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Interaktive Whiteboards

Einführung in den Unterricht mit Whiteboards

Interaktiven Whiteboards eilt der wenig schmeichelhafte Ruf voraus, den lehrerzentrierten Unterricht wieder aus der Versenkung zu holen. Doch die Güte des Unterrichts steht und fällt mit der methodischen Kompetenz des Lehrers. Lernen Sie die vielfältigen Möglichkeiten zum optimalen Einsatz im Unterricht kennen.

Interaktive Whiteboards: Einführung in den Unterricht mit Whiteboards Vielfalt der digitalen Medien stehen mit einem Klick für den Unterricht zur Verfügung © geargodz - Fotolia.com

Was ihr Potenzial betrifft, sind interaktive Whiteboards Medienträger der Zukunft. Sie verbinden herkömmliche Tafel und Computer und erlauben so, Tabellen aus Excel mit Videos oder Abbildungen aus dem Internet zu zeigen, Inhalte am Board zu gruppieren und  mit handschriftlichen Notizen zu versehen.

Erste Schritte

Zunächst werden Sie an Ihrem neuen Board Inhalte, die der Bildschirm Ihres Computers anzeigt, auch auf dem Whiteboard anzeigen wollen. Dort, nicht am Computer sitzend, können Sie sich mithilfe des Stiftes oder des Fingers durch Menüs von zum Beispiel MS Word zu arbeiten, Erläuterungen auf das Board schreiben oder einzelne Wörter im Verlauf des Unterrichts durch Unterstreichen hervorheben.

Erste Arbeitshilfen erstellen

Ähnlich einfach ist es, Wortkarten zu bilden: Sie schreiben einen Text, nutzen die Grafikfunktion des Boards, um ein Rechteck um den Text herum zu zeichnen und gruppieren im letzten Schritt Text und Rechteck. Sie können nun die so entstandene neue Wortkarte auf dem Board verschieben, vergrößern oder verkleinern. Ein Verankern schützt vor versehentlichen Änderungen. Wortkarten eignen sich zum Beispiel gut zur Beschriftung von Schaubildern oder beim Aufbau von zusammenhängenden Begriffen oder Sätzen.

Tipps zur Materialerstellung

  1. Wichtig bei der Erstellung von Arbeitsblättern für das Whiteboard ist, sich von dem Hochformat zu verabschieden. Whiteboards gehen in die Breite, nicht in die Höhe.
  2. Achten Sie auf einen hohen aber harmonischen Farbkontrast zwischen einzelnen Elementen. Wenn Sie roten Text für eine Hervorhebung wählen, nützt Ihnen das wenig, wenn der Text auf gelbem Grund steht und deshalb schwer zu lesen ist.
  3. Serifenlose Schriftarten (zum Beispiel Arial) lassen sich besser lesen als solche mit Serifen (zum Beispiel Times), wählen Sie aber auch hier eine Schriftgröße von mindestens 16 Punkten. Je jünger Ihre Schüler sind, desto größer sollte auch der Text sein.
  4. Denken Sie auch daran, dass Sie das Arbeitsblatt oder Tafelbild vielleicht am Ende der Stunde – in schwarzweiß – ausdrucken möchten. Abstände, die zuvor noch ausreichend erschienen, schrumpfen auf dem Ausdruck möglicherweise auf kritisches Maß zusammen.

Grafiker vermeiden, mehr als zwei Schriftgrößen, Typen und Farben zu verwenden. Ob das auch für Ihren Unterricht ausreicht, können nur Sie entscheiden, aber die Beschränkung auf zwei Farben und Schrifttypen entspannt das Auge beim Betrachten.

Fachspezifische Werkzeuge

Whiteboards bieten für den Fachunterricht einen Satz Helferlein, die auf das Board projiziert werden können, Mathematiklehrer etwa Winkelmesser, Zirkel, Lineal und Millimeterpapier. Auch hier unterscheiden sich die Angebote der Boardhersteller wenig. Dennoch sei hier die Empfehlung ausgesprochen, sich nicht nur auf die Werbefilme der Hersteller zu verlassen, sondern Vertreter konkret zu fragen, was das jeweilige Board für Ihren Unterricht tun kann.

Links

Sammlung von Whiteboard-Resources (Englisch)

Eine weitere Sammlung von Whiteboard-Resources (Englisch)

Deutschsprachiges Portal zu Whiteboards und deren Einsatz im Unterricht

Video mit weiteren Tipps zur Materialerstellung am Whiteboard

Schulbuchverlage verstehen sich mittlerweile als Verlage für Lernmedien und bieten Zusatzsoftware an, die mit allen Whiteboards harmonieren. Persen ist mit rund 25 Titeln vertreten, die als Einzel- oder Schullizenz für 7,95 beziehungsweise 23,95 Euro vertrieben werden. Eine interaktive Landkarte Deutschlands ist ebenso dabei wie ein Lexikon der Musikinstrumente mit Klangbeispielen für alle Instrumente.

Schülern Zugriff auf das Board erlauben

Wie im Beitrag „Fluch und Segen des interaktiver Whiteboards“ erwähnt, steht der Anschaffung vor allem der Preis gegenüber. Das häufig gehörte Argument, digitale Whiteboards würden den lehrerzentrierten Unterricht fördern, ließ Jürgen Schlieszeit, Lehrer, Medienpädogoge und Betreiber des Online-Portals myBoard.de dagegen nicht gelten: Nicht das Board selbst sei lehrerzentriert, sondern schlechter Unterricht.
Denn alle digitalen Boards werden mit einer Software ausgeliefert, die Schülern die Benutzung des Whiteboards erlauben. Somit lassen sich Schüler bei der Erstellung von Abbildungen, und Übungen einbeziehen. Möglich wäre zum Beispiel, dass Schüler in Gruppenarbeit Inhalte erarbeiten und diese am Whiteboard der Klasse vorstellen.
Wer einen offenen und schülerzentrierten Unterrichtsstil pflegt, wird ein interaktives  Whiteboard als Hilfe einsetzen, da ein solches diese Art des Unterrichts unterstützt.

Tipp

In Großbritannien finden sich interaktive Whiteboards weitaus häufiger als in Deutschland. Wer in die Suchmaschine seines Vertrauens die Begriffe „interactive whiteboard“ zusammen mit resources eingibt, stößt auf einige Sammlungen, die sich mit etwas Übersetzungsgeschick dem eigenen Unterricht anpassen lassen.

Norbert Busche

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