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Grammatikunterricht

Grammatik kreativ und spielerisch: Gallery Walk

Grammatiküben ist unbeliebt  und frustriert, denn viele Schüler scheitern an den Aufgaben. Es geht auch an anders: mit motivierenden, spielerischen Aufgabenstellungen wie den Gallery Walk, die verschiedene Lernkanäle ansprechen.

Grammatikunterricht: Grammatik kreativ und spielerisch: Gallery Walk Es kann Spaß bringen, gemeinsam als Gruppe eine Präsentation zu einem Grammatikthema vorzubereiten © Syda Productions - Fotolia.com

Wer liebt Grammatik? Diese Frage würden wohl nur wenige Leute bejahen. Das Fach gilt als öde, für Schüler wie auch für viele Lehrpersonen. Regeln zu lernen über eine Sprache, die wir Tag für Tag sprechen und eigentlich zu kennen meinen, kann frustrierend sein. Außerdem sind sie für viele Schüler schwer zu erfassen und anzuwenden. Hinzu kommt, dass das Üben den meisten Schülern nicht gerade Freude bereitet.

Es geht auch anders. Hier einige Ideen, mit denen die Beschäftigung mit der deutschen Grammatik Ihrer Klasse und auch Ihnen als Lehrperson bestimmt Freude machen wird. Die motivierenden Übungen können sowohl in Regelklassen als auch bei Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf eingesetzt werden.

Wichtig ist dabei, dass wir die verschiedenen Lernkanäle der Schüler ansprechen, z. B. …

  • handelnd, indem Wortkarten zwei oder mehreren Postern zugeordnet werden, die je mit einer Wortart bezeichnet sind.
  • durch Visualisierung, indem wir gemeinsam Grammatik-Mindmaps erstellen.
  • indem wir Bewegungspausen für Grammatikübungen nutzen: Wir stehen im Kreis, die Lehrperson wirft einem Schüler einen Ball zu und nennt eine Wortart. Der Schüler findet ein passendes Wort und wirft den  Ball — mit Nennung einer Wortart — einem nächsten Schüler zu.
  • natürlich auch durch konventionelle Übungen, indem besonders ansprechende (spannende, witzige, aktuelle) Texte verwenden werden oder sogar die Schüler eigene Texte dafür schreiben.

Schüler erstellen eigenständig Wortgruppenposter

Eine Methode, die mit verschiedenen Wortarten durchgeführt wird und die sich auch gut auf viele andere (grammatikalische) Themen übertragen lässt, ist der Gallery Walk. Gallery Walk ist eine Lernform des aktiven Lernens und des handlungsorientierten Unterrichts.

Die Schüler arbeiten in Dreier- oder Vierergruppen an Stationen. Pro Station hängen wir im Klassenzimmer verteilt mehrere Poster auf oder verwenden Pinnwände. Die Anzahl variiert nach Anzahl Gruppen:

  • Station 1: Nomen zu einem Thema (z. B. Fußball, Sommer, Regenwald)
  • Station 2: Verben zum selben Thema wie Station 1
  • Station 3: Adjektive zum selben Thema wie Station 1
  • Station 4: Pronomen
  • Station 5: andere Wortarten (ohne weitere Hinweise)

1. Runde
Jede Gruppe arbeitet genau 5 Minuten an einer Station und schreibt möglichst viele Wörter zu ihrem Thema auf das Plakat (Bedingung: oben beginnen und untereinander schreiben. Das ist für die Weiterarbeit der folgenden Gruppen von Vorteil). Nach Ablauf der 5 Minuten zählt jede Gruppe ihre gefundenen Wörter zusammen (Strichliste) und bewegt sich weiter zur nächsten Station.

2. Runde
In diesen wiederum 5 Minuten liest die Gruppe zuerst die Wörter, die ihre Vorgruppe aufgelistet hat und ergänzt die Liste dann mit zusätzlichen Wörtern zum Thema. Die Strichliste wird entsprechend erweitert.

3. bis x. Runde
Das geht so weiter, bis alle Gruppen alle Stationen besucht haben. Erwartungsgemäß wird es immer schwieriger, neue Wörter zu finden.

Wortgruppenplakate korrigieren und besprechen

Nach Beendigung dieser Runden besprechen wir die einzelnen Plakate im Klassenverband. Wir korrigieren Fehler, klären Missverständnisse und vertiefen die Regeln, mit denen die einzelnen Wortarten bestimmt bzw. erkannt werden. Die Strichlisten werden erneut angepasst.

Besondere Aufmerksamkeit widmen wir dem letzten Plakat mit den „anderen“ Wortarten. Können wir die aufgelisteten „anderen“ Wörter — Präpositionen, Konjunktionen, Interjektionen, Partikel — zuzordnen? Für jede Wortart, die auf ein anderes Plakat gehörte (Nomen, Verb …) gibt es einen Abzug.

Am Ende zählen wir sämtliche Punkte auf allen Plakaten zusammen. Beträgt das gemeinsam erarbeitete Ergebnis mehr als 100 Punkte, darf die Klasse stolz auf sich sein, 80 bis 100 Punkte zeichnen eine gute Grammatikklasse aus, unter 80 Punkte bedeutet: „Es darf noch geübt werden.“

Die Plakate werden an die Wand gehängt und können in den folgenden Tagen ergänzt werden. Wie viele neue Wörter kommen im Laufe einer Woche noch dazu?

Marisa Herzog

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