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Unterrichtsideen

Immer wieder kommt ein neuer Frühling

Es wird Zeit, dass der Frühling kommt — auch in die Schule. Kleine Unterrichtsprojekte stimmen auf die Jahreszeit ein und bieten viele Lerninhalte, die Spaß bringen und mit denen sich die Schüler verwirklichen können.

Unterrichtsideen: Immer wieder kommt ein neuer Frühling Ein tolles Unterrichtsprojekt für den Frühling: einen Nistkasten bauen © Saksoni - stock.adobe.com

Die Klasse 6 räumt auf. Pascal wuchtet den Karton mit den Weihnachtsbaumkugeln wieder ins Regal. Samuel und Jo verzweifeln fast dabei, die aufgeklebten Sterne und Schneeflocken von den Fensterscheiben im Schulflur abzuziehen. Pia und Luisa versuchen sich daran, die Fenster zu putzen.

Wenn die Weihnachts- und Winterdeko wieder verstaut ist, dann steht schon der Frühling vor der Tür. Warum nur vor der Tür? Warum nicht auch Frühling im Schulhaus? Gerade in Förderschulen ist das Leben im Jahreskreis ein bedeutsamer Schwerpunkt. Genau wie der Erntedankzeit im Herbst und der Adventszeit im Dezember sollte auch dem Frühling Platz eingeräumt werden. Und in Schulhäusern und Klassenräumen gibt es genügend Platz für kleine grüne Frühlingsinseln. Der Frühling lädt geradezu dazu ein, projektorientiert vorbereitet und mit einem Frühlingsfest begrüßt zu werden.

Unterrichtsideen für verschiedene Fach- und Lernbereiche

In den Fach- und Lernbereichen können verschiedene Schwerpunkte gesetzt werden.

Im Musikunterricht spüren die Schüler den Geräuschen des Frühlings nach. Jetzt plätschert der Bach am Rande des Schulhofes wieder, während er im Winter noch zugefroren war. Erste Vogelstimmen sind draußen zu hören. Vivaldi bietet uns ein ganzes Musikstück an, zu dem es sich malen lässt. Die Bezüge zum Kunstunterricht sind offensichtlich und müssen nicht künstlich, sondern können künstlerisch bearbeitet werden. Welche Farben bietet der Frühling im Gegensatz zur Herbst- und Winterzeit?

Weitere Links zum Thema:

Frühlingsgedichte finden Sie z. B. bei Gedichtemeile oder Schule und Familie.

Hochbeet aus Europaletten selbst bauen — eine Bauanleitung.

Ein ganz einfaches Palettenbeet finden Sie hier.

Im Werkunterricht können Nistkästen den Frühling hinweg können die Schüler beobachten, ob auch ein Vogelpaar einzieht, wobei wir auch schon gleich beim Fach Biologie bzw. Sachunterricht wären. Wer wird zuerst sehen, wann die Jungen flügge werden? Und wenn noch ein ambitionierter Kollege eine Kamera einbaut, dann kann dieses Projekt auch in einem kleinen Film oder mit Fotos für die Schulhomepage dokumentiert werden.

Vom Bienensterben war im letzten Jahr häufig in den Medien die Rede. Nehmen wir das nicht nur hin, sondern tun wir mit unseren Schülern was dagegen! Der Bau von Wildbienenhotels ist ein durchaus machbares Projekt. Der Kreis zu Upcycling-Projekten schließt sich dann, wenn gebrauchtes Holz wiederverwendet wird. Vielleicht gibt es ja einen Tischler in der Nähe, der das Projekt mit Holzresten unterstützen kann. So bleibt „Fridays for Future“ nicht nur ein Slogan, sondern wird gelebte Realität.

Für allerlei andere Insekten wird ein Stückchen Schulgrün zum bunten Aufenthaltsort: Wildblumen-Saatmischungen gibt’s zu kaufen oder selbst herzustellen. Diese Saat-Mischungen lassen sich auf einfache Weise mit selbst hergestelltem Papierbrei aus farbigen Servietten zu Saatscheiben verarbeiten. Nach der Befestigung dekorativer Anleitungen auf den getrockneten Scheiben sind sie gebrauchsfertig.

Im Sachunterricht wird der fachlich-inhaltliche Blick auf die Lebensbedingungen der Insekten gerichtet. Aber auch für die Auseinandersetzung mit Temperatur- und Wetterveränderungen im Frühling oder der Frage, wann eigentlich der Igel seinen Winterschlaf beendet, bleibt Raum.

Die Beschäftigung mit „Elfchen“ kann im Deutschunterricht stattfinden. Darüber hinaus finden sich zahlreiche Frühlingsgedichte in verschiedensten Schwierigkeitsgraden.

In Schulen, die über einen Schulgarten verfügen, können Schüler ganz direkt den Frühling im Gartenjahr erleben. Die ersten Bemühungen werden bald mit der Ernte von Feldsalat oder frühen Radieschen aus dem Frühbeet belohnt. Und was machen Schulen, die als Großstadtschule keinen Schulgarten haben? Die machen ihre Flure und Fensterbänke zu Mini-Gärten. Anleitungen zur Arbeit mit Euro-Paletten sind schnell zu finden, im Handumdrehen wird daraus ein leicht zu pflegendes Beet für erste Frühblüher und Primeln.
Fensterbänke bieten nicht nur Blumentöpfen und -kästen Platz, sie können auch Aussaatkistchen beherbergen, in denen kleine Keimlinge wachsen. Im besten Fall ziehen diese später in den Schulgarten um — anderenfalls „adoptieren“ die Schüler und Kollegen diese.
Als preisgünstige Aussaatkistchen können längs aufgeschnittene Tetrapaks herhalten — auch hier spielen Gedanken zur Wiederverwendung und zum Upcycling eine Rolle. Kleine Pflanztöpfe, die später sogar mit in den Garten eingepflanzt werden können, kann man aus Zeitungspapier falten. Das vermeidet nicht nur Plastikverwendung, sondern erleichtert sogar noch die Gartenarbeit, denn das Zeitungspapier kann in der Erde vergehen. Den Tetrapaks kann nach viel Kneten und Knautschen oft die äußere, bedruckte Folie abgezogen werden. Wenn man dann nur den oberen Teil der Packung entfernt, hat man wunderschöne und bemalbare Blumenübertöpfe.

Mit den vorgezogenen Pflanzen, den Nistkästen und den Bienenhotels lässt sich ein Frühlingsmarkt bestücken, der zum Frühlingsfest der Schule angeboten werden kann. Die Werke des Kunstunterrichts werden in einer Frühlingsgalerie ausgestellt. Auf einer literarischen Wand präsentieren die Dichter des Deutschunterrichts ihre kleinen Werke.  Ein Parcours auf dem Flur oder in der Turnhalle bietet Möglichkeiten zur Bewegung. Die ersten Kirschbaumzweige schmücken schon lange das Schulhaus und bei Kaffee und Kuchen kommt man ganz wunderbar mit Eltern und Gästen ins Gespräch.

Also, die Wintermüdigkeit gehört abgeschüttelt. Der Frühling wird kommen! So holen wir uns die ersten bunten Pflanzen des Jahres ins Haus und begrüßen wir die kommende Jahreszeit gemeinsam mit Schwung und Elan!

Ulrike Zerbst

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