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Schwimmunterricht

Damit die Schüler beim Schwimmen nicht baden gehen

Schwimmunterricht in der Grundschule bietet allen Schülern die Möglichkeit, sichere Schwimmer zu werden — zur eigenen Sicherheit und mit Spaß an der Bewegung im Wasser.

Schwimmunterricht: Damit die Schüler beim Schwimmen nicht baden gehen Ein Schwimmbrett kann helfen, den Beinschlag im Wasser zu üben © photo 5000 - Fotolia.com

„Morgen fahren wir zum ersten Mal ins Schwimmbad!“ Ebenso aufregend wie für die Schüler ist der erste Schwimmbadbesuch mit einer neuen Klasse für die Schwimmlehrer. Einige Vorbereitungen müssen hier bereits im Vorfeld getroffen werden. Wichtig ist es, die Eltern in einem Elternbrief über die Schwimmfähigkeit ihres Kindes zu befragen. Ein Rückmeldezettel sollte Aufschluss darüber geben, ob das Kind Schwimmer oder Nichtschwimmer ist und bereits über Schwimmabzeichen verfügt.

Dennoch ist eine Beobachtung und Diagnose der Schwimmbewegungen in der ersten Unterrichtsstunde im Schwimmbad unerlässlich. Dass alle Schüler unter Aufsicht ihr bisheriges Können wie Schwimmbewegungen, tauchen und springen zeigen, ist in der ersten Schwimmunterrichtsstunde im flachen oder auch im tiefen Wasser sinnvoll.

Viele Schüler können heute nicht schwimmen. Dies liegt zum einen an der fehlenden häuslichen Unterstützung, da Eltern das Schwimmen nicht für notwendig halten oder selbst nicht schwimmen können. Oder Eltern fehlt die Zeit für gemeinsames Schwimmengehen oder die Fahrt ihrer Kinder zum Schwimmkurs. Andererseits können Schüler sich nicht immer, auch wenn sie das Schwimmabzeichen „Seepferdchen“ besitzen, im tiefen Wasser ausdauernd und sicher auf einer Schwimmbahn bewegen.

Für den Schwimmunterricht in der Schule bedeutet das, dass mehr als ein Halbjahr lang Schwimmunterricht mit qualifizierten Schwimmlehrern stattfinden muss. Bestenfalls sollten sich Sport und Schwimmen abwechseln, damit alle Schüler als sichere Schwimmer nach der Grundschulzeit entlassen werden können. Zu hoch ist die Zahl der Nichtschwimmer, die sich im Freibad oder am Meer überschätzen und sich nicht über Wasser halten können – mit immer wieder tragischen Folgen.

Vor dem Schwimmunterricht: Sicherheits- und Verhaltensregeln  

Bevor die Schüler sich in der Schwimmhalle und im Wasser aufhalten dürfen, müssen die Verhaltensregeln erklärt und geübt werden. Hier empfiehlt es sich, die Schüler auf dem Weg in die Schwimmhalle von Station zu Station zu bringen und dort wieder abzuholen und die nächsten Schritte zu erklären:

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Schwimmen spielend lernen
Wassergewöhnung und Spiele

  • Zunächst zeigt der Lehrer den Schülern die entsprechenden Umkleidekabinen und erklärt, dass die Kleider auf die Bank zu legen sind, damit sie später durch Handtuch oder Badezeug nicht nass werden. In der Umkleidekabine müssen die Schüler auf den Lehrer warten, bis er sie abholt.
  • Von dort geht es weiter zur Dusche, in der sich alle Schüler abduschen und auch dort an der Tür auf den Lehrer warten müssen.
  • Die Schüler sollten die Schwimmhalle nie ohne Aufsicht betreten, dort aufgrund der Rutschgefahr langsam gehen und sich auf eine Bank am Rand des Beckens setzen. Der Lehrer kann in der Zwischenzeit eventuelle Schwimmhilfen und -spiele holen und die Regeln für das Wasser erklären.
  • Zum Aufwärmen kann eine kurze Spielzeit angekündigt werden. Hier bleiben alle Schüler in der ersten Stunde im Nichtschwimmerbereich. Nach der Diagnose können sichere Schwimmer (ein Maßstab dafür könnte das Besitzen des „Freischwimmers“/Bronzeabzeichens sein, bei dem acht Bahnen bewältigt werden müssen) auch in der Aufwärmzeit das ganze Becken nutzen.
  • Bevor die Schüler ins Wasser gehen, muss vom Lehrer genau gezeigt werden, welche Markierungen/Striche am Boden den Nichtschwimmerbereich kennzeichnen und wo die Grenze zum Schwimmerbereich ist, in dem sie nicht mehr stehen können.
  • Ebenfalls werden folgende Regeln besprochen: vom Rand und vom Block darf nur nur mit Erlaubnis und unter Aufsicht gesprungen werden, jeder bewegt sich dort im Wasser, wo er sich sicher fühlt. Kein Kind wird gegen seinen Willen untergetaucht oder in Gefahr gebracht. Auf  die Schwimmbretter oder Schwimmmatten darf man nicht vom Rand aufsteigen. Die Gefahr ist zu hoch, dass die  Matte weggleitet, die Kinder umfallen und auf den Beckenrand fallen können.
  • Sind die Regeln vom Lehrer erklärt und von den Schülern eventuell wiederholt worden, kann der Lehrer die Schüler über die Treppe oder Leiter ins Wasser gehen lassen.
  • Da ein Regelverstoß im schlimmsten Fall eine große Gefahr für das Kind selbst und andere darstellt, sollte der Lehrer reglementierend eingreifen und Schülern bei Fehlverhalten evtl. eine Auszeit auf der Bank geben.

Erstes Schwimmtraining für die Nichtschwimmer

Die Schüler werden nach einem „Schwimmtest“ in Gruppen aufgeteilt: bei mehreren Klassen und Lehrern bestenfalls in eine Nichtschwimmer- und Schwimmergruppe. Die Nichtschwimmer üben zunächst die Schwimmbewegungen zum Brustschwimmen separat mit Armen, dann mit den Beinen. In beiden Fällen bietet sich als Schwimmhilfe eine Nudel, ein Schwimmgürtel oder ein Schwimmbrett an.

Der Lehrer sollte die Bewegungen für Arme und Beine vormachen. Der Beinschlag lässt sich auch gut bereits im Wasser üben, indem die Schüler sich am Rand festhalten bzw. in Rückenlage mit einem Schwimmbrett, das der Schüler auf dem Bauch festhält, um die Beine besser beobachten zu können.

Beim Training der Arm- und Beinkoordination sind Tipps des Lehrers sehr hilfreich: Der Beinschlag, für die Schüler der „Motor“ beim Schwimmen, sollte so kräftig ausfallen, dass der Po in annähernd gleicher Linie mit den Schultern liegt. Die Armbewegung ist wie bei einem Maulwurf kräftig und drückt das Wasser zum Vorwärtskommen nach hinten.

Um die teilweise längeren Übungsphasen zur Schwimmkoordination etwas interessanter zu gestalten, können die Schüler Zweiergruppen bilden. Ein Kind schwimmt im Wasser, das andere Kind läuft am Beckenrand mit und beobachtet die Schwimmbewegungen, gibt eventuell Tipps und Hilfestellungen. Anschließend werden die Rollen der Partner getauscht. Eine Partnerstaffel kann durchgeführt werden, um den Schülern eine Schwimmpause während der Übungszeiten zu gewähren: Ein Kind schwimmt die vorgegebene Bahn hin und her, beim Anschlagen an den Beckenrand ist das nächste Kind dran.

Da einige Schüler manchmal zunächst besser tauchen als schwimmen können, sollten die Übungsphasen zum Schwimmenlernen durch Tauchphasen abgelöst werden. Dabei sollten die Schüler jedoch nicht zum Tauchen gezwungen werden. Es ist besser, dass sie zuschauen statt sich unter Angst oder Zwang dazu überwinden zu müssen. Generell sollten die Schüler nur die Aufgaben machen müssen, die sie sich auch zutrauen und zu denen sie bereit sind.

Aufgaben für fortgeschrittene Schwimmer

Oftmals gibt es eine große Diskrepanz im Leistungsstand der Schwimmschüler, je nachdem wie viel Energie das häusliche Umfeld bisher in das Schwimmenlernen investiert hat. So üben manche Schüler das gesamte Schuljahr am ersten Schwimmstil, während einige Schüler bereits mehrere Abzeichen vorweisen können. Für diese Schüler bietet sich eine Schwimmstaffel ebenso an wie Ausdauerschwimmen mit Bahnenzählen. Weitere Schwimmstile wie Rückenschwimmen und Kraulschwimmen können, unterstützt durch Flossen für den schnellen und perfekten Beinschlag, angeboten werden.

Generell bieten sich Stationen im Schwimmunterricht an. Gerade wenn ein Lehrer mehrere Schwierigkeitsgrade beschulen muss, können einige Schüler mit Auftragskarten selbstständig üben — allerdings auch hier immer unter Aufsicht. Dies ist bei Tauchstationen für alle Schüler möglich, da diese differenziert sowohl im niedrigen als auch im tiefen Wasser durchgeführt werden können.

Als Aufgaben bieten sich an:  ein oder mehrere Ringe vom Beckengrund holen, unter einem Reifen durchtauchen und in seinem Zentrum wieder auftauchen. Es kann quer durch das Becken Streckentauchen geübt, ein Purzelbaum unter Wasser absolviert, durch Tauchbögen oder Slalom an Tauchgegenständen getaucht werden. Hier ist ebenfalls noch viel Platz für eigene Ideen der Schüler wie beispielsweise gemeinsam abzutauchen und sich unter Wasser Zeichen zu geben.
Ebenfalls mit Stationskarten können verschiedene Sprünge vom Block absolviert werden. Neben dem „Popoklatscher“ oder der Kerze sind hier ein Laufsprung oder ein Pinguinsprung beliebt.

Währenddessen kann der Lehrer mit unerfahrenen Springern den Kopfsprung trainieren. Hierzu sollen sich die Schüler zunächst auf ein über den Beckenrand gelegtes Schwimmbrett hinknien, die Oberarme an die Ohren legen, den Oberkörper nach vorn beugen und sich mit der Kippbewegung des Schwimmbrettes ins Wasser fallen lassen. Diese Fallbewegung wird in weiteren Stufen in der Hocke, im Stand und später vom Block trainiert. Man sollte vor den Übungen am Block darauf achten, dass die Überwindung des Eintauchens mit dem Kopf geklappt hat und die Chance eines Bauchklatschers mit Überstrecken des Halses zuvor ausgeschlossen wird.  
Sehr gute Schwimmer könnten auch mithilfe laminierter Bilder Abschlepptechniken mit einem Partner üben.

Ideen für Schwimmspiele

Zu guter Letzt sind alle Schüler mit einem Anfangs- oder Abschlussspiel im Nichtschwimmerbecken vereint, wenn es in den beiden gegenüberstehenden Mannschaften heißt: „Wer hat Angst vorm weißen Hai?“ „Niemand!“ „Und wenn er kommt?“ „Dann schwimmen wir!“ Die Fänger müssen dabei die Schwimmer fangen und auf ihre Seite als Fänger ziehen bis keine Schüler mehr übrig sind.

Neben einem Huckepackrennen bietet sich Wasserball mit Ringen als Tor oder sogar richtigen Wassertoren, ein Staffelschwimmen mit laminierten Puzzlekarten zum Puzzlen eines Bildes, Slalomschwimmen, Bergen von Tauchschätzen etc. an.
Passenderweise gibt es viele Spiele aus dem Sportunterricht, die von der Turnhalle in die Schwimmhalle übernommen werden können. Sicher haben Ihre Schüler hier auch weitere Ideen, um mit Spaß die Schwimmhalle zu verlassen.

Marion Keil

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