslehrers, die Smartphones auf dem Schulhof geben ihr undirigiertes Konzert aus Klingeltönen, Benachrichtigungssignalen und Musik. Gestern gehörte er endlich dazu – er hatte sich ein neues Smartphone gekauft. Einfach den Vertrag unterschrieben, heimlich, ohne Wissen der Eltern. „Alle haben coole Eltern, aber meine …“. Jan stockt. „Ich hab so oft gefragt, aber immer heißt es NEIN. Dabei kostet es doch fast nichts, gerade mal 1 Euro! Dann bin ich halt selbst in den Laden gegangen …“. Jans Blick wird wütend. „Und jetzt nehmen sie es mir einfach weg, das ist doch …“

… eine typische Geschichte aus dem Alltag jugendlicher Schüler. Ihre Welt besteht aus zahlreichen Wünschen, Zielen und Abenteuern, aber auch aus vielen Sorgen und Problemen. Sie kommen gern gemeinsam oder geben sich die Klinke in die Hand. Auch wenn sie den Erwachsenen klein erscheinen mögen, für unsere Schüler sind sie sehr ernst und oft größer als ihr Blickwinkel.

Schule muss den Ton der Schüler treffen, um sie zu erreichen

Schule soll auf die Herausforderungen des Lebens vorbereiten, aber wie kann sie das in ihren engen Fächerstrukturen und Lehrplänen tatsächlich leisten? Wie kann sie Schülern wie Jan die Kompetenzen vermitteln, die für ein eigenverantwortliches Handeln nötig sind? Unterrichtsmaterial muss den Ton treffen, den Jans Lebenswelt spricht. Muss eine Brücke bauen zum Gefühl, 14, 15 oder 16 zu sein, und die Welt aus diesem Blickwinkel betrachten.

Laura, Danny und Soraja heben als Identifikationsfiguren im Unterrichtsmaterial „Besondere Alltagssituationen sicher bewältigen“ nicht den moralischen Zeigefinger. Sie bewegen sich wie Jan in unterschiedlichen Handlungsfeldern, stolpern über manche Hürde und helfen einander darüber hinweg. Sie stellen mit Erstaunen fest, dass man das T-Shirt doch nicht so einfach umtauschen kann, wenn es nicht mehr gefällt. Sie schimpfen über ihre Eltern, die ihnen den Discobesuch verwehren, obwohl sie in ihrem Alter doch schon rein dürften. Sie irren, sie scheitern, sie lernen …

Identifikationsfiguren, mit denen sich Jugendliche auseinandersetzen können

Jan kann sich mit ihnen identifizieren, er kann sich von ihnen abgrenzen. Er kann sich an ihren Erlebnissen eigene Meinungen bilden, Wissen erarbeiten, Entscheidungskompetenzen stärken. Egal, ob Jan eine Regelschule besucht, eine Förderschule oder ob er inklusiv beschult wird. Diese Unterrichtsmaterialien macht auch in heterogenen Lerngruppen mit unterschiedlichen Leseniveau- und Verständnisstufen ein gemeinsames, aktives und selbstgesteuertes Lernen möglich. Mit einem Dialog der jungen Protagonisten wird in das jeweilige Thema eingeführt. Der Text auf der ersten Seite entspricht inhaltlich dem auf der zweiten, der in einfacherer Sprache verfasst ist. Es folgen je Thema Aufgaben in verschiedenen Schwierigkeitsgraden und Arbeitsformen. Die Schwerpunkte liegen im lebensweltlichen Bereich, sprechen aber auch sprachliche und mathematische Leistungen an. Mal sind neue Informationen in Sachaufgaben anzuwenden, an anderer Stelle sind Rechercheaufträge am Computer zu bearbeiten, dann regt ein Rollenspiel dazu an, sich handelnd an einer Herausforderung aus dem eigenen Leben zu probieren.

Handlungssicherheit in Alltagssituationen entwickeln

Besonders Schüler in den Förderschwerpunkten Lernen und Geistige Entwicklung benötigen Unterstützung darin, diejenigen Fähigkeiten zu erwerben, die es ihnen erlauben, ihr Leben möglichst selbstständig zu führen und darin Handlungssicherheit zu gewinnen. Ihnen fehlt häufig das nötige Hintergrundwissen, um den Alltag selbstbestimmt zu bewältigen. Und genau da muss lebenspraktisches Lernen ansetzen, um alltägliche Herausforderungen zu meistern wie z. B.  den Umgang mit einer Krankmeldung, den Ablauf eines Praktikums,  die Inanspruchnahme von Garantien etc.

Das Material kann nach Bedarf selektiv verwendet werden, in die Freiarbeit einfließen oder auch klassisch innerhalb einer Lerngruppe bearbeitet werden. Vor allem aber kann und soll es Schülern wie Jan helfen, sich mit den Chancen und Risiken des Erwachsenenlebens eigenständig und vorbereitend auseinanderzusetzen.

Ulrike Zerbst, Reiko Linzer

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