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Homeschooling

Digitale Auszeit für Lehrer – entspannt offline

Homeschooling bedeutet, oft online zu sein – und das über alle Medien. Das verursacht Stress. Eine digitale Auszeit hilft dabei zu entspannen und seine „analoge“ Mitte wiederzufinden.

Homeschooling: Digitale Auszeit für Lehrer – entspannt offline Anstatt zum Handy zum Buch greifen und dabei entspannen © nenetus - stock.adobe.com

Viele Lehrkräfte arbeiten in Zeiten von Corona mehr denn je im Homeoffice. Vorbereitungen, Aufgabenpakete für die Schüler, Videokonferenzen, Telefonate, Dienstbesprechungen und private Chats, aber auch das Verfolgen der rasanten Nachrichtenlage – die digitale Nutzungsdauer ist mit dieser besonderen Krisensituation enorm gewachsen und zeigt uns zahlreiche Vorteile der Technik. Aber wie so oft bergen die positiven Aspekte auch Schattenseiten. Die ständige Nutzung, das andauernde Online verändert uns. Die digitale Welt ist immer präsent. Laptop und Smartphone stellen gleichsam eine Nabelschnur zur Außenwelt her und sind mehr denn je unsere ständigen Begleiter.

Manchem fällt es schwer, das Telefon einmal für längere Zeit wegzulegen. Als Organisationstool strukturiert es unseren Alltag. Das Handy ist Uhr, Kalender, Nachschlagewerk, Sporttrainer, Terminmanager und Kommunikationsgerät in einem. Es lässt uns sogar manchmal unsere guten Manieren vergessen, beispielsweise wenn wir es beim gemeinsamen Mittagessen vorrangig unser Gespräch unterbrechen lassen oder wenn ein Anruf das persönliche Gespräch unterbricht.

Nutzung digitaler Medien hat auch Schattenseiten

Daher spüren wir aktuell recht schnell, dass die ständige Nutzung digitaler Medien auch eine Schattenseite birgt, die uns unzufrieden und gehetzt werden lässt. Gerade in diesen Zeiten des intensiveren Homeschoolings müssen wir uns wieder neu mit einer sinnvoll strukturierten Tagesplanung auseinandersetzen. Wann und wie lange werde ich am Rechner sitzen? Welche Tätigkeiten sind im Arbeitszeitraum geplant? Vermische ich die digitale Arbeit oft mit schnellen, privaten Zwischen-Tätigkeiten im Netz? Und nicht zuletzt: Kann ich mir auch mal wieder die Erlaubnis geben, offline das Leben genießen zu können? Kann ich dem Stress entgehen, ständig erreichbar und top informiert zu sein, indem ich alle Geräte einmal ausschalte? Habe ich heute schon genug am Rechner gearbeitet und muss nicht weiterhin verfügbar sein?

Literaturhinweise

Vielleicht haben Sie auch schon vor Corona über diese Aspekte nachgedacht und wünschen sich eine bessere Struktur in der eigenen digitalen Nutzung? Dann können Sie sich hier weitere Informationen zum „Digital Detox“ holen:

Daniela Otto / Florian Westhagen: Digital Detox: Wie Sie entspannt mit Handy & Co. leben. Berlin, Heidelberg 2016

Caroline Mohren: Ich bin dann mal analog! Einfach abschalten – das Digital-Detox-Journal. Dein Daily Diary – In 66 Tagen zum neuen Ich. Stuttgart 2018

Gerade in der aktuellen Corona-Krise leiden vielen Menschen zusätzlich zur üblichen (oder auch neu angestiegenen) digitalen Arbeitsbelastung unter Stress und Schlaflosigkeit, weil sie sich viele Sorgen machen. Die exzessive Nutzung von Social Media verstärkt diesen Zustand mit dauerhafter Reizüberflutung. Da gibt es die Angst, etwas zu verpassen. Man macht Kommentare, Likes, neue Posts, neue Stories, Direktnachrichten und vieles mehr, das mit immer neuer Dopamin- und Adrenalin-Ausschüttung verbunden ist. Man weiß inzwischen auch, dass uns am Abend das blaue Licht des Smartphones wach hält und unseren Schlaf stört.

Bei digitalem Stress offline erholen

Mit einigen konkreten Maßnahmen kann man möglicherweise insgesamt den eigenen Stress reduzieren. Sie können helfen, sich bewusst eine digitale Auszeit zu gönnen und offline zu erholen:

Pflegen Sie persönliche Kontakte: Viele kommunizieren nur noch über digitale Kanäle miteinander. Das ist manchmal aber gar nicht nötig, ein Anruf bei den Liebsten oder beim Kollegen ist doch viel schneller und direkter gemacht. Ein bewusst geführtes Telefonat nimmt weniger Zeit in Anspruch als der endlose Nachrichtenaustausch über WhatsApp und E-Mail. Zudem vermittelt es, dass ich mir Zeit nehme und nicht nebenher kommuniziere.

Geben Sie dem direkten Kontakt immer den Vorzug: Dies sollte eigentlich selbstverständlich sein. Dennoch passiert es immer wieder, dass eine Nachricht uns nach dem Handy greifen lässt, anstatt diese später zu lesen, das Gespräch ist unterbrochen. Auch und gerade in häuslicher Gemeinsamkeit der Corona-Ausgangsbeschränkungen gelten die allgemeinen Höflichkeits- und Gesprächsregeln. Man kann ausführliche Gespräche auch ohne Unterbrechung führen und die eingetroffenen Neuigkeiten auch später lesen.

Vereinbaren Sie mit sich selbst digitale Sperrgebiete: In den sozialen Medien werden immer wieder Witze darüber gemacht, dass ein Handy beim Toilettengang ins Wasser gefallen sei. Und in jedem guten Witz steckt stets ein Funken Wahrheit. Und die Wahrheit ist, dass wir dazu neigen, die digitale Verfügbarkeit überall hin mitzunehmen. Zur eigenen Entspannung kann beitragen, bestimmte Bereiche der Wohnung zur digitalen Sperrzone zu erklären, beispielsweise das Badezimmer, den Esstisch und das Bett.

Vereinbaren Sie mit sich selbst digitale Nutzungszeiten: Nicht nur die räumliche, sondern auch die zeitliche Nutzung bewusst zu organisieren hilft bei der Balance zwischen digitalem On und Off. Wer sein Handy nur dann zur Hand nimmt, wenn auch Zeit dafür ist, kann Nachrichten und Mails bewusst beantworten. Man driftet nicht so schnell in Ablenkung ab. Konkret heißt das: Nicht zwischendurch, nicht während einer Tätigkeit und nicht während eines Gesprächs, sondern gezielt und planvoll. Das beinhaltet auch die Überlegung, wann man die digitalen Geräte ganz und gar abschaltet. Überlegen Sie sich einen Zeitraum, in dem eine digitale Auszeit realistisch und mit beruflichen sowie privaten Verpflichtungen vereinbar ist. Diese Zeit dürfen wir mit uns selbst verbringen, schöne Dinge tun und uns ganz bewusst entspannen.

Legen Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse: Natürlich kann es in Phasen der Sorge und Ängstlichkeit über Corona ein Bedürfnis sein, sich gut und zeitnah zu informieren, gerade weil man in häuslicher Umgebung weniger mitbekommt als üblich. Doch auch hier ist Abgrenzung und Strukturierung wichtig, um nicht vollkommen absorbiert zu werden von diesen äußeren Einflüssen. Wenn man sich nicht permanent diesen Reizen aussetzt, spürt man sich selbst möglicherweise wieder mehr. Die Grundbedürfnisse wie Essen und Schlafen gestalten auch den Tag zu Hause und dürfen genauer in den eigenen Fokus genommen werden. Sich bewegen, frische Luft zu schnappen und gesundes Essen zu kochen gehören ebenso zur Bewältigung dieser Krise dazu wie top Informationen und digitale Arbeit.

Claudia Omonsky

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