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Methodenkompetenz

Präsentieren lernen in drei Schritten

Präsentationen sind für viele Schüler/-innen eine riesige Herausforderung. In drei Übungsschritten lernen sie, Inhalte lebendig und überzeugend darzubieten. Sie erlangen dabei Methoden- und vor allem Selbstkompetenz.

Methodenkompetenz: Präsentieren lernen in drei Schritten In einfachen Schritten lernen die Schüler/-innen, selbst erarbeitete Inhalte ansprechend zu präsentieren © Christian Schwier - stock.adobe.com

„Ich heiße Anton und mag so gerne Pizza“, mit diesem Satz sollen die Schüler zur Tür hereinkommen, sich in Position vor ihr Publikum stellen und dann den Satz überzeugend präsentieren. Was zunächst wie eine leichte Aufgabe klingt, stellt sich als echte Herausforderung dar, wenn man die nonverbalen und körpersprachlichen Signale analysiert, die eine gelungene Präsentation ausmachen. Und dabei geht es noch kaum um Inhalte, es sollen gar keine großartigen Zusammenhänge dargestellt und Sachverhalte transportiert werden.

Präsentieren – das klingt so modern. Was lernt man eigentlich, wenn man präsentieren lernt? Steht die Präsentationskompetenz im Mittelpunkt und werden die Inhalte dann sekundär? Für Schüler/-innen bedeutet der Erwerb von Methodenkompetenz im Darbieten und Vorstellen eine echte Herausforderung. Sie sollen vor einer Gruppe etwas erzählen, sprechen oder präsentieren. Sie sollen einen lebendigen Vortrag halten und schließlich eine eigene Meinung vertreten. Auf dem Weg dahin gilt es unterschiedliche methodische Schritte zu gehen und zu üben. 

Präsentation als große Herausforderung

Grundsätzlich ist es wichtig, sich in die wirkungsvolle Ausgangssituation einzufinden: aus dem Gehen heraus bewusst stehen bleiben, sich aufrichten und straffen, durchatmen und dabei die Aufmerksamkeit auf sich bündeln (innerlich bis drei zählen), dabei Blickkontakt aufnehmen und erst dann sprechen. Probieren Sie es selbst einmal aus – es ist nicht so einfach, wie es klingt. Selbst als Präsentationsprofi Lehrkraft spürt man sofort die Herausforderung, wie also kann man es Schülerinnen und Schülern näherbringen?

Wichtig ist zunächst das Training des freien Sprechens in alltäglichen Situationen. Die Schüler/-innen sollen sich zutrauen, sich vor eine Gruppe zu stellen und anhand einfacher Themenstellungen aus dem unmittelbaren Umfeld (z. B. Erlebnis am Wochenende, Lieblingsmusik, besonderes Ereignis in den Ferien) die Situation zu meistern. Sie werden dabei angeschaut, die Aufmerksamkeit richtet sich auf sie. Gleichzeitig sollen sie selbstbewusst wirken und sprechen, aber auch die geforderten Inhalte rüberbringen. 

Schritt 1: Übungen zur Auflockerung

Einige Übungen können helfen, dieses freie Sprechen zu trainieren. Die eingangs erwähnte Grundübung ist das Vorstellen: „Ich heiße … und esse gern …“ Mit wohlwollender Rückmeldung kann die Gruppe spielerisch ein Feedback über die Wirkung geben, etwa ob der Kontakt gut hergestellt wurde oder ob der Sprecher aufgeregt wirkt. Dies gelingt einfacher, wenn der Schüler sich über den Inhalt klar wird. Mit der Übung „Mein liebstes Ding“ finden die Schüler/-innen in dieses Prinzip hinein. Das kann über ein Foto oder ein gemaltes Bild geschehen. Der Schüler/die Schülerin zeigt das Werk auf eine ansprechende Weise und sagt dazu einen passenden Satz, der das Werk präsentiert. 

Bei der Übung Erzählkarte zieht man eine Karte, tritt vor die Gruppe (siehe oben) und erzählt eine improvisierte Geschichte, die alle Begriffe von der Karte enthält. Das Feedback geht nicht in erster Linie auf die inhaltlichen Aspekte ein, sondern gibt zunächst eher Rückmeldung darüber, wie die Geschichte dargeboten wurde.

Literaturtipp:

Endres, Wolfgang (2008): Methoden-Magazin: Rhetorik und Präsentation in der Sekundarstufe I: Mit Unterrichtsideen, Kopiervorlagen und Videotraining (auf DVD). Weinheim und Basel

Auch das beliebte Witze-Erzählen hilft als Grundübung, um vor einer Gruppe auf spannende Weise etwas vorzutragen. Es kommt auf das richtige Timing an und darauf, die Pointe gekonnt zu setzen. Die unmittelbare Reaktion der Zuhörer/-innen kann dann weiteranalysiert werden. 

Schritt 2: Gedichte und Texte betont und lebendig vortragen

Mit diesen Übungen bereitet man die nächste Stufe des Präsentierens gut vor: Hier sollen die Schüler/-innen eine lebendige Vortragsweise mit passender Modulation üben. Das reine Vorlesen eines Textes wird dann zum spannenden Vortrag. Hier eignen sich besonders Gedichte, um den betonten, mutigen Vortrag zu üben. Der Schüler/die Schülerin trägt dann den bearbeiteten Text vor, in dem er/sie zuvor Trennstriche eingebaut hat, um die Lesbarkeit zu verflüssigen. Es wurden Markierungen gesetzt, wo man etwas kräftig und laut liest, ebenso wie Unterstreichungen bedeuten können, etwas besonders langsam vorzulesen. Die besondere Übertreibung, die ein wirkungsvoller Vortrag benötigt, wirkt zwar auf die Zuhörer/-innen in der Regel positiv, wird aber vom Vortragenden selbst häufig als übertrieben und exaltiert wahrgenommen. 

Kleine Videomitschnitte können mehr Selbstsicherheit geben, wenn man die Außenwirkung des eigenen Vortrags ansehen kann. Gerade für Schüler/-innen im Pubertätsalter ist der Abgleich von Fremd- und Selbstwahrnehmung in vielerlei Hinsicht ein wertvoller Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung.

Schritt 3: Inhalte und die eigene Meinung dazu vortragen

Im dritten Schritt schließlich werden die methodischen Kompetenzen des Darbietens wieder stärker mit den inhaltlichen Aspekten verbunden. Ziel soll es sein, über die Präsentation einen guten Einblick in Sachverhalte oder persönliche Sichtweisen zu erlangen, sich verständlich auszudrücken und aufeinander im Gespräch zu achten, aber auch die eigene Meinung wirkungsvoll vertreten zu können. 

Mit der Übung „Philosophen unter sich“  üben die Schüler/-innen den Pro-Kontra-Diskurs, ohne wirklich in Streit zu geraten. Es geht um die Meinungsäußerung, die Diskussion und Argumentation. Sie wenden die erlernten Präsentationskompetenzen an, um den Philosophenwettstreit zu gewinnen. 

Auf diese spielerische Weise können die Präsentationskompetenzen systematisch aufgebaut und vertieft werden. Schüler/-innen brauchen sich nicht länger zu fürchten, vor die Klasse zu treten und ein Lernplakat zu präsentieren. Sie werden in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gestärkt und können selbstbewusst die eigene Meinung vor anderen vertreten.

Claudia Omonsky

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