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Klanggeschichten

Wenn Geschichten zu Musik werden

Geschichten mit einfachen Instrumenten in Musik zu verwandeln, das ist ein Hörerlebnis. Selbst fachfremd unterrichtende Lehrer können mit diesen Klanggeschichten aufführungsreife Musikstücke zu produzieren.

Klanggeschichten: Wenn Geschichten zu Musik werden Mit einfachen Instrumenten kann jedes Kind Musik machen — ein großer Spaß in der Grundschule! © Robert Kneschke - Fotolia.com

„Und jährlich grüßt das Murmeltier“ … mit der passenden musikalischen Untermalung. Denn wenn man am Schuljahresanfang auf den Jahresplaner schaut, dann sieht man: Schuleingangsfeier, Tag der offenen Tür für die Schulanfänger des kommenden Jahres, Weihnachtsgottesdienst, Osterfrühstück, Schulentlassungsfeier … und dann das Ganze von vorn!

Jedes Schuljahr ist eine Aneinanderreihung von Ereignissen, bei denen Lehrer immer wieder gefordert sind. Die Erwartung von Schulleitern, Kollegen, Eltern und Schülern, das Schuljahr attraktiv zu gestalten, richtet sich immer in besonderer Weise an diejenigen, die das Fach Musik unterrichten, denn zu jedem Anlass wird ein musikalischer Beitrag gewünscht. Da kann man mit Blick auf den Jahresplaner am Anfang des Schuljahres ganz schön ins Schwitzen kommen, besonders wenn man das Fach Musik fachfremd unterrichtet oder nur wenig Zeit zur Vorbereitung hat.

Geschichten mit einfachen Instrumenten vertonen

Eine gute Alternative zur Aufführung von Liedern oder Tänzen sind Klanggeschichten. Hier werden Geschichten oder Gedichte mithilfe von Alltagsgegenständen und einfachen Musikinstrumenten, die in nahezu in jeder Schule vorhanden sind, klanglich ausgestaltet.

Text und Klang unterstützen einander und gehen eine künstlerische Verbindung ein. Klanggeschichten lassen sich auch ohne eigene musikalische Vorkenntnisse (z. B. der Notenschrift oder Instrumentalspiel) realisieren.

Die Proben für die Aufführung können dabei  in mehreren Unterrichtsfächern erfolgen. Die Erarbeitung von Klanggeschichten ist nämlich immer eine fächerübergreifende Aufgabe, an der mindestens die Fächer Deutsch und Musik beteiligt sind. Denn die Verklanglichung einer Geschichte oder eines Gedichtes ist immer eine aktive, kreative Auseinandersetzung mit einem Text.

Die Wahrnehmungsfähigkeit, das Textverständnis und soziale Kompetenzen werden durch die intensive  Beschäftigung mit Sprache auf der einen Seite und mit Tönen und Klängen auf der anderen Seite gefördert. Davon profitieren besonders Schüler mit Sprachförderbedarf.

Beim Einsatz von Klanggeschichten werden gerade diese Schüler von Sprechrollen und mühsamem Auswendiglernen von Texten usw. verschont, nehmen aber als Instrumentalisten einen wichtigen und gleichberechtigten Part bei der Aufführung der Klanggeschichte oder des Klanggedichtes ein. Klanggeschichten machen also die Inklusion leichter.

10-Punkte-Programm zur Erarbeitung

Eine Klanggeschichte oder ein Klanggedicht lässt sich in mehreren Schritten realisieren:

  1. Lesen Sie Ihren Schülern die Geschichte oder das Gedicht mit guter Betonung und spannender Sprachgestaltung vor.
  2. Arbeiten Sie dabei auch mit unterstützendem Bildmaterial, z. B. thematisch passende Erzählbilder oder Bildergeschichten.
  3. Bieten Sie Ihren Schülern eine  Auswahl an Instrumenten für die Verklanglichung an.
  4. Vereinbaren Sie jetzt schon mit Ihren Schülern, zwei deutliche Gesten für den Einsatz und das Beenden der Klänge. Es verhindert später Lärm, Chaos und Auseinandersetzungen zwischen Sprechern und Instrumentalisten.
  5. Zeigen Sie das unterstützende Bildmaterial (bei Bildergeschichten die einzelnen Bilder) und lassen Sie die Schüler (z. B. in Kleingruppen oder in Partnerarbeit) ausprobieren, welche Gegenstände/Tiere/Personen welche Geräusche produzieren könnten und mit welchem Instrument sich diese Geräusche am besten erzeugen lassen. Wenn Sie kein unterstützendes Bildmaterial für Ihre Klanggeschichte/Ihr Klanggedicht haben: Lesen Sie den Text abschnittweise (vor) und überlegen Sie gemeinsam mit Ihren Schülern, welche Gegenstände/Tiere/Personen verklanglicht werden können. Schreiben oder zeichnen sie das auf.
  6. Entscheiden Sie sich für nur ein passendes Instrument pro Gegenstand/Tier/Person.
  7. Tragen Sie das gewählte Instrument an den richtigen Stellen der Geschichte ein, damit Sie später beim Vortragen der Geschichte wissen, wann die Klanggestaltung gefordert ist. Dies ist auch für Schüler wichtig, wenn sie eine Sprecherrolle übernehmen.
  8. Legen Sie die Rollen (Sprecher, Instrumentalist, ggf. Schauspieler) gemeinsam fest und notieren Sie diese auf einem gesonderten Papier. Es erleichtert die Probenarbeit, wenn jeder Schüler seine Aufgabe kennt und alle Rollen festgelegt sind.
  9. Proben Sie die Klanggeschichte/das Klanggedicht zunächst abschnittweise und fügen Sie dann die Abschnitte wieder zusammen, sobald ein Abschnitt „sitzt“. Wiederholen Sie oft. Die Klanggeschichte/das Klanggedicht sollte langsam, gut artikuliert und mit schöner sprachlicher Gestaltung vorgelesen werden. Planen Sie längere Pausen für die Klanggestaltung ein. Die Pausen fühlen sich immer länger an, als sie es sind, aber sie erzeugen einen Spannungsbogen
  10. Wenn Schüler die Sprecherrollen übernehmen, üben Sie den Vortrag so lange, bis alle Beteiligten mit den Kriterien „Sprechtempo“, „Artikulation“, „Sprachgestaltung“ und „Pausen“ zufrieden sind. Sie können auch die Eltern oder Mitarbeiter der offenen Ganztagsschule  bitten, den Vortrag mit den Schülern als besondere Hausaufgabe zu üben.

Zuletzt noch ein Tipp: Haben Sie selbst Freude am Spiel mit Sprache und Musik. Dann kommt die Kreativität oft ganz von allein.

Regina Schulze-Oechtering

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