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Mediengestützter Unterricht

Mit kurzen Filmen macht Verkehrserziehung Spaß

Verkehrserziehung wird durch Medieneinsatz viel anschaulicher. Hier wird visuelle Wissensvermittlung mit Spaß gekoppelt und ist doppelt einprägsam. Besonders gelungene Beispiele aus dem Netz bereichern den Unterricht.

Mediengestützter Unterricht: Mit kurzen Filmen macht Verkehrserziehung Spaß Das richtige Verhalten im Straßenverkehr sollten Grundschüler immer wieder üben © contrastwerkstatt - stock.adobe.com

Dass audio-visuelle Medien sich besonders gut für die Verkehrserziehung eignen, hatten die Redakteure des WDR-Fernsehens bereits in den 60-er Jahren entdeckt. Da flimmerte die Sendung „Der 7. Sinn“ allwöchentlich über die Bildschirme in deutschen Wohnzimmern. Die kurzen Lehrfilmchen malten die Gefahren des Straßenverkehrs in den schillerndsten Farben, begleitet von viel Bremsenquietschen, Unfallstunts und — nebenbei bemerkt — auch von hanebüchenen Vorurteilen und Klischees, wie das Beispiel der Sendung „Frau am Steuer“ von 1975 zeigt.

Ganz anders die kindgerechten Lehrfilme für den Verkehrsunterricht im folgenden Beitrag: Sie verzichten auf die Darstellung von Unfällen, um bei den Kindern keine Ängste hervorzurufen — und auf Vorurteile sowieso. Stattdessen setzen sie auf gute Vorbilder, auf Identifikationsfiguren, auf unterhaltsame und zugleich lehrreiche Geschichten (Edutainment) oder auf wissbegierige Erwachsene, die die Kinder ernst nehmen und mit ihnen gemeinsam die Risiken des Straßenverkehrs ergründen.

Sicher die Straße überqueren

Das ist für ABC-Schützen eines der wichtigsten Lernziele im Verkehrsunterricht, dem sich zahlreiche Lehrfilme widmen. Der ADAC bietet dazu einen kurzen Animationsfilm, der in weniger als einer Minute die „Basics“ vermittelt: Die beiden „Verkehrsdetektive Felix und Frieda“ zeigen den Kindern, worauf sie beim Überqueren eines Zebrastreifens achten sollten, wie sie sich an einer Verkehrsinsel verhalten und wie sie am sichersten eine Straße ohne Hilfsmittel überqueren.

Wenn sich die Sendung mit der Maus dem Thema „Sicher die Straße überqueren“ widmet, wird es spannend und lustig zugleich: Der chronisch unaufmerksame und impulsgesteuerte Fug macht im Straßenverkehr nämlich alles falsch: Er läuft zum Beispiel einfach auf die Straße, ohne nach rechts und links zu sehen, und jedes Mal muss ihn dann sein Schutzengel in letzter Sekunde retten. Weil das ziemlich oft passiert, ist der Schutzengel schon richtig genervt. Deshalb muss Fug „jetzt nochmal üben“, wie man ohne Zebrastreifen, Verkehrsinsel und Fußgängerampel sicher über die Straße geht: Zuerst zwei Fußbreit von Rand zurücktreten, dann zwei Mal nach rechts und links sehen und dabei auch auf Autogeräusche achten und dann — auf dem kürzesten geraden Weg — zügig hinübergehen. Am Ende des 5-minütigen Kurzfilms hat Fug die Lektion gelernt, doch sein Belohnungseis schnappt ihm sein Schutzengel vor der Nase weg. Das hat er sich redlich verdient.

In dem Film „Mach’s richtig!“ begleitet der Polizist Udo den 5-jährigen Bruno im Straßenverkehr, der sich schon recht gut auskennt, trotzdem aber ein paarmal in gefährliche Situationen gerät: Udo muss den Jungen an seine gelbe Warnkleidung erinnern, damit er von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen wird. Auch beim Überqueren einer Straße mit parkenden Autos weiß Bruno nicht, dass er da zwei Mal stehen bleiben und nach Autos Ausschau halten muss: einmal beim Losgehen von Bürgersteig und einmal am Rand zwischen parkenden Autos und Fahrbahn.

„Was machst du denn da?“, fragt Udo entsetzt, als Bruno auf dem Gehsteig einen Spielball auspackt. Prompt springt der Ball auch auf die Fahrbahn. Bruno läuft ihm spontan hinterher und ein Auto muss eine Vollbremsung hinlegen. Bruno weiß jetzt: „Ein Ball hat im Straßenverkehr nichts zu suchen. Wenn der auf die Straße rollt, kann es gefährlich werden.“

Für den Unterricht nicht geeignet ist übrigens der Mausspot „Ampel“: Hier stehen Ente und kleiner Elefant an einem Zebrastreifen mit Ampel – eine Kombination, die in Deutschland gar nicht zulässig ist. Die Fußgängerampel schaltet nicht auf Grün und der Zuschauer ist verwirrt: Was gilt denn nun? Bei Rot stehen oder links — rechts — links sichern und über den Zebrastreifen gehen? Als dann auch noch die Maus im Cabrio naht und nicht direkt vor, sondern erst nach dem Zebrastreifen anhält, weiß der Zuschauer gar nicht mehr, was richtig ist.

Sicher mit dem Fahrrad unterwegs

Was braucht ein Fahrrad, um verkehrssicher zu sein? Diese Frage interessiert vor allem Viertklässler, die vor ihrer Fahrradprüfung stehen. Sehr einprägsam und auch hier mit viel Humor klärt das eine weitere Geschichte von Fug aus der Sendung mit der Maus. Wieder hat der Schutzengel alle Hände voll zu tun, wenn er all das an Fugs Fahrrad zaubert, was ihm fehlt: funktionierende Bremsen, eine laute Klingel, Reflektoren vorn, hinten und an den Speichen. Am Schluss ist Fugs Rad mehr als komplett, denn wegen der vorhandenen Reflektorstreifen an den beiden Reifen sind zusätzliche Speichenreflektoren eigentlich gar nicht nötig. Jetzt fehlt nur noch eines: ein Helm für Fug.

Aber warum braucht man eigentlich einen Helm? Der sieht doch total „uncool“ aus, findet der 11-jährige Felix im Lehrfilm „Fahrradfahren: Immer mit Helm!“. Willi Weitzel und Carsten Reinkemeyer vom Allianz Zentrum für Technik demonstrieren dem Jungen mit mehreren Versuchen, wie wichtig so ein Helm ist: Schon bei einem Aufprall mit 20 km/h auf ein stehendes Auto können sich Radfahrer ohne Helm schwere Kopfverletzungen zuziehen. Und ein gläserner Kopf mit Helm bleibt heil, wenn er mit der Hartschale nach unten aus einer Höhe von 70 cm auf den Boden knallt. — Das überzeugt.

Selbst gefilmt ist gut gelernt

Besonders viel lernen die Kinder, wenn sie sich eine eigene Geschichte zu einem Verkehrssicherheitsthema ausdenken, wie die vierte Klasse der Eichendorff-Grundschule in Veitshöchheim. Im Deutschunterricht erfanden die Schüler die beiden Außerirdischen Marscha und Akiko vom Planet Albeleo. Weil ihrem Raumschiff im All der Treibstoff ausgeht, müssen sie auf dem nächstgelegenen Planeten, der Erde, notlanden. Direkt neben einer viel befahrenen Straße steigen sie aus und werden fast von einem „rollenden Kasten“ überfahren. Zum Glück treffen sie ein paar Schulkinder, die ihnen nicht nur die nächste Tankstelle zeigen, sondern auch wie man sich ungefährdet im Straßenverkehr bewegt.

Grundschullehrerin Julia Heres hat diese Story mit ihren Schülern verfilmt: Die Kinder kneteten aus FIMO die kleinen Protagonisten, trugen die Requisiten zusammen, bastelten die Filmkulissen und spielten Geräusche und Sprecherrollen ein. Nach drei Wochen Projektarbeit pur war das 8-minütige Projektvideo fertig. — Nicht nur wegen der guten Lerneffekte hat sich die viele Arbeit gelohnt: Die Schüler gewannen mit ihrem Projektvideo gleich zwei erste Preise bei Verkehrswettbewerben.

Martina Niekrawietz

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