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Mediencurriculum

Schritt für Schritt Medienkompetenzen erwerben

Neue Medien können in vielfältiger Weise in den Grundschulunterricht integriert werden. Die Schüler können hier wichtige Kompetenzen erwerben. Neben den Möglichkeiten von Recherche, Präsentation, Kommunikation und Kooperation soll aber ebenso auf die Gefahren und den sinnvollen Umgang hingewiesen werden.

Mediencurriculum: Schritt für Schritt Medienkompetenzen erwerben Grundschüler machen sich mit den Bedienungselementen eines Tablets vertraut © contrastwerkstatt - Fotolia.com

„Können wir heute wieder am PC für unser Sachunterrichtsthema recherchieren?“, fragt Peter seine Klassenlehrerin. Als sie zustimmt, berichtet er dies begeistert seinen Mitschülern. Grundschüler arbeiten nach wie vor begeistert und motiviert mit neuen Medien. Doch damit es nicht nur bei der Anwendung und dem Konsum der Medien bleibt, sollten die Schüler Medienkompetenzen in verschiedenen Bereichen erwerben. Dass dies nicht einfach umsetzbar ist, ist der Tatsache geschuldet, dass es für die Einführung und Anleitung der Medien kein eigenes Unterrichtsfach gibt.

Der Erwerb von Medienkompetenz muss daher immer in ein Fach integriert werden. In der Regel erfolgt dies im Sachunterricht, auch Deutsch oder Kunst sind prädestiniert, um Unterrichtsinhalte mit Medieneinsatz zu verknüpfen.

Verschiedene Kompetenzbereiche bieten sich für ein umfassendes Mediencurriculum an: Bedienen und Anwenden, Kommunizieren und Kooperieren, Informieren und Recherchieren, Produzieren und Präsentieren sowie Analysieren und Reflektieren.

Neue Medien bedienen und anwenden lernen

Zu den in der Grundschule verwendeten neuen Medien gehören zumeist PC, Laptop, Tablet und Digitalkamera. Damit diese von Kinderhand sachgerecht bedient werden können, benötigen die Schüler eine Einführung. Viele Schüler können bereits die Geräte an- und ausschalten, Tastatur, Maus und Touchpad bedienen, Programme öffnen und schließen sowie CDs einlegen. Sollen sie Dokumente speichern oder drucken, benötigen sie meist Hilfe. Oftmals kennen Schüler sich auch in einem Textverarbeitungsprogramm noch nicht zuverlässig aus. Hier müssen ihnen die Tastenfunktionen wie Leertaste, Großschreib-, Enter- und ESC-Taste gezeigt und erläutert werden. Ebenso sind die Funktionen der Menüleiste für Schriftart, -größe und -gestaltung erklärungsbedürftig. Spannend ist es neben dem Schreiben von Texten, Bilder einfügen und Rechtschreibhilfen anwenden zu können.

Sollen Schüler ins Internet gehen, müssen sie eventuell einen Browser auswählen, eine http-Adresse eingeben und auf einer Internetseite navigieren können. Auch diese Schritte sollten vom Lehrer gezeigt und angeleitet werden. Das nutzen einer Lernsoftware hingegen stellt für die meisten Schüler keine Probleme dar und sie können sich hier gegenseitig alle Funktionen zeigen und erklären.

Mit neuen Medien kommunizieren und kooperieren

Ab Klasse 3 haben viele Schüler einige Medienerfahrungen in Bezug auf Kommunikation und können von Telefon, SMS oder E-Mail berichten. Um die Verwendung beispielsweise von Mails einzuüben, kann ein Schulnetzwerk sinnvoll sein, in dem die Schüler sich untereinander, der Parallelklasse oder dem Lehrer schreiben können. Möglich wäre hier auch, an eine Partnerklasse zu schreiben. Die Schüler lernen dabei automatisch die Struktur einer E-Mail mit Empfangsadresse, Betreff, Textfeld etc. kennen und können empfangen, schreiben und versenden.

Wichtig bei der Kommunikation im Internet ist es, zuvor wichtige Verhaltensweisen im Umgang mit Kommunikationsmedien zu besprechen. Hier geht es in erster Linie um das sichere Aufbewahren von Passwörtern und Zugangsdaten und diese sowie viele persönliche Details niemals im Internet preiszugeben.

Sich im Internet informieren

Wünschenswert ist es, dass Schüler nach Anleitung zielgerichtet in altersgemäßen Lexika, Kindersuchmaschinen und Bibliotheksangeboten recherchieren können. Dazu müssen Schüler mit den Kindersuchmaschinen vertraut gemacht werden. In der Grundschule sind Blinde Kuh, Grundschulwiki, Frag FINN, Hamsterkiste und Mauswiesel sehr beliebt und können zunächst gemeinsam im Unterricht angeschaut werden.

Im Anschluss sollten die Schüler zu ihrem gesuchten Thema eine Suchmaschine ihrer Wahl auswählen, den Suchbegriff eingeben, entsprechend sinnvolle Informationen auswählen und für Ihr Themenheft, Notizen für ein Referat, ein Plakat etc. nutzen. Besprochen werden muss der Unterschied von Informations- und Werbebeiträgen im Internet.

Schüler präsentieren ihr Medienprodukt

Nach der Internetrecherche und Aufbereitung eines Themas stellt sich die Frage nach der geeigneten Präsentationsform. Grundschüler kennen in der Regel die Form des Plakats, der Buchvorstellung, vielleicht auch bereits die Vorbereitung eines Referats. Mithilfe von Dokumentenkameras können neben großen Vorstellungsmitteln wie Plakate auch Schulhefte der gesamten Klasse groß präsentiert werden. Schnell merken Schüler, dass digitale Medien besonders dazu prädestiniert sind, Inhalte anderen zu präsentieren. Beispielsweise kann ein Worddokument mit Bild und Text dank Whiteboard oder PC und Beamer allen im Klassenraum gezeigt werden. Einfacher gelingt dies mit einfachen Funktionen von PowerPoint oder einer App zur Bucherstellung (wie beispielsweise Book Creator) mit dem Tablet. All dies ist oft noch Neuland für Lehrer und Schüler, ist jedoch oft einfach realisierbar und für das Schul-Publikum effektiv und gut anschaulich.

Medienverhalten reflektieren

Neben den zu erwerbenden Medienkompetenzen liegt der Schwerpunkt auf den Bereichen der Analyse und Reflexion über neue Medien. Denn bereits Grundschüler nutzen zunehmend die neuen Medien und verbringen oft viel Zeit damit. Umso wichtiger ist es, die eigene Mediennutzung zu beschreiben und Chancen und Risiken für den Schüleralltag zu erkennen. Hilfreich ist es hierzu, ein Medientagebuch zu führen und alle verwendeten Medien mit Inhalt und Zeit zu notieren. Im Anschluss kann ein Gespräch die Vor- und Nachteile verschiedener Medien aufzeigen und deren Wirkung deutlich machen. Sinnvoll ist sicherlich die weltweite Möglichkeit, Dinge im Internet wie in einem Lexikon nachzuschlagen und zu erfahren. Die permanente Erreichbarkeit durch das Handy ist oft von Nachteil. Auch andere mögliche Gefahrenquellen wie Werbung, Datenschutz, Kostenfallen, jugendgefährdende Inhalte, Gewalt und Extremismus müssen besprochen werden.

Neben der sinnvollen Nutzung und auch Einbindung in den Unterricht, gehört es ebenso zu den Pflichten von Schule, den sicheren und sinnvollen Umgang mit Medien zu verdeutlichen.

Marion Keil

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