Fach/Thema/Bereich wählen
Kreatives Gestalten

Mit kleinen Osterbasteleien die Feinmotorik verbessern

Basteln bringt nicht nur Spaß, es schult auch intensiv die Feinmotorik. Kleine einfache Gestaltungsaufgaben können auch von Schülern mit motorischen Schwierigkeiten bewältigt werden — und die Ergebnisse lassen sich sehen.

Kreatives Gestalten: Mit kleinen Osterbasteleien die Feinmotorik verbessern Mit Fingerfarben lassen sich ganz einfach Ostereier bunt verzieren © Rawpixel.com - stock.adobe.com

Eier mit Farbe und Pinsel bemalen — das erfordert gut entwickelte feinmotorische Fähigkeiten. Falls Sie für Ihre Lerngruppe eine schnelle und wirkungsvolle Alternative suchen, hier ein Tipp: Marmorieren statt bemalen. 

Alles was Sie dafür brauchen, sind Marmorierfarben, Schaschlikspieße, Klebeband, ein Gefäß, das zu Dreivierteln mit laufwarmem Wasser gefüllt ist, und Plastikeier. Um die gefärbten Eier zu trocknen, stecken Sie sie einfach in einen mit Sand oder Erde gefüllten Blumentopf. 

Wie einfach das ist, demonstriert dieses Video: Sie umwickeln das eine Ende des Holzstäbchens mit Klebeband und stecken das Ei auf. Dann von drei bis vier Marmorierfarben jeweils drei bis fünf Tropfen auf die Wasseroberfläche träufeln und mit einem Schaschlikstäbchen vorsichtig Marmormuster einrühren. Dann das Ei langsam mit einer kreisenden Bewegung vollständig eintauchen, zügig herausziehen — fertig. Nach dem Trocknen eventuell noch mit einer Samtbändchen-Schleife verzieren. 

Direkt nach dem Ei könnten die Schüler auch noch eine weiße Karte (DIN-A6) durch ihre Farbmischung ziehen. Alles trocknen lassen, dann das bunte Ei in ein kleines Blumentöpfchen mit Narzissen stecken, die Karte davorstellen, und schon können die Schüler ihren Eltern ein kleines Ostergesteck mit farblich aufeinander abgestimmten Komponenten auf den Ostertisch stellen.
Wenngleich das Marmorieren schnell und einfach geht, sind doch möglicherweise in Ihrer Lerngruppe einige Kinder überfordert. Deshalb zunächst ein paar Anregungen für Übungen, nach denen die Schüler auch komplexere motorische Aufgaben beim Marmorieren frustfrei bewältigen.

Vorbereitende Lernstationen fürs Eier-Marmorieren

Der Lehrerblog „Grundschulschnüffler“ enthält mehrere Übungen für die Feinmotorik, die als Lernstationen angelegt sind. Einige dieser Übungen unterstützen auch gezielt die Fertigkeiten, die die Schüler fürs Eier-Marmorieren brauchen. 

1. Übung: Schleifebinden üben mit einer Schnur, die durch einen Schuhkarton gezogen ist, wie im Blog vorgeschlagen. Hier können Sie den Schwierigkeitsgrad auch steigern, indem Sie mehrere Kartons mit zunehmend enger beieinanderliegenden Löchern und immer feineren Bändern hintereinanderlegen, die die Schüler dann zur Schleife binden sollen.

Sobald das Schleifebinden auf dem liegenden Karton funktioniert, üben die Schüler an stehenden Holzstäben. Das ist auch eine gute Partnerübung: Ein Schüler hält den Holzstab möglichst ruhig und aufrecht, während ein anderer versucht, eine Schleife darum zu binden. Auch hier können Sie mit zunehmend kleineren Stäben und feineren Schnüren arbeiten, bis den Schüler eine Samtbandschleife am dünnen Schaschlikspieß gelingt.

2. Übung: Mit einer Pipette eine bestimmte Anzahl von Tropfen aufnehmen und abgeben. Mit einer sauberen Pipette nehmen die Schüler eine gefärbte Flüssigkeit (Wasserfarben!) auf und geben sie tropfenweise in einen Behälter mit Wasser. Mit dieser Übung entwickeln die Schüler ein Gespür für die erforderliche Farbmenge beim Marmorieren (drei bis fünf Tropfen). Außerdem fördert die Übung „die Beweglichkeit zwischen Daumen und Zeigefinger und natürlich auch die Auge-Hand-Koordination“ (ebd.).

3. Übung: Strohhalme quer durch ein gelöchertes Gefäß stecken. Das verbessert wieder die Auge-Hand-Koordination und ist eine gute Vorübung für die …

4. Übung: Bügelperlen auf Spaghetti auffädeln. „Hier zeigen sich häufig am deutlichsten Schwächen in der Feinmotorik, denn die Perlen sind nicht immer leicht zu greifen“, merkt die Autorin des Blogbeitrags dazu an. — Bestimmt ist es für die Schüler danach wesentlich leichter, das Ei auf den Schaschlikspieß aufzustecken.

Bunte Osterkarten per Fingerdruck

Die Fingerdruck-Technik eignet sich sehr gut für selbst gemachte Osterkarten. Das Prinzip ist einfach, die Ausführung birgt allerdings einige Tücken, weshalb auch hier eine Übungsphase vorgeschaltet werden sollte. Bevor die Schüler sich an Blankokarten versuchen, sollten sie erst einmal mit Schmierpapier austesten, welche Farben sich für Hasen, Küken oder bunte Ostereier eignen. Anschließend einige Übungsdrucke — immer möglichst mit sauberen, fettfreien Fingern: Wie „dick“ muss meine Farbe sein, um auf der weißen Fläche zu wirken? Wie drücke ich den mit Farbe bepinselten Finger am besten auf, um einen vollflächigen Abdruck in der gewünschten Form zu bekommen? Gibt es Finger, die sich besser eignen? Auch sollten die Schüler darauf achten, für den Fingerdruck eher hellere Farben zu verwenden, da ja nach dem Trocknen noch mit schwarzem Feinliner das Gesicht bzw. andere Körperteile aufgezeichnet werden.

Inspirationen für frühlingshafte Motive finden Sie zum Beispiel in dieser Anleitung auf Kidsweb.

Am besten wählen Sie für Ihre Schüler zunächst ein einfaches Motiv aus, zum Beispiel einen einzelnen Osterhasen, der in dieMitte der Karte kommt. Sobald die braune Farbe getrocknet ist, zeichnen die Schüler Ohren, Füße und Gesicht auf. Besonders lustig ist eine Karte mit einem Hasen von vorn auf der Vorderseite und — möglichst genau an derselben Stelle auf der Rückseite — einem Hasen von hinten. Vielleicht gelingt es einigen Schülern ja sogar, eine Möglichkeit zu finden, um beides „deckungsgleich“ aufs Papier zu bringen (Leuchttisch, Fenster, wo die Sonne hereinscheint oder zwei sich kreuzende Diagonalen mit Bleistift zeichnen und Fingerdruck genau auf den Schnittpunkt setzen, dann die Bleistiftstriche wegradieren.)

Kresse-Eier: mit Geduld und Fingerspitzengefühl

Und noch eine kleine Bastelei mit einfachsten Mitteln, die allerdings erst wachsen muss: Kresse-Eier, bei denen die Eierschale zum Pflanzenbehälter wird. Auch hier benötigen Sie nicht viel: ein „geköpftes“ Ei, etwas Watte, Kressesamen, Wasser und ein paar Tage Geduld und Pflege. 

Am besten zunächst die Eier hart kochen, vorsichtig — wie ein weiches Frühstücksei — köpfen oder mit einem kleinen Löffel oben aufschlagen und das obere Drittel des Eis abpellen und das Ei auslöffeln. Wegen der Gefahr von Salmonellen und anderen Keimen sollten Sie die leeren Eierschalen zur Sicherheit noch einmal für etwa 10 Minuten auskochen. Lässt sich das in der Schule nicht vorbereiten, so bitten Sie die Eltern um leere, ausgekochte Eierschalenhälften.

Was jetzt folgt, ist für viele Schüler eine feinmotorische Herausforderung, denn die dünnen Eierschalen sind sehr zerbrechlich: Zunächst malen die Kids mit wasserfestem Filzer ein lustiges Gesicht in die Mitte des Eis, halten etwas Watte unters Wasser und stecken sie ins Ei. Vorsichtig glätten sie die feuchte Watte im Ei und streuen dann 20 bis 30 Kressesamen gleichmäßig auf die Fläche. In den kommenden Tagen (mit der Pipette) schön feucht halten, und schon bald beginnt die Kresse zu keimen. 

Damit das Ei auch stabil steht, schneiden die Schüler ein etwa 1,5-cm-breites Stück von einer leeren Küchenkrepp-Papprolle ab und verzieren es mit Buntstiften oder bekleben es mit österlichem Papier. — Damit das Ei mit der grünenden Frisur pünktlich zum Osterfrühstück fertig ist, sollten Sie die Kresse etwa drei bis vier Tage vor Ostersonntag aussäen. — Ihnen und Ihrer Klasse viel Spaß mit den kleinen Osterbasteleien!

Martina Niekrawietz

Dazu passendes Unterrichtsmaterial
Dazu passende Arbeitshilfe

Mehr zu Ratgeber Fachunterricht
Cookies nicht aktiviert

Ihr Browser akzeptiert derzeit keine Cookies.

Wenn Sie das Lehrerbüro in vollem Umfang nutzen möchten, dann muss in Ihrem Browser die Nutzung von Cookies erlaubt sein.

Was Cookies genau sind und wie Sie die Browser-Einstellungen ändern können, erfahren Sie auf dieser Seite: Cookies nicht aktiviert

×