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Frühling

Den Frühling entdecken

Der Frühling ist eine Zeit mit vielen fächerübergreifenden Möglichkeiten im Grundschulunterricht. Zum Entdecken der Frühblüher geht es hinaus in die Natur. Doch auch in der Schule kann der Frühling durch Lieder, Gedichte und kreative Ideen entdeckt werden.

Frühling: Den Frühling entdecken Anschauungsunterricht direkt auf der Wiese: Die Kinder lernen Frühblüher kennen und bestimmen © Couleur/Pixabay

„Ist das hier eine Osterglocke oder eine Narzisse?“, fragt Max im Sachunterricht. Im Sitzkreis stehen verschiedene Blumentöpfe mit Frühblühern, die die Klassenlehrerin für den Sachunterricht mitgebracht hat. Heute sollen alle Schüler die Blumen untersuchen und schauen, welche Teile die Frühblüher haben. Auch wollen die Schüler die Pflanzen aus ihrer Erde holen, um zu schauen, welche Pflanzen Zwiebel, Knolle oder Wurzelstock haben. Im Sachunterricht haben die Schüler bereits Bilder und Namen der Frühblüher zugeordnet und nun sollen sie die Frühblüher anfassen, riechen und erforschen können.  
Frühblüher sind ein Thema, das bereits Grundschüler anspricht. Auf ihrem Schulweg können die Schüler in Gärten oft bereits das erste Frühlingserwachen miterleben. Vielleicht haben die Schüler auch selbst einen Garten, in dem Schneeglöckchen und Krokusse sprießen. Für diese Einheit im Sachunterricht sollte Anschauungsmaterial mit den echten Pflanzen ergänzt werden. Diese können entweder in einem Unterrichtsgang zu den Gärten der am Schulort wohnenden Schüler, Nachbargärten der Schule oder bei einem Waldspaziergang erkundet werden. Um die Pflanzen weiter zu erforschen, könnte der Lehrer Pflanztöpfe der Frühblüherexemplare aus einer Gärtnerei mitbringen. 

Frühblüher kennenlernen und bestimmen

Zunächst können die Schüler anhand von Bildmaterial Pflanzen herausfinden, die bereits im Frühjahr blühen. Die bekanntesten Frühblüher, die hier kennengelernt werden können, sind: Schneeglöckchen, Krokus, Narzisse, Osterglocke, Tulpe, die in heimischen Gärten blühen. Doch auch im Wald und der Natur finden sich Frühblüher wie: Winterling, Buschwindröschen, Scharbockskraut oder Gänseblümchen. 
Damit sie sich die Namen der Frühblüher besser merken können, bietet sich Arbeitsmaterial an, bei dem sie Namen und Bilder der Pflanzen zuordnen oder für ältere Schüler die Namen zu den Pflanzbildern schreiben sollen. Eselsbrücken wie zum Schneeglöckchen, welches weiß wie Schnee ist und deren Blüte die Form einer Glocke hat, helfen beim Merken der Namen. Osterglocken sind gelb, weil die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings sie erwecken. So können die Schüler bald sicher Zeichnungen der Pflanzen in der richtigen Farbe anmalen. Rätsel zu den Frühblühern wie, „Dieser Frühblüher ist nach einem Tier benannt!“, lassen die Schüler mit Freude das Gänseblümchen erraten.

Sind die Namen der Frühblüher bekannt, können die Schüler die Teile einer Pflanze genauer untersuchen. Hierzu bietet sich die Tulpe an, deren Teile groß und gut zu erkennen sind. Die Schüler erkennen an ihr Blüte, Blatt und Stängel und im Inneren der Blüte Stempel und Staubblatt.

Bleibt noch die Frage, warum die Frühblüher bereits so früh blühen können. Dies erfahren die Schüler, wenn die Pflanzen aus der Erde geholt werden. Bereits wenn der Boden nach dem Winter auftaut, blühen die ersten Frühblüher. Sie können zu dieser Zeit noch keine Nährstoffe über die Wurzeln aus dem Boden bekommen. Sie brauchen daher einen Nahrungsspeicher in Form einer Zwiebel, eines Wurzelstocks oder einer Knolle. Bereits während ihrer Blüte im Frühjahr haben sie Nährstoffe dort gesammelt und wenn Bäume und Sträucher noch kahl und das Gras niedrig ist, können sie dank der ersten Sonnenstrahlen, die zu ihnen dringen, bereits wachsen.

Bereits jüngere Schüler können durch das Erforschen der Pflanzenteile und das Ausbuddeln von Wurzelstock, Zwiebel oder Knolle der Pflanze diese Informationen verstehen. Ältere Schüler können sogar die verschiedenen Nahrungsspeicher den Frühblühern zuordnen:
Zwiebel zu Schneeglöckchen, Narzisse, Tulpe, Osterglocke; Wurzelstock zu Krokus, Scharbockskraut, Winterling und Knolle zu Buschwindröschen und Gänseblümchen. 

Den Frühling fächerübergreifend erleben 

Die ersten Frühlingsboten, die Frühblüher, haben die Schüler bereits durch Unterrichtsspaziergänge und an der Pflanze selbst im Sachunterricht entdeckt. Um weitere Merkmale des Frühlings zu erkennen, gibt es weitere Ideen für Material.
Im Deutschunterricht gibt es begleitende Frühlingstexte wie das bekannte Gedicht „Die Tulpe“ von Josef Guggenmos, in dem die Tulpe nach ihrem Winterschlaf erwacht. Das Gedicht kann illustriert, mit Bewegung begleitet, vorgetragen und auswendig gelernt werden. Auch die verschiedenen Stadien der Entwicklung der Tulpe können szenisch gespielt oder notiert werden. 

Natürlich ist das Thema „Ostern“ für den Frühling sehr wichtig. Hier kann im Religionsunterricht die Ostergeschichte erzählt, gemalt, auf Bildern gezeigt werden. Die Schüler können von ihren Osterbräuchen wie Osterhase, Eiersuchen, Eierwerfen oder ähnlichem berichten. Alles dreht sich hierbei um das neue Leben, dass durch das Ei oder ein Osterlamm, das im Frühling geboren wird, symbolisiert wird.

Die Schüler können sich ein eigenes Osternest in einem Margarinebecher mit Erde und Kressesamen anpflanzen. Alternativ kann der Kressesamen zur besseren Beobachtung der Keimung auf einem feuchten Papiertuch oder Watte ausgelegt und in den nächsten Tagen beobachtet werden. Kresse hat nicht nur den Vorteil, dass sie schnell wächst und die Geduld der jungen Pflanzer nicht allzu lange in Anspruch nimmt. Sie kann auch bei einem Osterfrühstück auf Butterbrot gegessen werden. 
Im Musikunterricht können traditionelle Frühlingslieder wie „Stupps, der kleine Osterhase“ oder „Immer wieder kommt ein neuer Frühling“ von Rolf Zuckowski ebenso eingeübt werden wie der Osterhasen-Rap „Die Hipp-Hopp-Hasen“.

Der Kunstunterricht bietet sich für fröhliche, sonnige Frühlingsbilder mit Osterhase und Frühblühern an. Hier können aber auch Osterkörbe geflochten, gefaltet und geklebt werden. 
Sehr beliebt ist es, wenn diese am Tag vor den Osterferien mit Osterei gefüllt auf dem Schulhof, einem angrenzenden Spielplatz oder einem Gartengrundstück versteckt und von den Schülern gesucht werden müssen. So gehen alle Schüler fröhlich in die Ostertage.

Marion Keil

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