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Unterrichtsideen

Ein Pool voller kreativer Ideen für fantasievolles Lernen

Das Ausleben von Kreativität kommt im Schulalltag häufig zu kurz. Dabei ist sie ein entscheidender Motor beim Lernen. Mithilfe eines großen Ideenpools lässt sich auch der Fachunterricht kreativ und fantasievoll anreichern.

Unterrichtsideen: Ein Pool voller kreativer Ideen für fantasievolles Lernen Kreativität lässt sich nicht nur im Kunstunterricht beim figürlichen Gestalten ausleben © kot500 - Fotolia.com

Wie Sie ohne Leistungsdruck und mit kleinen Tricks der Kreativität Ihrer Schüler ganz einfach auf die Sprünge helfen, zeigt Claudia Jacobs im Magazin „Schule Online“. Sie hat dazu den Kunstpädagogen der Kreativwerkstatt des Kinderkunsthauses in München über die Schulter geschaut und zunächst herausgefunden, was Kreativität hemmt: Sprüche wie „Nun sei doch mal kreativ!“ oder „So muss das aussehen!“ sind ebenso kontraproduktiv wie die Angst, etwas falsch zu machen oder Zeitdruck beim Malen und Gestalten. Wichtig ist im Kinderkunsthaus der „Spaß beim Machen, nicht (...) das Ergebnis“.

Die „7 Ideen gegen Ideenmangel“ geben leicht umsetzbare Impulse für Ihren Kunstunterricht und für überraschende kreative Werke der Kinder. Genau wie die „großen Künstler“ verändern die Kinder beim Malen einfach nur die Farbe („Der Blaue Reiter“), die Gestalt oder die Größenverhältnisse (Figuren Giacomettis), die Materialien (Skulpturen aus Abfall) oder sie peppen ihre Kunstwerke einfach auf nach dem Motto „Das Bild ist zu langweilig? Der Skulptur fehlt das Besondere? Füge irgendetwas hinzu und/oder lasse etwas weg“ (ebd.). Und damit kreative Arbeit auch nach Schulschluss gefördert wird, gibt es auch für die Eltern „Coaching-Tipps“. Tenor: Freiräume statt ständiger Beobachtung und Kontrolle, Langeweile und Müßiggang zulassen, immer genug Material zur Auswahl stellen und kindliche Kunstwerke weder kritisieren noch überschwänglich loben.

TV-Kreativwerkstatt als Ideenpool

Wer auf der Suche nach nicht-alltäglichen Ideen für Kunstprojekte mit verschiedensten Materialien ist, wird auf der Website der KiKa-Sendung „ENE MENE BU“  fündig: „Mit Lehm experimentieren“, „Nägel und Wolle“, „Farbensalat in der [Salat-]Schleuder“, „Eine Bude bauen“, „Mehlbilder“ erstellen und mit „Puddingfarben malen“ — ein breites Spektrum ungewöhnlicher Ideen für drinnen und draußen wird in den kurzen Videos der „Kreativwerkstatt“ vorgestellt. Zu jedem der kurzen Filmbeiträge gibt es „Infos für Erwachsene“ mit Angaben zu Materialien und Zeitbedarf und mit methodischen Praxistipps. Da heißt es zum Beispiel beim Lehmbau-Experiment: „Ermutigen Sie die Kinder, ihre Umgebung miteinzubeziehen: Wenn Baumstämme mit Lehm umkleidet und Blätter oder Stöckchen in die feuchte Masse hineindrückt [sic!] werden, entstehen Gesichter und ganze Baumwesen.“

Nach getaner kreativer Arbeit ist eine angemessene Würdigung des Ergebnisses wichtig. Bei ENE MENE BU können die Kinder ihre Bilder einschicken. Ausgewählte Arbeiten werden dann in einer Online-Galerie ausgestellt. Manche der Kunstwerke der Kinder schaffen es sogar in die Sendung, wo sie in einer „liebevoll gestalteten Pop-up-Welt zum Leben“ erwachen. Da wird zum Beispiel eine gebastelte Raupe zur Hauptfigur eines kleinen Trickfilms, der den Kindern auch gleich verrät, was Raupen fressen.

Die Sendung wird übrigens täglich ausgestrahlt, sodass die ungewöhnlichen Kreativideen so schnell nicht ausgehen. Ein Blick ins schier unermessliche Video-Archiv gibt zudem viele Anregungen für den Unterricht in weiteren Fächern, denn die Kinder spielen und experimentieren nicht nur mit verschiedensten Materialien, sondern auch mit Sprache (Zungenbrechern), Mengen etc.

Kreativ durch „Lesen in Bewegung“

Lesen, Bewegung und kreatives Gestalten verknüpfen viele der „50 Aktionsideen für Leseförderung“, die die Baden-Württemberg Stiftung und die Stiftung Lesen im Jahr 2015 herausgegeben haben. Diese Aktionsideen enthalten Übungen, Spiele und Kreativideen für Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren, die Sie direkt und oft ohne Vorbereitungsaufwand umsetzen können.

Ein Farbleitsystem mit Symbolen zeigt Ihnen mit einem Blick, zu welcher der fünf vorhandenen Kategorien das jeweilige Spiel gehört: Das rote „Symbol Kegel“ etwa verweist auf Spiele, die dazu einladen, „sich während des Lesens zu bewegen und auf kreative Weise verschiedene Bücher, z. B. in der Klassenbibliothek, zu entdecken“ (PDF, S. 5). Bei Aktivitäten mit dem gelben „Symbol Pantomime“ setzen die Kinder Inhalte aus Vorlesetexten in Bewegung um, und die mit dem orangefarbenen „Symbol Schere“ versehenen Übungen kennzeichnen Mal- und Bastelaufgaben.

Das Konzept „Lesen in Bewegung“ ermöglicht auch Kindern mit Leseschwierigkeiten, sich kreativ mit Texten auseinanderzusetzen. Da erfinden die Kinder beispielsweise bei den „Literalympics“ verückte Sportdisziplinen (z. B. Pipi-Langstrumpf-Pferde-Stemmen), die sie aus Lektüretexten ableiten (PDF, S. 13). Und bei der „Geschichten-Massage“ (PDF, S. 69) sitzt oder steht ein Kind hinter einem anderen. Beim Hören einer Vorlesegeschichte (gelesen vom Lehrer oder von einem Mitschüler) überträgt das hintere Kind das Gehörte in Bewegungen auf dem Rücken des vorderen (z. B. Regentropfen rieseln lassen, Hüpfen nachmachen etc.).

Kreative Spiele für Sport und „zwischendurch“

Bewegung an sich wirkt kreativitätsfördernd. Doch bei manchen der „Spielideen, Bewegungs- und Entspannungsübungen für den Schulalltag“ von Hilda Pilz-Aden sind darüber hinaus auch noch Originalität und Einfallsreichtum gefragt: Beim Partnerspiel „Arche Noah“ etwa stellen die Kinder pantomimisch ein bestimmtes Tier dar, beim Spiel „Turmbauer“ baut eine Gruppe aus Kartons, Plastikbechern, Haushaltspapierrollen, Tennisbällen etc. einen möglichst hohen Turm und versucht, dabei so viel Material wie möglich zu verbauen. Beim kooperativen Spiel „Maschinenbau“ gestalten die Kinder eine „lebende Maschine“ und fungieren dabei selbst als Bauteil, das während des gesamten Spiels eine Bewegung ausführt (zum Beispiel Arm anwinkeln und strecken).

Auch im Hamburger Rahmenplan für Sport hat Kreativität einen festen Platz: Im Bewegungsfeld „Laufen, Springen und Werfen“ etwa variieren die Kinder zunächst Geh- bzw. Laufarten in wechselnden Tempi. Sie verbinden gelernte Figuren zu einer Folge, erfinden neue Figuren und zuletzt erstellen sie sogar eine eigene Choreografie. Im Bewegungsfeld „Kämpfen und Verteidigen“ erarbeiten sie selbstständig Kampfaufgaben oder kreieren eigene Wettkampfspiele mit Ritualen und Regeln. Natürlich probieren sie alles auch immer gleich selbst aus.

Spielerische Möglichkeiten zur Kreativitätsentwicklung

Die Sozialpädagogin Petra Stamer-Brandt zeigt auf der Website familienhandbuch.de viele weitere spielerische Möglichkeiten für die Förderung der Kreativität, die sich in verschiedenen Fächern oder auch einfach „zwischendurch“ umsetzen lassen: In Deutsch könnten die Kinder eine Geheimsprache erfinden oder sich unterhalten, indem sie nur das Fantasiewort „Gromulo“ benutzen. Die Kids können eine Geschichte fertigerzählen oder Steine suchen und überlegen, welche Geschichte die Steine wohl erzählen könnten. Und natürlich fehlt auch das alte Kinderspiel „Was wäre, wenn ...“ auf Stamer-Brandts Liste nicht: „Was wäre, wenn wir alle fliegen könnten? Was wäre, wenn wir nur rückwärtsgehen könnten?“ (Gleich ausprobieren!) oder auch: „Was wäre, wenn es keine Handys gäbe?“ — Im Zusammenhang mit Kreativitätsförderung ist Letzteres natürlich eine Steilvorlage, und so mancher Pädagoge mit Affinität zur analogen Welt wird geneigt sein zu antworten: „Ohne Handys wären wir wahrscheinlich alle ein wenig kreativer.“

Kreativ mit Medien umgehen

Doch auch die Beschäftigung mit Medien bietet natürlich viele Möglichkeiten, um kreativ zu sein. Nämlich immer dann, wenn Kinder „vom Konsumenten zum Produzenten“ werden, so die Redakteure der Website „Schau hin!“. Wenn die Kinder zum Beispiel „Medieninhalte nach- und weitererzählen, -singen und -spielen“ oder „Medieninhalte analog oder digital erstellen“, erleben sie sich als aktiven „Teil der Medienwelt, die sie mitgestalten können“.

„Schau hin!“ stellt Ihnen einige kreative Websites für Kinder vor, die sich auch im zieldifferenten Unterricht wunderbar nutzen lassen, zum Beispiel „Kidsville“, die Mitmachstadt für Kinder. Hier können die Schüler eigene Texte, Geschichten oder Gedichte veröffentlichen, einen Online-Schreibkurs besuchen, Rätsel lösen u.v.m. Und auf der „Website für kleine Forscher“ gibt es einen „virtuellen Forschergarten“ „mit vielen Entdeckungsmöglichkeiten“ und Lernspielen, der wie ein großer Abenteuerspielplatz aussieht.

Über den Button „Werkstatt“ gelangen die Kids zu praktischen Angeboten, wo die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ konkrete Vorschläge zum Forschen und Experimentieren abseits des Computers“ macht. — So erleben die Kinder auch gleich, dass sich die wirklich spannenden Dinge vor allem in der analogen, realen Welt erforschen und entdecken lassen.

Martina Niekrawietz

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