Fach/Thema/Bereich wählen
Corona-Krise

Einfache Spiel- und Lernangebote für Zuhause in Zeiten von Corona

Wie kann das Lernen zu Hause für Schüler weitergehen, die besondere Unterstützung benötigen? Spiel- und Lernangebote, die die Eltern einfach einsetzen können, trainieren Selbstständigkeit, Wahrnehmung und Motorik.

Corona-Krise: Einfache Spiel- und Lernangebote für Zuhause in Zeiten von Corona Beim Geschirrspülen aktiv zu helfen fördert sowohl die Geschicklichkeit als auch die Selbstständigkeit © Kzenon - stock.adobe.com

Wir befinden uns in einer außergewöhnlichen Situation aufgrund des Corona-Virus. Die Schulen bleiben für einige Zeit geschlossen und Schüler mit einem erhöhten Förderbedarf sind ebenso zu Hause wie alle anderen und müssen dort möglichst gut ausharren. Lesen, Schreiben und selbstständiges digitales Lernen sind allerdings nicht immer ohne Weiteres möglich, sodass einfach herzustellende, handlungsorientierte Materialien und Spiele nötig sind. Schüler mit einem Förderbedarf hinsichtlich Wahrnehmung und Motorik brauchen solche elementaren Lernaktivitäten und gut strukturierten Übungen bzw. Spiele.

Montessori-Material lässt sich gut zu Hause einsetzen

Eine gute Zusammenstellung bietet hierfür beispielsweise die Pädagogik nach Maria Montessori. Unterschiedliche Lernfelder decken den vorschulischen und schulischen Bereich ab. Für jüngere oder von Behinderung betroffene Schüler stellen die Sinnesübungen wie auch die Übungen des täglichen Lebens (ÜTL) eine Sammlung dar, aus der man im häuslichen Umfeld einige motivierende Aktionen zusammenstellen kann. Sie üben selbstständiges und eigenverantwortliches Handeln und schulen grundlegende Entwicklungsbereiche wie Wahrnehmung, Motorik und Handlungsplanung. Des Weiteren schulen sie durch ihre Bewegungsaspekte das Gleichgewicht, Grob- und Feinmotorik, Hand-Auge-Koordination und die Sensomotorik.

Übungen des täglichen Lebens

Die Übungen des täglichen Lebens beinhalten damit eine ganzheitliche Bewegungserziehung und bereiten Kindern allgemein viel Spaß. Mit einfachen Mitteln kann man auch zu Hause solche Aktivitäten attraktiv und zeitvertreibend gestalten. Meist haben die Eltern die benötigten Dinge dafür sowieso und brauchen keine besondere Vorbereitung.

Wichtig ist eher die Gestaltung der Situation, in der das Kind mit Hingabe den Vorgang durchführen und verfeinern darf, ohne dabei gehetzt oder verbessert zu werden.

Weiterführender Link

Ein Tipp, den Sie an die Eltern weitergeben sollten: Unter diesem Link finden Sie viele wunderbare Fotos zu Übungen des alltäglichen Lebens. Eltern können sich viele schöne Anregungen holen.

Übungen zur Pflege der eigenen Person:

  • an- und ausziehen als Spiegel-Spiel, bei dem man sich gegenübersteht und genau gleiche Bewegungen und Reihenfolgen nachahmt,
  • Hand-Wellness mit Händewaschen, abtrocknen, eincremen und kleiner Handmassage zur spielerischen Einübung der notwendigen Hygienemaßnahmen,
  • Gesichts-Wellness mit Gesicht waschen und eincremen, Zähneputzen, Haare waschen, fönen und kämmen.

Übungen zur Pflege der Umgebung:

  • Blumen gießen oder Pflege der Balkon- und Gartenpflanzen, Blumenpflege,
  • helfen beim Saubermachen, z. B. Boden saugen, Tisch abwischen und Staub wischen, Spiegel wischen mit Sprühflasche und Fenstertuch macht den meisten Kindern viel Spaß, ebenso der Umgang mit dem Staubsauger und allen „großen“ Haushaltsgeräten,
  • Wäsche waschen und aufhängen, z. B. Wäscheklammerspiel und Wäsche farblich mitsortieren,
  • Brot bestreichen oder Obst schneiden zur Schulung der Handhabung eines Messers,
  • Mithilfe beim Kochen, Schnippeln und Abmessen, z. B. Kuchen backen, Teig ausrollen oder Gemüsesuppe nach Gusto des Kindes, Tee kochen/Umgang mit dem Wasserkocher, Toast herstellen/Umgang mit dem Toaster usw.

Übungen der Bewegung:

  • Das Grundprinzip der Übung bleibt gleich, aber die Schwierigkeitsstufe ändert sich von einfach (Tätigkeit an sich machen) über etwas anspruchsvoller (so genau wie möglich arbeiten, wenig verschütten) zu schwierig (Ergebnis zählt, also kann das Kind z. B. sich selbst einschenken);
  • Unterschiedliche Übungen für die Feinmotorik schulen das Handgeschick, z. B. Zangenübungen mit einer Zuckerzange/Gurkenzange/Pfannenwender; viele verschiedene Variationen mit allem, was Küche und Spielschrank hergeben, z. B. Muggelsteine in eine leere Verpackung sortieren, Linsen aus anderen Gegenständen herausholen u.v.m.;
  • Löffelübungen mit unterschiedlich großen Löffeln bzw. Schöpfkellen und verschiedenen Materialien wie Reis löffeln oder Wasser schöpfen, beim Korkenspiel Korken aus einer Schüssel mit Wasser schöpfen u.v.m.;
  • Schüttübungen mit Wasserkrug, Wasserflasche oder Tasse; auch hier spielerische Übungen, z. B. gleich viel Wasser in zwei Gläser schütten, ohne zu kleckern u.v.m.

Übungen der Stille:

Nicht nur aktionsreiche, sondern auch ruhigere Aktivitäten helfen einem Kind, sich zu Hause wohl und sicher zu fühlen. Bei den Übungen der Stille kann z. B. eine Kerze unter Aufsicht umhergetragen werden, kleine Yoga- und Atemübungen können durchgeführt werden oder eine ruhige Traumreise/Fantasiegeschichte erzählt werden.

Alle Übungen sind sehr einfach und teilweise bestimmt schon selbstverständlich im familiären Alltag verankert. Es geht darum, den kindlichen Drang nach Selbstständigkeit zu fördern und mit dem Kind grundlegende Aktivitäten zu üben.

Die Zeit kann schneller verfliegen, wenn man das Kind in solche alltäglichen Abläufe aktiv einbindet und beschäftigt. Unter dem Fokus der Schulung von Wahrnehmung und Motorik helfen sie Schülern mit besonderem Förderbedarf bei der selbstständigen Lebensbewältigung und bieten geeignete Förderanlässe zuhause.

Claudia Omonsky

Dazu passender Ratgeber

Mehr zu Ratgeber Schulorganisation
Cookies nicht aktiviert

Ihr Browser akzeptiert derzeit keine Cookies.

Wenn Sie das Lehrerbüro in vollem Umfang nutzen möchten, dann muss in Ihrem Browser die Nutzung von Cookies erlaubt sein.

Was Cookies genau sind und wie Sie die Browser-Einstellungen ändern können, erfahren Sie auf dieser Seite: Cookies nicht aktiviert

×