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Medienkompetenz

Aktivierende Online-Spiele für Gruppenmeetings

Gruppenmeetings, Onlineseminare oder Distanzunterricht bedeuten meist lernen und Kontakt über Onlineplattformen. Mit ein paar geschickten Tricks lässt sich eine fröhliche und aktivierende Lernumgebung herstellen.

Medienkompetenz: Aktivierende Online-Spiele für Gruppenmeetings Die erste Begegnung in einem Online-Seminar auflockern © Girts - - stock.adobe.com

Zoom, Webex, Jitsi oder MS Teams: Inzwischen sind die meisten von uns mit digitalen Medien und Onlineplattformen vertraut, bei denen man sich virtuell zum Lernen trifft. Mit etwas Übung kann man dort sehr gut unterrichten, sich fortbilden, Teammeeting durchführen oder sogar einen gezielten Kaffeeklatsch mit den Kollegen halten. Doch wie sieht es mit dem sozialen Gefüge um diese Treffen herum aus? Wir alle vermissen schmerzlich die informellen, zwanglosen Begegnungen, das Gespräch zwischen Tür und Angel oder den Flurfunk. Welche Möglichkeiten gibt es, auch remote solche kurzen, wichtigen Begegnungen und Situationen zu schaffen, welche Tools könnten dafür hilfreich sein?

Das Kennenlernen: Aller Anfang ist leicht

Treffen sich neue Menschen zum ersten Mal in einem Online-Meeting, entsteht häufig eine seltsame Situation. Dadurch sieht sich der  Moderator bzw. die Moderatorin gezwungen, sofort mit den Inhalten zu starten. Das übliche Kennenlernen der Gruppe findet nur schwer statt. Daher sollte ein/e Moderator/-in gezielt Warm-ups bzw. Auflockerungen einplanen. 

Grundsätzlich ist es vorteilhaft, die Online-Sitzung bereits 10-15 Minuten vor dem offiziellen Start zu öffnen, sodass die Teilnehmer/-innen stressfrei ankommen können. Auf diesem Wege entsteht die Möglichkeit, sich kurz mit ein paar persönlichen Worten zu begrüßen. „Woher kommst du?“: Im parallelen Chat könnte bereits zur Begrüßung die Frage stehen, woher die Teilnehmer/-innen stammen, die sich dazu geschalten haben. Dies gibt Gelegenheit, sich freiwillig einzubringen, eine kleine Nachricht zu hinterlassen und auch die eigene Neugier zu befriedigen. Nicht immer sind die Kameras beim Eintritt in eine Sitzung eingeschaltet. Der Moderator / die Moderatorin erhält so die Chance, Smalltalk aufzugreifen und ein ungezwungenes Gespräch zu eröffnen. Da das Ganze freiwillig ist, fühlen sich die Teilnehmer/-innen nicht verpflichtet, sofort etwas beizutragen, sondern haben erst einmal die Möglichkeit anzukommen -   wie in einem richtigen Seminar.

Zum Warm werden: unkomplizierter Einstieg

Mit einem Warm-up-Spiel stimmen sich die Teilnehmer/-innen auf die Online-Sitzung ein. Denn auch bei Remote Gruppen, die sich schon länger kennen, ist ein aktivierender Tageseinstieg wichtig.  „Ich sehe was, was du nicht siehst“: Bei diesem unkomplizierten Aufwärmspiel brauchen alle Teilnehmer/-innen eine Kamerafunktion, die eingeschaltet werden muss. Der Moderator startet, indem er eine Farbe ansagt und alle Teilnehmer in ihrem Arbeitszimmer einen Gegenstand in dieser Farbe suchen und möglichst schnell in die Kamera halten. Erst wenn alle den Gegenstand in der Hand haben, ist die Runde beendet. So kann man in Ruhe die Dinge der anderen betrachten und ins Gespräch kommen. Der Letzte in der Runde darf dann die neue Farbe ansagen. Das Spiel sorgt dafür, dass man einmal vom Rechner aufsteht und sich bewegt. Durch die Dinge, die dabei zum Vorschein kommen, erfahren die Teilnehmer/-innen etwas über die anderen, was meist zu einer ausgelassenen Stimmung führt.

Zum Auflockern: Schwung für zwischendurch 

Bei länger andauernden Remote-Treffen mit stark inhaltlicher Forderung tut es gut, zwischendurch einmal die Gelegenheit zu haben, sich zu lockern. Die Teilnehmer/-innen sitzen in der Regel ziemlich unbeweglich und konzentriert vor dem Rechner, sodass sie schneller als im richtigen Leben verspannt und steif werden. Vor allem, wenn alle Teilnehmer/-innen die Kamera anhaben, werden sie sich vor dem Rechner nicht so ungezwungen strecken, wie es sonst vielleicht zwischendurch der Fall wäre. 
Mit dem Spiel „Kachel-Yoga“ kommen alle in Schwung und werden sportlich aktiv. Die Teilnehmer/-innen schalten dazu ihre Kachel-Ansicht an, sodass alle gleich groß auf dem Bildschirm zu sehen sind. Ein Teilnehmer oder eine Teilnehmerin beginnt und macht eine (selbst erfundene oder reale) Yogafigur vor, die anderen ahmen diese so gut sie können nach. Alle Teilnehmer/-innen kommt einmal dran und darf eine Bewegung vorgeben. So lässt sich eine kurze gemeinsame Bewegungspause einplanen, die allen Spaß macht. Voraussetzung dafür ist, dass die Teilnehmer/-innen sich in einem Umfeld befinden, das diese Form der Aktivierung erlaubt, also wahrscheinlich eher weniger mit dem PC im Lehrerzimmer, sondern zuhause.

Zum Abschluss eine Wertschätzungsdusche

Wird in einer Online-Sitzung der Inhaltsteil abgeschlossen, ist es wie im richtigen Leben besonders wertvoll und wertschätzend, eine Rückmeldung zu geben. Das Feedback und die Würdigung sind für alle wichtig, allerdings im Online-Treffen oft schwierig zu bewerkstelligen. Umso wichtiger ist es, hier für gute Stimmung und kleine zwischenmenschliche Momente zu sorgen. Es gibt manche Plattformen, die virtuelle Reaktionen zulassen, so z.B. können Sie bei Zoom Emojis wie „Applaus“ einblenden, welche dann nach und nach wieder verschwinden. Jedoch ist dies ein stark digital verlängerter Arm, der häufig nicht bis zum Gegenüber reicht. 

Ein schöner Abschluss ist die „Warme Dusche“, der virtuelle Applaus durch Händewedeln. Hier halten alle Teilnehmer/-innen am Ende die Hände gut sichtbar hoch und bewegen diese wackelnd und drehend hin und her. So entsteht ein  tolles Abschlussbild für Vortragenden/ die Vortragende, welches gerne als Foto festgehalten wird. 
Mit einigen einfachen Maßnahmen können Sie Online-Sitzungen aktivierend gestalten und damit ein Stück zwischenmenschlichen Kontakt herstellen. Dieser würde durch eine stark frontal angelegte Situation leicht verloren gehen. Ob es dabei um neu zusammentreffende Gruppen geht oder um solche, die sich regelmäßig online zum Arbeiten sehen: In beiden Fällen  werden die Teilnehmer/-innen dankbar für die abwechslungsreiche Gestaltung sein. 
 

Martina Niekrawietz


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