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Werkstattmanagement

Chaos in den Werkräumen verhindern? — Nichts einfacher als das!

Um Chaos um und im Werkraum zu verhindern, hilft nur ein Werkstattmanagement. Ein paar wenige Regeln und Verhaltensmaßnahmen helfen dabei, als Fachraumbetreuer für Ordnung und Überblick zu sorgen.

Werkstattmanagement: Chaos in den Werkräumen verhindern? — Nichts einfacher als das! Jeder weiß, mit welchen Materialien er arbeiten soll: hier ein Blick in eine Textilwerkstatt © Hanna Fischer

Fachraumbetreuer können ein Lied davon singen, wie schwierig es ist, Ordnung und Übersicht in den Werkstätten zu schaffen und beizubehalten: Es wurde „mal schnell zwischendurch“ etwas gesägt, aber hinterher vergessen, die Späne wegzusaugen. Sie waren gerade nicht vor Ort, aber jemand musste „dringend“ einen Satz Schraubendreher ausleihen, die jetzt fehlen. Vor dem Materialraum steht eine Holzspende — nett gemeint, jedoch ohne Absender. Und wer entsorgt nun, was nicht benötigt wird?

Verbindliche Regeln erstellen

Klare Übereinkünfte und Regelungen zur Raumnutzung sind ein absolutes „Muss“. Und das gilt für alle Werkstatträume wie z. B. Textilwerkstatt, Schulküche etc. Sie kommen sonst in „Teufels Küche“ und werfen nach kürzester Zeit das Handtuch, weil Ihnen alles zu viel wird. Das wäre schade und muss nicht sein.

Es sollte eine klare Regelung darüber bestehen:

  • Welche Personen für die Werkstätten/Fachräume zuständig und Ansprechpartner sind.
  • Wie viel Zeit für die Verwaltung und Raumorganisation zur Verfügung steht. Sie sollte so bemessen sein, dass sie wirklich ausreichend ist.
  • Welche Personen und Klassen zu welchen Zeiten eine Werkstatt/einen Fachraum nutzen. Tipp: Nutzerplan an die Tür der Werkstatt und ins Mitarbeiterzimmer hängen.
  • Wer für diesen Plan zuständig ist.
  • Wie die Raumpläne erstellt werden (Fachkonferenz).
  • Dass die Nutzer mit den Möglichkeiten und Ritualen vertraut gemacht worden sind, bevor sie im Raum arbeiten.
  • Ob und wie Werkzeug entliehen wird: z. B. nichts aus dem Fachraum entnehmen, sondern eine andere Möglichkeit schaffen.
  • Wer die Maschinen benutzt (Kolleginnen und Kollegen mit Maschinenschein nach vorheriger Einweisung) und zu welchen Bedingungen (Benutzerheft, Einhaltung bestimmter Zeiten).
  • Wer „Schlüsselgewalt“ hat, Raum und Schrankschlüssel erhält.
  • Wer Materialien beschafft: Sammelbestellung oder jede Klasse für sich?
  • Wer neue Lehr- und Lernmittel beschafft und sich um Reparaturen der Geräte kümmert.
  • Wo Spenden abgegeben werden können (nicht anonym!).
  • Wer ständig benötigtes Material (z. B. Leim) nachfüllt.
  • In welcher Höhe, für welchen Zeitraum und von wem Geld für Werkmaterialien eingesammelt wird.
  • Wie und wo Materialien und halbfertige Schülerarbeiten aufbewahrt werden.
  • Wie, wohin und von wem Altmaterialien entsorgt werden.
  • Wie der Raum nach dem Unterricht verlassen werden soll.
  • Wer Reinigungsarbeiten in den Räumen und das Waschen der Schürzen o. Ä. vor den Ferien übernimmt.

Raumnutzung: Absprachen mit Kollegen treffen

All diese Punkte klären Sie am besten im Team. Es sammelt Vorschläge dazu, sortiert sie und wählt die brauchbaren Lösungen aus. Die Übereinkunft, die Sie im Rahmen einer Fach- oder auch einer Gesamtkonferenz getroffen haben, sollte schriftlich und für alle verbindlich festgehalten werden. Wenn eine bessere/andere Lösung nötig wird, ändern Sie diesen Plan im Einvernehmen mit ihrem fachlich zuständigen Team. Sichern Sie diese Übereinkünfte und Entscheidungen mit der Schulleitung ab. Wenn es Ihnen eher zusagt, könnten Sie auch Ihr Kollegium im Rahmen einer Konferenz, die sowieso stattfinden würde, in die Räumlichkeiten einladen. Vor Ort können Sie anschaulich zeigen, wie die Raumnutzung funktioniert.

Und noch ein letzter Tipp: Lassen Sie nicht zu, dass jemand Ihnen Sperrmüll ins Materiallager stellt mit dem freundlichen Ansinnen, etwas Tolles zu spenden. Setzten sie Termine, bis zu denen Reparaturen von Möbeln und anderen Dingen, die viel Platz beanspruchen, ausgeführt sein müssen.

Erliegen Sie nicht dem Charme nett lächelnder Kolleginnen und Kollegen, für die Sie „ganz schnell“ zwischendurch z. B. etwas zusägen sollen. Wenn Sie das tun, machen Sie sich zwar beliebt, bürden sich aber unnötige Arbeit auf, die Ihnen leicht zu viel werden kann.
Wenn sie auch einmal „Nein“ sagen können, werden die Raumnutzer dies respektieren und wissen, woran sie sind.

Hanna Fischer

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