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Förderschwerpunkt GE

Digitale Lernsysteme für den MINT-Unterricht

Wie kann man Schüler/-innen im Förderschwerpunkt GE für MINT-Fächer begeistern? Indem Sie mithilfe digitaler Medien und entsprechender Software experimentieren dürfen. Wir stellen Ihnen unterstützende digitale Lernsysteme vor.

Förderschwerpunkt GE: Digitale Lernsysteme für den MINT-Unterricht Unter Anleitung lernen die Schüler/-innen, selbst kleine Roboter zu bauen © highwaystarz - stock.adobe.com

Handlungsorientierung und Selbsttätigkeit der Schüler/-innen bilden den methodisch-didaktischen Ausgangspunkt für den modernen MINT-Unterricht im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. Beide Prinzipien können in der Praxis mithilfe aktueller Technologie gut eingesetzt werden, um Schüler/-innen zu naturwissenschaftlichem Arbeiten zu befähigen.

Neben dem klassischen Experimentieren und der Durchführung von Versuchen können unterrichtlich jetzt auch sogenannte hybride Materialien eingesetzt werden. Darunter versteht man die Kombination aus einem technologischen Lernmaterial mit dazu passenden didaktisch-methodisch aufbereiteten Lernangeboten. 

Handlungsorientiertes Material für kognitives Arbeiten

So werden beispielsweise in den kostenpflichtigen Lernspielen von OSMO haptische und damit direkt erfahrbare und praktisch nutzbare Materialien unter einer Docking-Station zum iPad verwendet, sodass über eine Reflektor-Kamera die Aufgaben und Ergebnisse des Schülers/der Schülerin direkt auf die Software übertragen werden. Der Schüler/die Schülerin kann also unter der Reflektor-Kamera bei OSMO unterschiedliche Lernmaterialien durcharbeiten und direkt die mitgelieferte Lernsoftware nutzen. Richtige und falsche Ergebnisse werden sofort zurückgemeldet. 

Im Angebot sind Materialien auf unterschiedlichen Levels in verschiedenen Bereichen, beispielsweise Zeichnen, Buchstabieren, Rechnen, Coding (einfaches Programmieren) sowie in sich aufbauend gestaffelte Sachunterrichtsthemen. Unter der Rubrik Geschäftsleben wird beispielsweise das Sachrechnen auf das lebenspraktische Thema „Pizza“ bezogen. Die Schüler/-innen können von einer elementaren Stufe „Pizza belegen“ bis hin zu Bruchrechnen, Umgang mit Geld oder Berechnung von Großeinkauf und Buchhaltung vielfältige Rechenaufgaben lösen. Mit handlungsorientiertem Material, das gleichzeitig zum kognitiven Arbeiten eingesetzt wird, bleiben die Schüler/-innen motiviert und in abwechslungsreicher Weise bei der Sache. Zugleich werden der Umgang und die Handhabung des Tablets als Mittel des digitalen Lernens mit trainiert. Auch wenn das in sich geschlossene System die Anschaffung der passenden Endgeräte und Materialpakete erfordert, so ist es doch in der aktuellen Digitalisierungswelle an den Schulen nicht ausgeschlossen, dieses sehr umfängliche und didaktisch gut aufbereitete Material anschaffen zu können.

Mit Bausatz und App zum Programmieren

Ähnlich konzipiert sind die umfangreichen und methodisch-didaktisch ausgereiften Lernangebote von LEGO Education, die ebenfalls kostenpflichtig sind. Hier können viele unterschiedliche Material-Boxen erworben werden. Alle Sets richten sich an die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik und bestehen aus drei Komponenten: einem Bausatz, mit dem die Kinder Modelle zur Lösung einer Aufgabe bauen, einer kindgerechten App, um die Modelle zu programmieren, und vorgefertigte Unterrichtseinheiten mit einer Vielzahl spannender Aufgaben. Die Schüler/-innen erwerben dabei nicht nur fachliches Wissen, sondern schulen gleichzeitig auch wichtige Fähigkeiten wie Kommunikation, Zusammenarbeit, kritisches Denken und Kreativität. Nicht zuletzt macht die Arbeit mit den beliebten Lego-Bausteinen enorm viel Spaß und wirkt besonders motivierend. 

Weiterführende Tipps:

Spannende Experimente, die sich auch für Schüler/-innen im Förderschwerpunkt GE eignen, finden Sie auf der Website von GEOlino.

Ganz spannend ist auch das ENTDECKER-LAB, das auch die Experimente im Video zeigt.

Martin Zöllner, Jessica Stuckstätte: Backpulverbombe und Gurkenstrom: 20 kinderleichte Experimente. München 2015

Auch hier findet sich die Kombination aus digitalem Lernangebot mit haptischen Materialien, die einen gemeinsamen Effekt erzielen und Lernergebnisse provozieren. Die Lösungen werden selbsterklärend rückgemeldet und eigene Lernfortschritte implizit sichtbar gemacht. Die Materialboxen können jeweils von maximal zwei Schülern/Schülerinnen gleichzeitig genutzt werden.

Beide Systeme OSMO und LEGO Education bieten neben der sehr guten Funktionalität von Materialien und Lernsoftware umfangreiche Pakete auf verschiedenen Lernstufen an. Für beide Angebote können auch Fortbildungen in Schulen und für Lehrkräfte gebucht werden. Nicht nur für den differenzierten Unterricht im Klassenzimmer, der heute von Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen geprägt ist, sondern auch für den Einsatz zu Hause im digitalen Homeschooling eignen sie sich, um Schülerinnen und Schülern mit Spaß und Entdeckerfreude das Feld der MINT-Fächer näherzubringen.

Claudia Omonsky

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