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Geocaching

Schnitzeljagd per GPS

Geocaching für Grundschüler? — Per GPS geht es auf eine moderne Schnitzeljagd, auf der Grundschüler Ihre Umgebung erkunden und ihr Wissen anwenden müssen, um den „Schatz“ zu finden.

Geocaching: Schnitzeljagd per GPS Ein Riesenspaß nicht nur auf Klassenfahrten: eine Schnitzeljagd per GPS oder Smartphone © Dmitrii Kirichai - stock.adobe.com

„Tee, Stablampe, mein Proviant — ach ja — und: mein GPS ...“, das alles packt Fritz Fuchs, der Moderator der ZDF-Kindersendung „Löwenzahn“, in seinen Rucksack. Denn er geht auf Schatzsuche. Einen Schatz finden, das möchte auch sein Nachbar, Herr Paschulke. Deshalb heftet er sich Fritz Fuchs an die Fersen. Doch weil der unsportliche Herr Paschulke nicht besonders gut schleichen kann, bemerkt ihn Fritz Fuchs ganz schnell. Die beiden gehen gemeinsam weiter und erleben allerhand Abenteuer. Und ganz nebenbei erfährt Herr Paschulke, der von Geocaching per GPS keine Ahnung hat, welche Schätze Fritz Fuchs da eigentlich sucht und wie es funktioniert.

Mithilfe der Koordinaten, die er zuvor in sein GPS eingegeben hat, gelangt Fritz zum ersten „Cache“, was auf Englisch so viel wie „geheimes Lager“ bedeutet: Das ist eine wasserdichte Box, die ein kleines Logbuch, zwei Tauschgegenstände und eine Frage zu einem bestimmten Wissensgebiet enthält. Fritz trägt in das Logbuch seinen Namen und das Funddatum ein und errechnet dann aus der richtigen Antwort auf die Frage die Koordinaten des jeweils nächsten Caches.

Auch die Kinder Ihrer Klasse haben bereits nach den ersten viereinhalb Minuten des Videos auf der oben verlinkten Löwenzahnseite das Prinzip einer digitalen Schnitzeljagd mit Multi-Caching verstanden.

Mögliche Inhalte für den Sachunterricht

Die Sendung Löwenzahn beleuchtet sehr unterschiedliche Aspekte des Themas „Orientierung in der freien Natur“: Als Rahmengeschichte fungiert die gemeinsame Schatzsuche von Fritz Fuchs und Nachbar Pachulke. Zwei kurze Trickfilme bringen noch einmal auf den Punkt, wie genau Geocaching abläuft. Etwas über zwei Minuten dauert das Erklärvideo „Was ist Geocaching?“ (ab Min. 08:01, gekennzeichnet als Punkt auf der Zeitleiste), das sich auch sehr gut als Einstieg in eine Unterrichtseinheit mit praktischer Exkursion eignet. Daran schließt sich direkt ein fast sechsminütiger Film zum Thema „Rätselhafte Schätze“ an (ab Min. 10:23). Hier können die Kinder noch einmal nachvollziehen, wie man zum Beispiel mit Zahlenspielen und Rechenaufgaben zu den Koordinaten des jeweils nächsten Caches gelangt (Multi-Caching).

Im Verlauf seiner digitalen Schatzsuche verliert Fritz sein GPS-Gerät und verläuft sich im Wald. Und jetzt? Fritz weiß sich zu helfen und bastelt sich einen einfachen Kompass aus einem Becher mit etwas Wasser, einem Blatt und einer magnetisierten Büroklammer. — Auch das wäre ein schönes Experiment bei einer kleinen Exkursion in die nähere Umgebung der Schule: Die Kinder üben, sich mit analogen Mitteln, einem mitgenommenen oder — in einem zweiten Schritt — selbst gebastelten Kompass zu orientieren. Hier eine schöne Anleitung für einen Nadelkompass auf der Website von GEOlino.

Und natürlich ist es auch spannend zu recherchieren, wie verschiedene Tiere immer wieder ihren Weg zurück nach Hause finden. Das erzählt der Film „Wo geht’s lang“ (ab Min. 16:06).

GPS: Funktionsweise und erste „Gehversuche“

Wie funktioniert eigentlich ein GPS-Gerät? Warum braucht man dafür mindestens drei Satelliten, die um die Erde kreisen? Das erklärt Moderator Ralph in der Sachgeschichte „Navigationssystem“ in der Sendung mit der Maus sehr anschaulich mit einem großen aufblasbaren Globus. — Gute Anregungen für ein eigenes kleines Unterrichtsmodell, um die komplexen Vorgänge kindgerecht zu erklären.

Richtig spannend wird es dann, wenn die Kinder ihre ersten eigenen „Gehversuche“ mit einem GPS-Gerät machen. Praktische Tipps dazu gibt Stefanie Rubeiro in ihrem Beitrag „Die moderne Schnitzeljagd“ in der Zeitschrift Grundschulmagazin 3/2013 (S. 28 ff.). In dem Arbeitsblatt M1 (S. 31 f.) „Ich lerne das GPS-Gerät kennen“ hat Stefanie Rubiero einige Aufgaben für die Schüler zusammengestellt, mit denen die Kinder verschiedene Funktionen austesten können: Sie messen und vergleichen Geschwindigkeit und Strecken und notieren sich Start- und Ziel-Koordinaten beim Gehen nach Himmelsrichtungen. Ihre Ergebnisse tragen sie in das Arbeitsblatt ein.

Schulhaus und Schulhof per GPS erkunden

Danach sind die Kinder für eine erste, kurze Schnitzeljagd auf dem Schulgelände gut vorbereitet. „Zuerst ist der Lehrer dran“, schreibt Stefanie Rubeiro, denn eine erste kleine Tour auf dem Schulgelände will geplant, mit Caches bzw. Aufgaben versehen und testweise abgegangen sein. Hilfreich dabei ist die „Muster-Exkursion“ von Stefanie Rubiero (S. 30 im gelben Kasten): Sie startet mit vorgegebenen Anfangskoordinaten auf dem Schulhof und führt die Kids über fünf verschiedene Stationen zum Schatz. Dabei lösen die Schüler eine kleine Rechenaufgabe, suchen nach einem Stein mit weiteren Koordinaten und lösen ein Rätsel, das sie unter „dem Ahornbaum im Osten“ finden.

Stefanie Rubiero empfiehlt, die Schüler in Kleingruppen „von maximal vier Schülern“ (ebd.) loszuschicken. — Das bedeutet, dass Sie entweder mehrere Schätze verstecken oder die Gruppen zeitversetzt losschicken. Mit zwei weiteren Aufsichtspersonen, zum Beispiel Eltern oder Kollegen, könnten Sie sich ein kleines Beschäftigungsprogramm für die wartenden Schüler ausdenken. Zum Beispiel GPS-Aufgaben am Startpunkt und Spiele nach der Schatzsuche, wobei Sie darauf achten sollten, dass die Startenden nicht sehen, wo der „Schatz“ versteckt ist.

Und was packen Sie am besten in die Schatzkiste? Ein paar Spielsachen wie Flummis, Knete, Playmobilfiguren etc. genügen, die Kinder können dann, wie beim Freiland-Geocaching, jeweils eigene kleine Überraschungen mitbringen und gegen Sachen aus der Schatzkiste austauschen. Beim Tauschen gilt übrigens die Regel: Etwas herausnehmen und etwas mindestens Gleich- oder Höherwertiges hereinlegen. Andernfalls gibt es spätestens bei der letzten Gruppe „lange Gesichter“. Und noch eine wichtige Regel für Geocaches sollte beachtet werden: „Lebensmittel sind tabu“. Sie könnten verderben oder in freier Wildbahn Tiere anlocken.

Diese Regeln können Sie dann auch gleich vertiefen, wenn Sie den Aktionsradius Ihrer Exkursionen im Umkreis der Schule nach und nach ausdehnen. Vielleicht führt Sie ja auch Ihre nächste Klassenfahrt in eine Jugendherberge oder in ein Schullandheim mit Geocaching-Angeboten. Oder Sie besuchen mit den Kindern einen Naturpark in Deutschland, wo das Kindermagazin Löwenzahn in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Naturparke kindgerechte Geocaching-Touren vorbereitet hat. Alle wichtigen Informationen und Links dazu finden Sie hier. — Happy hunting!

Martina Niekrawietz

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