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Unterrichtsideen

Musikspiele – Lern-Spaß inklusive

Musikspiele sind eine prima Idee, auch Schüler für Musik zu begeistern, die sich eher zurückhalten. Einfache (Orff-)Instrumente nehmen die Scheu, selbst Rhythmen und Töne zu erzeugen und vielleicht sogar dazu zu singen.

Unterrichtsideen: Musikspiele – Lern-Spaß inklusive Eine Flaschenpost mit Liedideen ist ein origineller Impuls, Musik zu machen © Hanna Fischer

Lehrkräfte können „ein Lied davon singen“, dass bereits nach kurzer Zeit Lernstoffvermittlung die Konzentration nachlässt: Die Schüler werden unruhig, sie schalten ab und finden den Unterricht langweilig. Gerade im Musikunterricht, der die Schüler zum freien Ausdruck führen sollte, ist dies kontraproduktiv. Ein schnell verfügbares Gegenmittel können spontan eingestreute Musikspiele sein. Sie sprechen eine neue Wahrnehmungsebene an und wirken aktivierend.

Mithilfe einfacher Instrumente wie Trommeln, Rasseln, Schellen, Triangeln können die Schüler verschiedene emotionale Stimmungen darstellen. Sie erhalten die Aufgabe, sich zu streiten und wieder zu vertragen. Oder sie führen ein Gespräch, bei dem jeder den anderen ausreden lässt. Sie können mit den Instrumenten flüstern oder laut schreien, Trauer oder Freude ausdrücken. Dies kann beispielsweise so geschehen, dass jeweils ein Paar vorträgt, während die anderen zuschauen. Die Partner können sich gegenübersitzen und dabei ansehen oder im zweiten Schritt auch Rücken an Rücken zueinander sitzen. Dabei sollte zuvor ein Zeitlimit gesetzt werden, das ausgewählte Mitschüler beobachten: Ein Schüler schaut auf die Uhr, ein anderer gibt beispielsweise mit dem Gong das Stoppsignal.

Sich Klänge wünschen und Töne weitergeben

Jeder Schüler hält ein Instrument in den Händen. Der Reihe nach darf sich jedes Kind von einem anderen einen ganz bestimmten Klang wünschen. Das kann beispielsweise heißen: „Ich wünsche mir von Alexander einen kurzen lauten Klang.“ Oder: „Ich wünsche mir von Alissa einen tiefen leisen Klang.“ Andere Klangeigenschaften wie hoch, hell, dumpf, lang und ähnliches können gewählt werden. Um das Spiel zu begrenzen, sollte jeder nur einmal wünschen und einmal gewählt werden dürfen.

Ein Schüler singt einen Ton und gibt ihn an einen anderen Schüler weiter. Dieser nimmt ihn auf und gibt ihn ebenfalls an einen dritten weiter und so fort. Für Schüler, die nicht singen können, eignet sich auch das Sopran-Xylofon. Ein bestimmter Ton wird auf dem Xylofon angeschlagen und dann weitergereicht.

In Chorgruppen, die Töne beherrschen, reicht beispielsweise ein kleiner Ball, der mit dem Ton gemeinsam weitergegeben wird. Auf ähnliche Weise lässt sich ein bestimmter Rhythmus weitergeben. Dafür werden eine Handtrommel und ein weicher Trommelschlegel benötigt. Ein Schüler beginnt, indem er einen bestimmten Rhythmus trommelt, z.B. xx – xx – xx – xx. Er gibt die Trommel weiter und das nächste Kind nimmt den gleichen Rhythmus auf.

Instrumentenfamilie finden und Instrumente am Klang erraten

Sind die Schüler mit dem Orff-Instrumentarium vertraut, lernen sie auch, die unterschiedlichen Instrumente zu klassifizieren:

  • Holzinstrumente (z. B. Klanghölzer, Holzxylofon, Rasseln aus Holz),
  • Fellinstrumente (z. B. Trommeln und Schellentrommeln),
  • Metallinstrumente (z. B. Sopranxylofon, Triangel, Schellen).

Ein Schüler ist Dirigent und zeigt auf ein Kind, das daraufhin auf seinem Instrument zu spielen beginnt. Ist es ein Triangel, spielen alle Schüler mit einem Instrument aus Metall gleich mit und finden sich zu einer Gruppe zusammen. Das Gleiche gilt für die anderen Familien, die auf Fingerzeig jeweils ihre Fell- oder Holzinstrumente erklingen lassen.

Sind die Voraussetzungen die gleichen wie beim vorherigen Spiel, können die Schüler sich im zweiten Schritt mehr auf die akustische Ebene konzentrieren. Zunächst werden verschiedene bekannte Instrumente sichtbar ausgelegt. Danach werden sie jedoch hinter einem Vorhang oder ähnlichem versteckt. Jeweils ein Kind darf hinter den Vorhang gehen und auf einem Instrument spielen. Die anderen sollen erraten, um welches Instrument es sich handelt.

Den eigenen Namen spielen und Liedideen aus der Flaschenpost

Für Gruppen, die sich noch nicht oder noch nicht lange kennen, eignet sich das Namensspiel. Jedes Kind sucht sich eines der bereitliegenden Instrumente aus und spielt damit seinen Namen: Anna macht zwei Trommelschläge, Tim schlägt einmal das Triangel an, Alexander drei verschiedene Töne auf dem Xylofon. Die anderen Schüler spielen diesen Rhythmus bzw. diese Tonfolge auf ihren jeweiligen Instrumenten nach. Auf diese Weise wird mit dem Üben und Einprägen der Namen auch das Rhythmusgefühl gestärkt.

Weiterführende Links

Das Orff- Instrumentarium ist recht umfangreich. Diese Website zeigt sie.

Eine Auswahl an Musikspielen kann man hier finden.

Verfügt die Gruppe bereits über einen Fundus an bekannten Liedern, bietet sich das Flaschendrehen an. Die Lehrkraft erstellt eine Flaschenpost. Dafür schreibt sie jeweils einen Liedtitel auf ein kleines Stück Papier. Dies wird zusammengerollt, mit einem Gummiband gehalten und in eine leere Flasche gesteckt. Je mehr Zettel im Laufe des Schuljahres in die Flasche wandern, desto besser. Tipp: Eine Milchflasche hat einen breiteren Hals. So lässt sich die „Post“ leichter entnehmen.

Die Schüler sitzen im Kreis und die Lehrkraft dreht die Flasche. Nun wird es spannend, auf wen der Flaschenhals am Ende zeigt. Dieses Kind darf nämlich die Flasche gut durchschütteln und einen Zettel aus der Flasche ziehen. Es liest den Liedtitel laut vor. Dieses Lied wird gesungen. Am schönsten ist es natürlich, wenn die Lehrkraft das Lied mit der Gitarre oder dem Klavier begleitet oder es von den Schülern mit Instrumenten begleitet werden kann.

Regeln aufstellen

Bei den Musikspielen sollte kein Schüler dazu gedrängt werden, Töne und Rhythmen zu produzieren. Dennoch sollte man ängstliche dazu ermutigen, einen „Ton“ zu wagen. Andererseits ist es wichtig, dass jeder eine Chance hat, an die Reihe zu kommen. Wichtig bei all diesen Spielen ist, dass ein Zeitlimit vorgegeben wird, damit die Aktivitäten nicht ausufern.

Mit diesen einfachen Mitteln lässt sich der Musikunterricht auf kreative und motivierende Weise verändern. Vielleicht gibt es ja sogar ein Musikspiel, das die Schüler im Laufe des Schuljahres besonders bevorzugen.

Liegen Instrumente bereit, sind diese Aktivitäten während des Unterrichts jederzeit umsetzbar. Es kann sich auch ergeben, dass die Schüler zu Beginn oder am Ende des Unterrichts ein ganz bestimmtes Spiel durchführen möchten, was dann vielleicht sogar zu einem schönen Ritual wird. Sind einmal keine Instrumente verfügbar, kann man sich auch mit Klatschen und Stampfen begnügen.

Egal, wie Sie diese Spiele einsetzen, sie sollen den Schülern Spaß bereiten, sie motivieren und aus der Reserve locken. Im Anschluss daran können sie wieder konzentriert mitarbeiten.

Hanna Fischer

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