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Schülerpraktikum

Betriebspraktika rechtzeitig planen und vorbereiten

Wer rechtzeitig plant und das Betriebspraktikum seiner Schüler frühzeitig vorbereitet, vermeidet Stress und arbeitet effektiver — besonders wenn man gemeinsam mit den Lehrern der Parallelklassen zusammenarbeitet.

Schülerpraktikum: Betriebspraktika rechtzeitig planen und vorbereiten Schon frühzeitig sollten sich Schüler darum bemühen, einen Praktikumsplatz in der Küche zu bekommen © Hanna Fischer

„Ach, das ist doch noch so lange hin“, winken die Kollegen ab. Doch Vorsicht!  Aufschieberitis ist im Fall von anstehenden Betriebspraktika nicht gut und wirkt sich auf alle Beteiligten negativ aus. Um nicht in Stress zu geraten, ist eine rechtzeitige detaillierte Planung von großem Nutzen. Bereits im Schuljahr vor dem Praktikum sollte dies beginnen, um noch geeignete Praxisplätze zu finden. Sinnvoll ist, wenn die Parallelklassen hierbei kooperieren.

Dafür ist es notwendig, dass sich die Klassenlehrer über die Organisation und den Zeitplan der Praktikumsdurchführung einigen. Sie müssen sich darüber verständigen, ob ein Blockpraktikum von einigen Wochen geplant ist oder es um wöchentlich stattfindende Praxistage im Betrieb geht. Fragebögen für die Schüler müssen erstellt werden, um sie später darin zu unterstützen, das richtige Praktikum zu finden. Hilfreich ist es, wenn schulintern ein Fragebogen als Datei oder Kopiervorlage  zur Verfügung steht, den beispielsweise die Fachleitung für Berufsorientierung an die betreffenden Klassenlehrer gibt. Dieser Bogen enthält Fragen zum Ankreuzen und Ausfüllen zu Interessen und Fähigkeiten der Schüler, mögliche gewünschte Arbeitsumfelder sowie mögliche gewünschte Betriebe und eigene Ideen und Vorstellungen dazu.

Bis zu den Sommerferien sollten die Praktikumsplätze für das nächste Schuljahr gefunden sein. Hierzu gehören die Kontaktaufnahme und Informationen für Betriebe, Bewerbungen, Vorstellungsgespräche sowie die Praktikumsbestätigung seitens der Betriebe, damit nach den Sommerferien alle startklar sind. Hilfreich ist ein Schul-Ordner mit Praktikumsplätzen, die in den Vorjahren zur Verfügung standen, und den Betrieben, die signalisiert haben, wieder Praktikanten aufnehmen zu wollen.

Erste Vorbereitungsphase für die Schüler

Auch für die Schüler steht viel auf dem Vorbereitungsplan: Frühzeitig sollten sie sich — zunächst in spielerischer Form beispielsweise mit einem Ich-Bild — mit ihren eigenen Fähigkeiten und Interessen beschäftigen. Später werden PC-Kenntnisse und der Umgang mit einem Schreibprogramm vermittelt. Ein Ich-Flyer kann erstellt werden mit Informationen über die eigene Person: Wer bin ich? Was mag ich gern? Was kann ich gut? Was habe ich bisher gemacht? Lebensläufe werden verfasst und aktualisiert, das Schreiben von Bewerbungen geübt. Die Schüler sollten diese Dokumente auf einem USB-Stick abspeichern und zur Verfügung halten.

Links zum Thema:

Hier gibt es einen Ablaufplan sowie Tipps für Schüler zum Thema Praktikum planen und absolvieren.

Einen detaillierten Leitfaden zum Schülerbetriebspraktikum und dessen Planung finden Sie hier.

Ebenfalls hat das Landesinstitut für Lehrerfortbildung Hamburg eine Handreichung  zur Gestaltung des Betriebspraktikums herausgegeben.

Informationen zu rechtlichen Fragen des Schülerpraktikums gibt es hier.

Für die Schüler heißt es dann, die vorbereiteten Fragebögen auszufüllen, um ihre Eignungen und Wünsche zu ermitteln. Diese Fragebögen werden anschließend mit den Schülern besprochen und Vorschläge für Praxisplätze in Betrieben gemacht.

Sind all diese Voraussetzungen erst einmal geschaffen, entsteht kein Zeitdruck, wenn es darum geht, geeignete Praktikumsplätze zu finden. Eine Orientierungsmöglichkeit sind die jährlich stattfindenden berufsvorbereitenden Informationsveranstaltungen der Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammern etc., aber auch Informationsveranstaltungen an der Schule. Selbst ein Infoabend für die Eltern kann dabei helfen, Praktikumsplätze für die Schüler zu finden.  Auch die meist im April stattfindenden Girls‘ und Boys‘ Days können die Schüler für sie interessante Berufe und Praktikumsplätze motivieren.

Eltern rechtzeitig mit einbeziehen

Rechtzeitig vor Praktikumsbeginn sollten die Eltern informiert werden. Auf einem Elternabend werden der Termin des Praktikums bekanntgegeben und nähere Informationen zur Durchführung erteilt.  Bewährte Praktikumstermine für Blockpraktika sind im Frühling und im Herbst zwischen den Ferienzeiten. Schuljahresbegleitende Praktika mit einem Praxislerntag pro Woche sollten jeweils mit ein bis zwei Kompaktwochen im September und im Februar beginnen. Damit mögliche Praktikumsplätze rechtzeitig gefunden werden können, erhalten Eltern und Schüler Informationsblätter für Betriebe mit der genauen Beschreibung des Praktikums. Ist ein Praktikumsplatz gefunden, wird dies durch den Betrieb auf einem Formblatt schriftlich bestätigt und in der Schule abgegeben.

Zweite Vorbereitungsphase für die Schüler und Begleitung im Praktikum

Selbst wenn ein Praktikumsplatz gefunden und vom Betrieb bestätigt wurde, reicht dies noch nicht aus, um die Schüler ausreichend vorbereitet an den Start zu bringen. Es gibt vor Antritt des Praktikums noch einiges für die Schüler zu regeln:

  • Wie komme ich zum Betrieb?
  • Wie sind meine Arbeitszeiten?
  • Was muss ich in den Betrieb mitnehmen?
  • Habe ich den Zettel mit meinen eigenen Kontaktdaten und denen der Ansprechpartner in der Schule für den Betrieb ausgefüllt?
  • Wer ist für mich im Betrieb zuständig, wer ist mein Ansprechpartner?
  • Habe ich alle nötigen Kontaktdaten meines Betriebes?
  • Was kann ich tun, wenn ich mich verspäte oder krank werde?
  • An wen kann ich mich mit Fragen zum Praktikum in der Schule wenden?
  • Habe ich mein Berichtheft ausgefüllt?
  • Wie verhalte ich mich am ersten Tag im Betrieb?

All dies sind Themen für den Unterricht ebenso wie das Üben und Durchführen von Telefonaten mit den Betrieben. Hilfreich dazu ist eine Checkliste für die Schüler, auf der sie alles Erledigte abhaken. Anhand einer Übersichtsliste kann die Lehrkraft kontrollieren, wer noch welche Aufgaben zu erledigen hat.

Großes Aufatmen bei den Lehrkräften, wenn die Schüler alle Vorbereitungen getroffen sowie notwendige Verhaltensregeln verstanden haben!  Aber nun beginnt eine neue Arbeitsphase, nämlich die Begleitung und Unterstützung der Schüler während des Praktikums.

Eine gute Begleitung während dieser Zeit ist unabdingbar für einen positiven Verlauf und sollte sehr flexibel gestaltet werden können. Dabei sind einige wichtige Punkt zu bedenken. Selbstverständlich werden Mobilnummern mit den zu betreuenden Schülern ausgetauscht und Betriebsbesuche verabredet. Bei Langzeitpraktika mit wöchentlichen Praxislerntagen müssen die Anleiter im Betrieb zu Beginn der Praktikumszeit über die besondere Lernaufgabe informiert werden, die dann gemeinsam mit dem Praktikanten gewählt wird. Regelmäßige Praktikumsbesuche — natürlich nach Voranmeldung im Betrieb — sind selbstverständlich, um sich ein Bild zu machen und die Schüler nach Bedarf unterstützen zu können. In jedem Fall ist ein Termin für das Abschluss- und Beurteilungsgespräch im Betrieb am Ende des Praktikums nötig.

Nachbereitung des Betriebspraktikums

Nach Ende des Praktikums sollte ein Termin für eine Praktikumspräsentation eingeplant werden. Jeder Schüler erstellt zum Beispiel eine Bild- und Textpräsentation über das Praktikum. Vor geladenen Gästen — Eltern, Anleitern aus den Betrieben, Mitschülern aus der Schule — wird diese vorgestellt. Dieser festliche Abschluss ist für die Schüler sowohl eine große Herausforderung als auch eine positive Bestätigung ihrer Leistungen durch das Interesse und den Applaus der Zuhörer. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass nachfolgende Klassen Einblicke ins Berufsleben erhalten, Interesse am Schülerpraktikum entwickeln und Fragen dazu stellen können. All das ist eine gute Vorbereitung für die nächste Praktikumphase im kommenden Schuljahr — stressfreier für die Lehrer und voller neuer Erfahrungen für die Schüler.

Hanna Fischer

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