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Lesekompetenz fördern leicht gemacht!

Mit der Lesekompetenz steht und fällt der Lernerfolg. Deshalb ist es wichtig, Leseflüssigkeit und Textverstehen zu fördern. Direkt übernehmbare Materialien, Praxishinweise und ein Selbstlern-Training für Kids unterstützen Lehrkräfte dabei.  

: Lesekompetenz fördern leicht gemacht! Nicht allen Schüler/-innen fällt das Lesen leicht © S.Kobold - stock.adobe.com

Nach den langen Monaten des Distanzunterrichts wird etwa ein Viertel der Schülerinnen und Schüler wird mit großen Lernrückständen zurückkehren, schätzt Bundesbildungsministerin Karliczek. Besonders groß sind die Lernlücken vieler Kinder und Jugendlicher, die schon vor der Pandemie Förderbedarf im Bereich Sprache hatten und geringe Lesekompetenzen mitbringen. Sie hatten im Fernunterricht „Verständnisschwierigkeiten“ und konnten die Aufgabenstellungen „weniger gut nachvollziehen“, sagt Dr. Kathrin Lockl, Hauptautorin der Corona-Zusatzbefragung im Rahmen der NEPS-Studie „Bildungsverläufe in Deutschland“. Diese „eher entmutigenden Erfahrungen“ könnten auch dazu beigetragen haben, dass diese Kinder und Jugendlichen im Distanzunterricht „weniger motiviert sind, ihre Aufgaben zu erledigen“ (ebd.).

Die Fähigkeit, schriftliche Sachtexte zu verstehen, ist also eine zentrale Kompetenz für erfolgreiches Lernen in allen Fächern – und das nicht nur in Homeschooling-Phasen. Doch wie können Sie Ihre Schülerinnen und Schüler diesbezüglich am effektivsten unterstützen? Der folgende Beitrag gibt Ihnen Anregungen und Materialien für eine differenzierte Förderung an die Hand. 

Lesekompetenz individuell fördern 

Worauf sollten Lehrkräfte bei der Leseförderung achten, wenn Sie Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Förderschwerpunkten unterrichten? Diese Frage beantwortet das Portal #lesen.bayern mit gezielten methodischen Hinweisen. Hier sieht die Lehrkraft sofort, mit welchen Maßnahmen sich die Lesefertigkeit stärken lässt, z. B. durch ritualisierte Übungsformate wie Tandemlesen oder Blitzlesen im Förderschwerpunkt Sprache oder durch „grundlegende Übungen aus dem Bereich der Rhythmisch-musikalischen Erziehung“ im Förderschwerpunkt Hören, 

  • wie Lesetexte vereinfacht werden können, etwa durch gut lesbare Schriftarten und -größen, durch Gliederung in Sinnabschnitte oder durch Vereinfachung von Wortwahl und Syntax,
  • wie die Wortschatzarbeit vor, während und nach dem Lesen gestaltet werden kann, im Förderschwerpunkt Hören z. B. durch Visualisierung der Begriffe mit Bildkarten, Gebärdenbildern oder ggf. mit Gebärdensprache,
  • mit welchen Übungen ein Text inhaltlich erschlossen werden kann, z. B. indem die Schüler/-innen das Gelesene mit Hilfe von „Satzstartern“ (‚Als erstes‘, ‚dann‘, ‚danach‘, ‚am Ende‘, …) rekapitulieren, den Textinhalt anhand einer Mindmap darstellen oder einzelne Abschnitte zusammenfassen.

Auch die umfangreiche Materialsammlung im Portal #lesen.bayern erspart Ihnen viel Vorbereitungsaufwand: Mit fachspezifischen Aufgaben für unterschiedliche Jahrgangsstufen fördern Sie die Lesekompetenz in allen Fächern. Und mit vielfältigen, ausführlich beschriebenen Methoden vermitteln Sie den Kindern und Jugendlichen probate Lesestrategien für verschiedene Textsorten und Medien. 

Der FiLBY-Selbstlernkurs als Lesetrainer

Die Lernrückstände durch die langen Schulschließungen können nicht von heute auf morgen aufgeholt werden. Deshalb hat der Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur der Uni Regensburg in Kooperation mit dem Bayerischen Kultusministerium und dem Bayerischen Rundfunk mit „FiLBY-2“ („Fachintegrierte Leseförderung Bayern“) ein systematisches und langfristiges Leseförderprogramm für die Grundschule gestartet. 

Es beginnt mit Klasse 2 mit der Steigerung der Leseflüssigkeit. Zunächst trainieren die Kinder „wie Sportlerinnen und Sportler“ das Lesen „mit begleitenden und unterstützenden Hörtexten (...), die nach Lesegeschwindigkeit dreifach differenziert sind“ (ebd.). Begleitet werden sie dabei von einer ausgebildeten Sprecherin des BR, die die Übungstexte jeweils in drei unterschiedlichen Lesegeschwindigkeiten eingesprochen hat.

FiLBY läuft konstant bis zur 4. Klasse, wie die Überblicksseite mit Hördateien, Downloads von Kurzanleitungen und Textheften sowie Erklärvideos zeigt. 

Sprachförderung mit der Stiftung Lesen

Auch der Lehrerclub der Stiftung Lesen hat sich die Lese- und Sprachförderung auf die Fahnen geschrieben. Viele Angebote richten sich speziell an Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund. Es lohnt sich unbedingt, auf der Seite zu stöbern, denn Sie finden hier beides: nützliche Tools und Praxistipps für die Leseförderung und „coolen“ Lesestoff für Kinder und Jugendliche, z. B. eine Sammlung von bilingualen Bilderbüchern „in 1001 Sprache“ oder das multimediale Angebot „LINGO MACHT MINT“ „für junge Deutschlerner zwischen 6 und 16 Jahren“. Oder auch AMIRA, ein kostenloses „Leseprogramm in 9 Sprachen“ für die Grundschule. Es bietet 32 Lesegeschichten in stark vereinfachter Sprache, „in drei Lesestufen“, und in verschiedenen Sprachen von Muttersprachler/-innen vorgelesen. Auch didaktisches Material für den begleitenden Förderunterricht steht zum Download bereit. 

Mit Online-Seminaren, Medienempfehlungen und Praxistipps erweitern DaZ-Lehrkräfte ihr didaktisch-methodisches Repertoire. Und die besten Lese- und Medienempfehlungen der Experten der Stiftung Lesen finden Sie in der Mediendatenbank der Stiftung Lesen. Mit der komfortablen Suchfunktion werden Sie ganz schnell fündig. Differenziert nach Alter, Thema, Medienkategorie und „besonderen“ Zielgruppen wie „Leseanfänger“, „Kinder und Jugendliche mit geringen Deutschkenntnissen“ oder „Wenigleser“.
 

Martina Niekrawietz


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